Zu wenig Heimspiele besucht

Werder Bremen entzieht Hunderten Fans ihre Dauerkarten

Wegen zu geringer Nutzung: Der SV Werder Bremen entzieht Hunderten Fans ihre Dauerkarten. Die Hintergründe.

Bremen – Verkündet wurde die Neuerung bereits im vergangenen Jahr – ihre Konsequenz bekommen zahlreiche Fans des SV Werder Bremen aber erst jetzt zu spüren. Und das durchaus schmerzhaft. Zur Erinnerung: Vor der Saison 2024/25 hatte der Bundesligist offiziell mitgeteilt, dass künftig der Entzug der Dauerkarte droht, sollte das Ticket während einer Spielzeit zu oft nicht genutzt werden. 14 von 17 Heimspielen wurden zunächst als Marke für die Mindestnutzung festgelegt, aus Kulanzgründen hat Werder sie kürzlich auf 12 von 17 reduziert. Für viele Fans ist das aber immer noch zu viel. An diesem Mittwoch werden die Betroffenen eine E-Mail des Vereins bekommen, in der ihnen mitgeteilt wird, dass sie ab sofort kein Vorkaufsrecht für ihre Karte mehr besitzen, sprich: dass sie ihre Karte verlieren. Laut Vereinsangaben sind davon mehr als 500 Fans betroffen.

Weil sie ihre Dauerkarten zu selten genutzt haben, werden sie nun Hunderten Fans des SV Werder Bremen entzogen.

Wegen zu geringer Nutzung: Werder Bremen entzieht mehr als 500 Fans ihre Dauerkarten

Nach dem letzten Heimspiel der vergangenen Saison hat Werder Bremen die Nutzungszahlen der einzelnen Dauerkarten ausgewertet, um das neue Instrument erstmals anwenden zu können. Um Fans nicht voreilig ihre Karte zu entziehen, kamen dabei mehrere Kriterien zum Einsatz. So hat sich der Verein etwa angeschaut, ob Inhaber vor Spielen versucht haben, ihre Karte über die Ticketbörse zu verkaufen und sie dort nur nicht losgeworden sind. Entsprechende Fälle zählten dann nicht als verpasstes Spiel, ebenso wenig Partien, bei denen der Dauerkartenbesitzer nicht selbst im Stadion war, sein Ticket aber beispielsweise an einen Freund abgetreten hatte. Auch Härtefälle, etwa längere Krankheitsfälle, wurden berücksichtigt. Rollstuhlfahrende und ihre Begleitpersonen waren von vornherein von der Mindestnutzung ausgenommen.

Dauerkarten-Entzug: Werder Bremen rechnet mit bis zu 800 Tickets, die neu vergeben werden können

Ziel der neuen Regelung ist es, der großen Nachfrage nach Dauerkarten zumindest ein Stückchen mehr gerecht werden zu können. Jahr für Jahr stehen bei Werder Bremen Tausende Fans auf der Warteliste für eines der begehrten Saisontickets – dass Inhaber eines solchen es nicht regelmäßig nutzen, will der Verein vor diesem Hintergrund nicht länger hinnehmen. Zum Vergleich: Normalerweise werden für das Weserstadion pro Saison nur knapp 100 Dauerkarten frei. Vor der Serie 2025/26 macht die Zahl durch die Mindestnutzungsregel nun einen signifikanten Sprung nach oben und Werder rechnet mit insgesamt bis zu 800 Tickets, die neu vergeben werden können.

Per Losverfahren werden die Karten in wenigen Wochen an Fans verteilt, die sich auf der demnächst öffnenden Warteliste eintragen – und dann auf attraktive Plätze hoffen dürfen. So sind von der neuen Mindestnutzungsregel alle Bereiche des Weserstadions betroffen, heißt: ob Steh- oder Sitzplatz, ob Ostkurve, Nord-, Süd- oder Westtribüne – überall werden Dauerkartenplätze frei. Die Konkurrenz ist allerdings groß. Werder Bremen geht davon aus, dass sich bis zu 15.000 Menschen über die Warteliste um eines der Tickets bewerben. Wer eines ergattert, sollte es dann tunlichst auch nutzen. So überlegt der Verein derzeit, die Mindestnutzungsregel noch einmal nachzuschärfen. Ab der im August beginnenden Saison 2025/26 soll die Zahl der nötigen Heimspiele auf bis zu 15 angehoben werden. Außerdem könnte es eine Vorgabe geben, wie oft Dauerkarten über die Ticketbörse zum Verkauf angeboten werden dürfen. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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