Ex-Werder-Profi im DeichStube-Gespräch

Eren Dinkci im DeichStube-Interview: „Freiburg hat sich mehr und deutlich früher um mich bemüht als Werder“

Im DeichStube-Interview spricht Eren Dinkci über das Spiel gegen Werder Bremen, erklärt seinen Wechsel zum SC Freiburg und verrät, was er über Werder-Trainer Ole Werner denkt!
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Im DeichStube-Interview spricht Eren Dinkci über das Spiel gegen Werder Bremen, erklärt seinen Wechsel zum SC Freiburg und verrät, was er über Werder-Trainer Ole Werner denkt!

Im DeichStube-Interview spricht Eren Dinkci über das anstehende Spiel gegen den SV Werder Bremen, erklärt seinen Wechsel zum SC Freiburg und verrät, was er über Werder-Coach Ole Werner denkt.

Freiburg/Bremen – Er ist ein Bremer Jung und hätte ein Gesicht des SV Werder Bremen werden können. Doch Eren Dinkci wählte einen anderen Weg. Der Stürmer ließ sich 2023 zum 1. FC Heidenheim ausleihen und wechselte dann im vergangenen Sommer zum SC Freiburg. Der 22-Jährige verzichtete auf eine mögliche Rückkehr zu den Grün-Weißen. Warum, was er über Werder-Coach Ole Werner denkt und wie er das Spiel seiner Freiburger gegen Werder am Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) im Weserstadion angeht, verrät Dinkci im Interview mit der DeichStube.

Herr Dinkci, mit dem SC Freiburg erleben Sie gerade nordische Wochen in der Bundesliga. Was muss nach dem 0:3 gegen St. Pauli besser laufen, damit es in Bremen gegen Ihren Ex-Club Werder nicht die nächste Niederlage gibt?

St. Pauli hat es wirklich gut gemacht. Sie haben uns mit einem tiefen Block überrascht und alles wegverteidigt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es Werder in einem Heimspiel gegen uns auch so angehen wird. Grundsätzlich haben wir sehr gute Lösungen im Spiel mit dem Ball. Das war an den ersten Spieltagen ja auch zu sehen. Wir müssen einfach bei uns bleiben, und dann glaube ich fest daran, dass wir in Bremen erfolgreich sein können.

Das eine ist die sportliche Vorbereitung auf das Spiel, aber wie sieht es mit Ihrer privaten aus? Wird die ganze Familie im Weserstadion dabei sein?

Da einer meiner engsten Freunde an dem Tag heiratet und ein Cousin von mir seine Verlobung feiert, können längst nicht alle zum Spiel kommen. Trotzdem sind natürlich einige Tickets weggegangen. Es wird definitiv nicht ganz einfach für meine Familie und Freunde, denn einerseits verbinden sie genau wie ich sehr viel mit Werder, andererseits drücken sie aber auch mir die Daumen und sind inzwischen mindestens halbe Freiburg-Fans geworden.

So sehen Fans das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem SC Freiburg live im TV und im Livestream!

Ex-Werder-Bremen-Profi Eren Dinkci über SC Freiburg: „Das Gefühl, dass ich mich hier weiterentwickeln kann, habe ich auf jeden Fall“

Seit Sommer stehen Sie bei den Breisgauern unter Vertrag, haben bisher vier Saisoneinsätze gesammelt, zwei davon als Joker, zwei in der Startelf. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Saisonstart?

Bisher war es okay. Ich hatte einen guten Start in die Vorbereitung, wurde dann aber leider durch meine Verletzung (Dinkci plagten Leisten- und Bauchmuskelprobleme, Anm. d. Red.) etwas zurückgeworfen. Jetzt geht es Schritt für Schritt voran. Ich glaube, dass ich noch viel mehr zeigen kann als bisher. Das Gefühl, dass ich mich hier weiterentwickeln kann, habe ich auf jeden Fall.

In Heidenheim waren Sie klassischer Flügelstürmer, unter Trainer Julian Schuster sind Sie in Freiburg nun ins Zentrum gerückt. Liegt Ihnen das?

Grundsätzlich haben Heidenheim und der SC eine ganz andere Idee vom Fußball. In Freiburg habe ich viel mehr Aktionen mit dem Ball und muss mehr auf die Besetzung der Räume achten, was mir entgegenkommt. Von der zentralen Position aus kann ich meine Stärken gut ins Spiel einbringen, seien es tiefe Läufe oder das Auge für den besser postierten Mitspieler. Es ist eine neue Rolle in einer neuen Mannschaft. Da ist es klar, dass ich noch mehr hineinfinden muss.

Sie haben mal gesagt, dass Sie in Heidenheim den Spaß am Fußball wiedergefunden haben. Wie hat Trainer Frank Schmidt das geschafft?

Er hat mir von Anfang an ein sehr gutes Gefühl gegeben. Und er hat mir vertraut. Man muss ja nur mal sehen, dass ich von 34 Spielen 33 von Anfang an gemacht habe, und das eine nicht, weil ich gesperrt war. Das ist alles andere als selbstverständlich, zumal ich auch Spiele dabei hatte, in denen ich nicht die Leistung gebracht habe, die ich selbst von mir erwartet hatte. Dieses Vertrauen wollte ich dem Trainer unbedingt zurückzahlen. Ich habe ihm viel zu verdanken.

Eren Dinkci im Interview: „Am Ende war es bei Werder Bremen für mich mehr Stress als Freude“

Wenn Sie in Heidenheim den Spaß am Fußball wiedergefunden haben, muss er zuvor bei Werder verlorengegangen sein. Woran machen Sie das fest?

Aus heutiger Sicht hat es mir einfach sehr gutgetan, aus Bremen und damit aus meiner Komfortzone rauszukommen. Am Ende war es bei Werder für mich mehr Stress als Freude, auf dem Trainingsplatz zu stehen, weil ich wusste, dass ich am Wochenende wieder auf der Bank sitzen werde. Klar, die Konkurrenzsituation war riesig, denn der eine gesetzte Stürmer hieß Niclas Füllkrug und der andere Marvin Ducksch. Aber trotzdem hoffst du nach einer guten Trainingswoche natürlich darauf, dass du mal deine Chance von Beginn an bekommst. Das war aber leider nie der Fall. Heidenheim hat mir dann einfach gutgetan.

War das auch der Grund dafür, warum Sie nach der Leihe im Sommer nicht nach Bremen zurückwollten?

Um ehrlich zu sein, hat sich der SC Freiburg mehr und auch deutlich früher um mich bemüht als Werder. Das hat auf jeden Fall eine große Rolle gespielt. Natürlich habe ich darauf gewartet, wie Werder mit mir plant. Ich war mit Freiburg aber schon fast ein halbes Jahr lang in Kontakt und entsprechend weit in den Gesprächen, als sich Werder bei mir gemeldet hat.

In Bremen war es damals ein großes mediales Thema, dass mit Ihnen und Nick Woltemade gleich zwei Eigengewächse nicht zu Werder-Gesichtern werden, sondern den Verein verlassen. Cheftrainer Ole Werner ist dadurch in die Kritik geraten . . .

Ja, das habe ich mitbekommen. Es wurde zum Teil ja wild spekuliert, dass ich ein ernsthaftes Problem mit ihm habe. Das ist aber völliger Quatsch. Ich hatte nie ein schlechtes Verhältnis zu Ole Werner und halte sehr viel von ihm als Trainer. Meiner Meinung nach haben wir nur nicht besonders viel miteinander gesprochen, was ich ja auch öffentlich so gesagt habe. Aber trotzdem hätte ich es mir vorstellen können, wieder unter ihm zu spielen. Er hat eine super Spielidee. Dass ich nicht zu Werder zurückgekommen bin, lag eher am intensiven Freiburger Bemühen um mich.

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen für das Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg aussehen!

SC-Freiburg-Profi Eren Dinkci im Interview: „Werder Bremen hat sich spielerisch total weiterentwickelt“

Zweimal haben Sie in Ihrer Laufbahn bisher gegen Werder gespielt – und zweimal gewonnen. Auf was für eine Partie stellen Sie sich am Samstag ein?

Erstmal auf ein Weserstadion, das Werder 90 Minuten lang nach vorne peitschen wird bis zum geht nicht mehr. Das ist in Bremen echt etwas Besonderes. Werder hat sich in meinen Augen zudem spielerisch total weiterentwickelt, die Mannschaft steht für richtig guten Fußball. Ich glaube, es wird ein super Bundesligaspiel, auf das sich jeder Fan freuen kann.

Werder hat gerade nach 0:3-Rückstand mit 4:3 gegen Hoffenheim gewonnen. Was sagt das über die Mannschaft aus?

Die Moral war auf jeden Fall ausschlaggebend für den Sieg. Das spricht für die Bremer. Vor dem Hoffenheimer Platzverweis sah es aber noch anders aus. Da war schon zu sehen, wo es Schwächen bei Werder gibt. Verstecken müssen wir uns in Bremen definitiv nicht.

Spüren Sie nach dem sehr erfolgreichen Jahr in Heidenheim mit zehn Saisontoren und fünf Vorlagen den Druck, das in Freiburg bestätigen zu müssen?

Klar wünsche ich mir, dass es wieder so gut läuft, aber großen Druck mache ich mir deshalb nicht. Ich habe im letzten Jahr gesehen, dass ich in der Bundesliga mithalten kann. Das war sehr wichtig für mich. Jetzt geht es darum, so schnell es geht in die Freiburger Mannschaft hineinzufinden. Alles andere kommt dann von allein.

Ex-Werder-Bremen-Profi Eren Dinkci: Das vergangene Jahr „war definitiv das schönste, ereignisreichste und lehrreichste in meinem Leben“

Anfang September wurden Sie von Nationalcoach Vincenzo Montella das erste Mal für die türkische Nationalmannschaft nominiert. Auch wenn Sie in den Spielen gegen Wales und Island nicht zum Einsatz gekommen sind – ein großer Schritt für Sie?

Ja, absolut! Man kann es einen Meilenstein nennen oder die Erfüllung eines Traums. Es waren sehr lehrreiche Tage mit vielen neuen Eindrücken. Jetzt hoffe ich, dass ich wieder nominiert werde und bald vielleicht sogar mein Debüt feiern darf.

Wen haben Sie als erstes angerufen, nachdem Sie von Ihrer Nominierung erfahren haben?

(lacht) Meine Mutter. Sie war im ersten Moment verwundert, dass ich mich melde, weil wir erst am Tag zuvor länger gesprochen hatten. Bevor ich es ihr sagen konnte, hat aus dem Hintergrund plötzlich mein Vater geschrien und gratuliert. Er hatte die Nachricht genau in dem Moment bei Instagram gelesen. Meine Mutter hat dann bestimmt noch drei oder vier Mal nachgefragt, ob es wirklich stimmt. Am Ende sind auch ein paar Tränen geflossen.

Herr Dinkci, wenn Sie auf das vergangene Jahr Ihrer Karriere zurückblicken - wie würden Sie es beschreiben?

(überlegt länger) Ich würde es das schönste Jahr nennen, das ich bisher hatte. Ja, es war definitiv das schönste, ereignisreichste und auch lehrreichste Jahr in meinem Leben. (dco)

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