Werder winkt irres Saisonfinale

Sogar Champions League rechnerisch in Reichweite – so reagiert Werder Bremen

Nach dem 1:0-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen den VfL Bochum haben die Grün-Weißen weiter Boden auf die Europapokal-Ränge gut gemacht. Wie der SVW darüber denkt.

Bremen – Das Heimspiel gegen den VfL Bochum, davon ist zumindest fest auszugehen, dürften sie beim SV Werder Bremen ziemlich schnell abhaken, vergessen, zu den Akten legen. Denn rein fußballerisch bot der graue 1:0-Arbeitssieg nur wenig Erinnerungswürdiges. Umso größer dafür: sein Ertrag! Vier Spieltage vor dem Saisonende beträgt Werders Rückstand auf den sechsten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Conference League berechtigt, nur noch magere zwei Punkte. Die Europa League ist auch nur noch drei – und selbst die Champions League nur noch vier Zähler entfernt. Zugegeben: Ob Werder am Ende tatsächlich die Rückkehr aufs internationale Parkett gelingt, ist Mitte April vollkommen offen. Bis zum Saisonende kann noch viel passieren. Klar ist jedoch: Rechtzeitig vor der heißen Phase haben sich die Bremer in eine äußerst verheißungsvolle Ausgangslage gebracht.

Trotz Heimsieg und Stand in der Tabelle: Der SV Werder Bremen zeigt sich beim Thema Europa noch zurückhaltend.

Werder Bremen redet weiterhin nicht über Europa – obwohl von Conference bis Champions League rechnerisch alles möglich ist

Kein Wunder also, dass jeder Protagonist in Grün-Weiß direkt nach dem Bochum-Spiel von den Journalisten auf die Bremer Europa-Perspektiven angesprochen wurde. Die Antwort, unisono: „Sollen andere drüber reden, wir tun es nicht.“ Was dann allerdings nur bedingt zutraf. Auf die Frage, ob der dreckige Sieg gegen den VfL – immerhin bereits der vierte in Serie, das gab es in Bremen seit zehn Jahren nicht mehr –, den Glauben daran stärke, jetzt bis zum Schluss oben mit dabei sein zu können, sagte etwa Romano Schmid: „Wir glauben dran, und wir geben Gas. Ich bin stolz auf die Jungs und stolz darauf, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.“ Wäre auch ziemlich merkwürdig, wenn das internationale Geschäft nach frühzeitig gesichertem Klassenerhalt und angesichts des derzeitigen Tabellenstands nicht das neue Ziel des SV Werder Bremen für die Restsaison wäre. Nur offen aussprechen möchte es niemand.

„Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit“: So geht Werder Bremen mit Europa-Frage um

Nach dem Erfolg gegen Bochum wollte ein Reporter deshalb von Cheftrainer Ole Werner wissen, ob der auffälligen und kategorischen Vermeidung des E-Worts bei Werder Bremen ein tieferer Plan zu Grunde liege. „Wir haben uns nicht hingesetzt und ein Strategie-Meeting dazu gemacht“, entgegnete der Coach. „Wir konzentrieren uns einfach auf unseren Teil der Arbeit, und den Rest macht ihr ja sowieso. Das ist auch in Ordnung und legitim, aber wir müssen uns daran ja nicht beteiligen, es nicht einbremsen, es aber auch nicht noch weiter befeuern.“ Vielmehr schaue er mit seiner Mannschaft nun auf die kommende Aufgabe gegen den FC St. Pauli (Sonntag, 27. April, 17.30 Uhr im DeichStube-Liveticker): „Alles andere können wir nicht beeinflussen.“ (dco/bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO /DeFodi Images

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