Werder darf noch träumen

Halbe Mannschaft krank, aber Werder punktet weiter und will den Fans Europa schenken

Beim SV Werder Bremen waren einige Profis vor dem Duell mit RB Leipzig angeschlagen.
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Beim SV Werder Bremen waren einige Profis vor dem Duell mit RB Leipzig angeschlagen.

Der SV Werder Bremen hat beim 1:1 gegen RB Leipzig eine starke Leistung gezeigt - und das trotz Erkältungswelle. Am letzten Spieltag wollen die Grün-Weißen noch einmal alles für Europa in die Waagschale werfen.

Leipzig – Zwei Siege, zwei Unentschieden – und die Gegner waren nicht von Pappe: Für den SV Werder Bremen ist es eigentlich schade, dass die Bundesliga-Saison schon in einer Woche endet. Doch die Profis sehen das etwas anders, denn das Team geht auf dem Zahnfleisch und musste sich beim Spiel gegen RB Leipzig auch noch mit einer heftigen Erkältungswelle herumschlagen. Das macht das 1:1 beim Champions-League-Teilnehmer noch wertvoller.

„Nee, wir sind platt“, antwortete Leonardo Bittencourt fast schon entrüstet auf die Frage, ob er sich angesichts der beiden Siege gegen den VfB Stuttgart und FC Augsburg sowie der Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach und Leipzig eine Verlängerung der Saison wünsche. Seine Erklärung: „Fünf, sechs Spieler sind erkältet. Heute beim Mittagessen haben wir uns angeschaut und uns gefragt, wie das heute funktionieren soll. Und dann kriegen wir den Schalter so umgelegt. Ich bin stolz auf die Truppe. Es macht so viel Spaß.“ Auch Ole Werner war ob der Einstellung seiner Truppe in der Red-Bull-Arena begeistert. „Es ist nichts Besorgniserregendes, aber man hat das Gefühl, dass die halbe Mannschaft aktuell erkältet ist. Dass es auf dem Platz nicht zu sehen war, ist natürlich gut. Es zeigt, wie viel die Jungs investiert haben“, meinte der Coach des SV Werder Bremen.

Werder Bremen zeigt trotz Erkältungswelle eine starke Leistung gegen RB Leipzig - und will nach Europa

Werder Bremen hatte stark begonnen und „eine perfekte Halbzeit“ hingelegt, wie es später Ole Werner und Co. quasi wortgleich betonten. Sie ließen überraschend den Favoriten laufen, der zu sehr mit Ausfällen, Umstellungen und Einstellungen bei sommerlichen Temperaturen und geringem Tabellendruck zu kämpfen hatte. Die Leipziger brachten die Gäste dann auch noch durch ein Eigentor von Nicolas Seiwald in Führung (36.). Das war absolut verdient. Genauso wie in der zweiten Halbzeit der Ausgleich durch Benjamin Sesko (61.), denn RB hatte nun wie erwartet das Kommando übernommen. Doch Werder konnte sich am Ende wieder aus der Umklammerung lösen und verpasste gleich mehrfach den Siegtreffer.

Mit drei Punkten wäre Werder Bremen mittendrin im Rennen um die internationalen Plätze gewesen, jetzt muss am letzten Spieltag einiges zusammenkommen, um doch noch nach Europa zu springen. Keeper Michael Zetterer will aber nichts unversucht lassen – aus gutem Grund: „Man muss ja nur gucken, wie viele Fans heute dabei waren und was für eine Stimmung geherrscht hat. Was die Fans Woche für Woche abreißen, ist unfassbar. Allein deshalb wäre es schon schön, wenn wir da irgendwo noch mit reinrutschen könnten.“ Dann würde der Urlaub wahrscheinlich noch mehr Spaß machen, wenngleich Kapitän Marco Friedl noch mal kurz an den bereits feststehenden Klassenerhalt erinnerte: „Wenn du die vom Verein gesetzte Ziele erreicht hast und der Urlaub kommt, ist es auch nicht so schlecht.“ (kni)

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