„Traurig“, aber auch „stolz“
Werder gibt Europa nicht auf: „Die Chance ist noch da“ - Stimmen nach dem Remis gegen RB Leipzig
Der SV Werder Bremen hat beim 1:1 gegen RB Leipzig eine beachtliche Leistung gezeigt. Nach dem Spiel waren die Bremer sowohl stolz als auch ein bisschen traurig. Die Stimmen zum Auftritt und den Europa-Träumen.
Ole Werner (Trainer des SV Werder Bremen): „Ich glaube, man kann die Jungs zur Leistung beglückwünschen. Für ein Auswärtsspiel bei RB Leipzig war sie außergewöhnlich gut, speziell in der ersten Halbzeit. Es hatte nicht nur mit der Leipziger Leistung zu tun, dass sie so klar an uns ging, sondern auch mit unserer. Auch wenn Leipzig dann nach der Pause die bessere Mannschaft war, hatten wir noch gute Chancen. Insgesamt kann man heute vor meiner Mannschaft nur den Hut ziehen. Aber gerade, weil die Leistung so gut war, ist es so, dass du natürlich mit gemischten Gefühlen vor dem Ergebnis stehst. Wenn du so eine gute Leistung zeigst, hättest du dafür gerne zwei Punkte mehr. Dafür hätten wir wahrscheinlich in der ersten Halbzeit das eine oder andere etwas klarer ausspielen müssen. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann Probleme mit Leipzigs langen Bällen und ihrem guten Gegenpressing. Es gibt schon ein paar Themen, die heute gefehlt haben. Unter dem Strich bin ich aber stolz darauf, wie die Mannschaft hier gespielt hat. Es ist eine tolle Entwicklung, fußballerisch, aber auch in der Art und Weise, wie man auf dem Platz miteinander umgeht.“
Werder Bremen-Stimmen zum Remis gegen RB Leipzig: „Vor der Pause nahezu die perfekte Halbzeit gespielt“
Leonardo Bittencourt (Mittelfeldspieler Werder Bremen): „Da immer sonst immer alle auf uns draufhauen, beglückwünsche ich uns einfach. Ich würde sagen, wir haben vor der Pause nahezu die perfekte Halbzeit gespielt, die man in Leipzig spielen kann. Dass sie dann in der zweiten Halbzeit nochmal eine Schippe drauflegen und uns das Leben schwer machen, war klar. Das wollten sie nicht auf sich sitzen lassen. Am Ende nehmen wir nur einen Punkt mit. Aber wenn ich ehrlich bin: Den nehme ich heute lieber als den in der letzten Woche. Wenn wir gegen Gladbach gewonnen hätten, dann hätten wir heute aus den letzten beiden Spielen vier Punkte geholt und damit in der nächsten Woche bessere Chancen, das zu erreichen, was keine Sau in Bremen von uns erwartet hätte. Die Chance ist noch da, aber jetzt gibt es nur noch drei Punkte zu vergeben. Wir hätten das Spiel gegen Gladbach gewinnen müssen.“
Marco Friedl (Kapitän des SV Werder Bremen): „Ich glaube, dass wir eine richtig gute, nahezu perfekte erste Halbzeit spielen, die deutlich bessere Mannschaft sind und absolut verdient in Führung gehen. Dann nach der Halbzeit haben wir 20 Minuten Glück, dass wir nicht schon früher den Ausgleich kassieren, weil Leipzig richtig gedrückt hat. Dann hatte Leipzig zwar mehr vom Spiel, aber hinten raus hatten wir die besseren Chancen. Wir wollten das Spiel heute gewinnen, das ist uns nicht gelungen. Wenn man die Art und Weise sieht, können wir mit der Leistung zufrieden sein, aber traurig, dass es nur ein Punkt geworden ist.“
„Am letzten Spieltag ist immer noch eine Chance da“: Die Stimmen nach Werder Bremens Remis gegen RB Leipzig
Michael Zetterer (Torwart Werder Bremen): „Auf die Art und Weise können wir stolz sein, da nehmen wir gerne Glückwünsche entgegen. Dass es am Ende nur ein Punkt geworden ist, ist echt schade. Denn mit drei wäre nächste Woche noch mehr möglich gewesen. Wir sind mit dem Ziel ins Spiel gegangen, dass wir das Tempo vorgeben. Das haben wir ganz gut geschafft. Wir hatten mit dem Ball richtig Qualität und sogar mehr Ballbesitz als Leipzig. Vielleicht hat vorne die letzte Kaltschnäuzigkeit hier und da gefehlt. Aber trotzdem war die Art und Weise heute top. Uns war vor dem Spiel klar, dass wir eine gute Chance haben, da oben irgendwo mit reinzurutschen, wenn wir aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte holen. Jetzt ist es heute nur ein Punkt geworden. Am letzten Spieltag ist immer noch eine kleine Chance da. Aber drei Punkte heute wären natürlich schöner gewesen.“
Marvin Ducksch (Stürmer des SV Werder Bremen): „Trotz des Punktgewinnes ist die Enttäuschung da, weil mehr drin war. Wir haben einen sehr guten Plan gehabt und alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Nach der ersten Halbzeit hätte die Führung vielleicht ein Tor höher ausfallen können. Nach der Pause haben wir es verpasst, daran anzuknöpfen, weil uns die Durchschlagskraft gefehlt hat. Trotzdem können wir stolz auf unsere Leistung sein.“
Rouven Schröder (Sportdirektor RB Leipzig): „Die Champions-League-Qualifikation ist sicher, damit sind wir auch zufrieden, trotzdem ärgert uns das heute. Gerade die erste Hälfte war das ein bisschen zu pomadig und zu langsam und wir haben uns hinten nicht gut genug rausbewegt. Dann nach der Halbzeit im Heimspiel ging ein Ruck durch die Mannschaft, dann bewegst du die Ketten und dann kriegst du ein ganz anderes Spiel. Schade, dass es nicht gereicht hat zum Spiel, wir wollten uns heute direkt für Platz vier qualifizieren, weil Platz vier für uns einfach viel mehr bedeutet als Platz fünf. Von daher ist es ärgerlich.“
Mit Stimmen von Werder.de