Ex-Werder-Profi im Interview

St. Paulis Eggestein blickt zurück: Warum sein Durchbruch bei Werder nicht gelang

Johannes Eggestein 2020 im Trikot des SV Werder Bremen: Seinen endgültigen Durchbruch schaffte der aktuelle Profi vom FC St. Pauli an der Weser nicht.
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Johannes Eggestein 2020 im Trikot des SV Werder Bremen: Seinen endgültigen Durchbruch schaffte der aktuelle Profi vom FC St. Pauli an der Weser nicht.

Johannes Eggestein freut sich im DeichStube-Podcast eingeDEICHt über sein Wiedersehen mit Werder Bremen und verrät, warum sein Durchbruch an der Weser nicht gelang.

Bremen/Hamburg – Es könnten knackige Zweikämpfe werden, wenn Johannes Eggestein am Samstag (18.30/DeichStube-Liveticker) mit dem FC St. Pauli auf Marco Friedl und den SV Werder Bremen trifft. „Wir werden uns sicherlich in dem einen oder anderen Duell begegnen“, sagt Ex-Werder-Profi Eggestein angesichts seiner Position im Sturmzentrum und Friedls Posten in der Abwehrmitte vor dem ersten Wiedersehen auf dem Platz. Ab Januar 2018 hatten beide an der Weser unter Vertrag gestanden, ehe Eggestein 2020 zunächst auf Leihbasis zum Linzer ASK nach Österreich und ein Jahr später fest zu Royal Antwerpen nach Belgien wechselte. Abgebrochen ist der Kontakt seitdem nicht, wie Eggestein in der DeichStube-Podcast-Show eingeDEICHt verrät.

Johannes Eggestein über Wiedersehen mit Werder Bremen und seinen früheren Ruf als Jahrhunder-Talent

Und so blickt Johannes Eggestein dem ersten Pflichtspiel gegen Marco Friedl, vor allem aber gegen seinen Jugendclub von der Weser, euphorisch entgegen. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt der Angreifer vom FC St. Pauli mit einem breiten Grinsen. „Werder ist schon noch ein Stück weit in meinem Herzen. Ich hatte eine lange und gute Zeit bei Werder und bin dort aufgewachsen. Es ist ein besonderes Spiel für mich.“ Womit der inzwischen 26-Jährige keinesfalls allein dasteht. In den Fanlagern beider Mannschaften ist die Vorfreude auf das Duell der befreundeten Clubs riesig, mit über 30.000 Ticket-Anfragen hätten die grün-weißen Anhänger allein das Millerntor-Stadion füllen können. „Das Stadion wird voll und die Stimmung drumherum sehr gut sein“, glaubt Eggestein, wobei ein anderer Spielort seine persönliche Vorfreude noch steigern würde.

„Ein Stück weit spezieller wäre es für mich noch, wenn ich im Weserstadion spielen würde“, gibt er zu. Schließlich verbrachte er ab der U17 mehr als sieben Jahre am Osterdeich, reifte dort zum Profi und kennt noch viele aktuelle Gesichter bei Werder Bremen. Was im Vergleich zu anderen Bundesliga-Spielen ebenfalls seine Auswirkungen hat: „Wegen der Verbundenheit, der Erinnerungen und der ganzen Begegnungen ist meine Motivation schon höher.“
 
Mit der Tatsache, dass der einst als Jahrhundert-Talent hochgelobte Stürmer den großen Durchbruch beim SV Werder Bremen nicht geschafft hat, hat die Portion Extra-Motivation demnach nichts zu tun. Zumal er rückblickend weiß, warum es bei Werder nicht geklappt hat. „Das hat unterschiedlichste Gründe“, holt Johannes Eggestein aus. „Dieses Stichwort ‚Jahrhundert-Talent‘ war einfach ein bisschen überspitzt. Ich kann verstehen, dass das aufgrund der Statistiken in der Jugend so daherkam, aber ich persönlich hatte für mich nie die Selbstverständlichkeit, ein Jahrhundert-Talent zu sein. Dementsprechend waren die Erwartungen aus meiner Sicht und der meines Umfelds nicht gerechtfertigt.“

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli aussehen!

Rückkehr zum SV Werder Bremen? So denkt Johannes Eggestein vom FC St. Pauli

Ein weiterer Faktor sei die sportliche Lage des Clubs gewesen. Zu Eggesteins Bremer Zeiten spielte die Mannschaft überwiegend gegen den Abstieg und steckte zwischenzeitlich sogar richtig tief im Tabellenkeller fest. „Das waren schwierige Phasen für einen jungen Spieler wie mich, um in so eine Mannschaft längerfristig reinzurutschen. In der Zeit hat das von den jungen Spielern nur mein Bruder geschafft.“ Maximilian Eggestein war beim SV Werder Bremen bekanntlich zum Stammspieler und Leistungsträger geworden (181 Pflichtspiele). „Ich habe immerhin 46 Bundesligaspiele gemacht“, erinnert Johannes Eggestein. Dass er dabei auch fünf Tore und zwei Vorlagen beisteuerte, „ist etwas, worauf ich stolz bin“.
 
Und wer weiß, vielleicht kommen da mit einer Rückkehr zum SV Werder Bremen eines Tages sogar noch mehr hinzu. „Man hat die Möglichkeit, sich in der Karriere sportlich und persönlich zu entwickeln. Deshalb will ich nicht ausschließen, dass es mal dazu kommen könnte“, sagt Eggestein, betont jedoch auch: „Stand jetzt ist das aber überhaupt nicht geplant.“ (tos, dco, tst)

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