Nach ablösefreiem Transfer

Ex-Werder-Stürmer Burke spricht erstmals über seinen Wechsel nach Berlin

Längst bereitet sich Oliver Burke bei seinem neuen Club Union Berlin auf die anstehende Bundesliga-Saison vor – und spricht nun erstmals über seinen Abschied von Werder Bremen.

Bremen/Berlin – So richtig wohl hatte sich Oliver Burke nicht gefühlt. Anfang Mai stand in der Bundesliga der 32. Spieltag an – und der Schotte hatte wie so oft in der Rückrunde das Trikot des SV Werder Bremen übergestreift. Dabei war es längst kein Geheimnis mehr, dass der Stürmer den Club verlassen und in der neuen Saison für den 1. FC Union Berlin spielen würde. Exakt jener Gegner, auf den die Bremer um Burke an diesem Tag trafen. „Das war komisch. Ich wusste nicht genau, wie ich mich verhalten soll“, gestand der 28-Jährige jetzt erstmals während einer Medienrunde. „Also habe ich ein bisschen geklatscht und kurz gewunken. Als ich dann das erste Tor vorbereitet habe, habe ich mir kurz gedacht: Ups.“

Rot-Weiß statt Grün-Weiß: Oliver Burke bereitet sich nach seinem Abschied vom SV Werder Bremen mit Union Berlin auf die neue Bundesliga-Saison vor.

Holpriger Start bei Union Berlin – Oliver Burke spricht über seinen Abschied vom SV Werder Bremen

Letztlich verspielte Werder Bremen damals in der Hauptstadt eine zwischenzeitliche 2:0-Führung und erlebte einen herben Dämpfer im Rennen um das internationale Geschäft. Die Enttäuschung bei den Fans war riesig. Ähnlich entsetzt hatten sie kurz zuvor reagiert, als aus Oliver Burkes anvisierter Vertragsverlängerung an der Weser nichts wurde und er stattdessen ein Engagement in Köpenick bevorzugte. Der einst verehrte Held ließ sein eigenes Denkmal bröckeln, der ehemals gefeierte „Schotte mit dem Bart“ büßte ordentlich Sympathien ein. „Werder hat tolle Fans. Mir haben viele Leute Liebe gezeigt. Es gibt aber immer zwei Seiten der Geschichte“, sagte der Vater eines in Bremen geborenen Sohnes. „Ich habe meine Entscheidung getroffen und bin glücklich. Dass andere nicht glücklich sind – damit muss ich leben. So ist die Fußball-Welt.“

Burkes Start bei den Unionern verlief bislang etwas holprig. Krankheitsbedingt verpasste er drei Testspiele, zuletzt mischte er dann zweimal mit – und arbeitet nun wieder an seiner vollen Fitness. Die Angriffslust, die ihn zuletzt bei Werder Bremen ausgezeichnet hatte, stellt er zumindest verbal auch schon bei den Hauptstädtern unter Beweis. „Ich bin Stürmer und will Tore schießen. Ich hoffe, gleich im ersten Spiel. Dann wird die Brust breiter“, erklärte der Ex-Bremer. „Ich glaube auch, dass ich als älterer Spieler viel Erfahrung mitbringe und den jungen Spielern helfen kann, auch wenn ich kein Lautsprecher bin. Ich weiß auf jeden Fall, wie man Spiele gewinnt.“ Bei Werder hat Oliver Burke das mit seinen Last-Minute-Treffern gegen Dortmund oder Kiel in der Tat bewiesen. Bis zum Wiedersehen mit den ehemaligen Teamkollegen wird es derweil noch ein wenig dauern, erst am Wochenende rund um den 25. Oktober ist der Angreifer mit seinem neuen Club am Osterdeich zu Gast. (mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Taeger

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