19-Jähriger will in Italien Profi werden
„Ich habe mehr Vertrauen von Lecce gespürt“: Ex-Werder-Talent Till Winkelmann träumt vom Durchbruch beim Bremer Testspiel-Gegner
Im Winter ist Till Winkelmann von Werder Bremen zur US Lecce gewechselt, beim Testspiel-Gegner der Grün-Weißen hofft das Talent auf seinen Durchbruch. Mit der DeichStube hat der 19-Jährige darüber gesprochen.
Bremen / Zell am Ziller – Wenn der SV Werder Bremen im Zillertal sein Testspiel gegen die US Lecce bestreitet, wäre einer nur zu gerne dabei: Till Winkelmann. Der 19-Jährige träumt vom Profifußball, ist hochmotiviert, geradezu ungeduldig, will durchstarten. Allerdings nicht mehr bei Werder – sondern bei Lecce. Im Winter ist der offensive Mittelfeldspieler aus der Bremer U19 nach Italien gewechselt, da wäre die Partie am Samstag (15 Uhr/DeichStube-Liveticker) natürlich ein ganz besonderes Wiedersehen. „Klar hätte ich mich gerne gezeigt und gegen Werder Bremen gespielt“, sagt Winkelmann gegenüber der DeichStube. Doch daraus wird dieses Mal nichts.
Werder Bremen-Ex-Talent Till Winkelmann wechselte zu US Lecce: U19-Jungprofi beim Testspiel im Zillertal nicht dabei
Während die Serie-A-Profis von US Lecce den weiten Weg nach Zell am Ziller auf sich nehmen (über 900 Kilometer Luftlinie!), bleibt Lecces U19 in Italien. Aus der Region Apulien (am „Absatz“ des italienischen Stiefels gelegen) ging es am Mittwoch ins Trainingslager nach Kalabrien, in den Ort San Giovanni in Fiore, ebenfalls im Süden des Landes. Dort dürfen in diesen Tagen Till Winkelmann und Co. schuften und sich auf die neue Saison vorbereiten. Das Spiel gegen Werder Bremen reizt das Talent trotzdem: „Wenn wir um die Uhrzeit kein Training haben, schaue ich mir das auf jeden Fall an. Ich bin auch gespannt, wie sich Joel macht, wenn er spielt.“ Gemeint ist Joel Imasuen aus der U23, der mit Werder ins Zillertal gereist ist: „Ich halte absolut viel von ihm, auch von seinem Spielstil – wir sind gut befreundet.“
2019 war Till Winkelmann aus der Jugend von Hannover 96 zu Werder Bremen gewechselt, durchlief an der Weser dann die U17 und U19, zuletzt kam er auch in drei Spielen der U23 in der Bremen-Liga zum Einsatz und schoss dabei vier Tore. Doch am 1. Februar, am Deadline Day des Transferfensters (so läuft der Tag bei Werder Bremen und Co.), war dann Schluss am Osterdeich, die US Lecce und das Abenteuer Italien riefen. „Ich denke, dass es für mich einfach Zeit wurde, dass ich meine Komfortzone verlasse, um den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen“, sagt Winkelmann. „Ich musste gar nicht so lange darüber nachdenken.“
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Talent Till Winkelmann wechselte von Werder Bremen nach Italien: „Profi-Perspektive in Lecce besser gegeben“
Für die Zukunft sah er in Italien größere Chancen als bei Werder Bremen: „Für mich war die Profi-Perspektive in Lecce einfach besser gegeben“, sagt Till Winkelmann. „Ich habe mehr Vertrauen von Lecces Seite aus gespürt.“ Bei den Süditalienern hat er nach eigener Aussage einen „Vertrag als Jungprofi“ unterschrieben. Seine ersten vier Monate mit 13 Einsätzen, einem Tor und drei Vorlagen verbucht er noch unter Eingewöhnungszeit. Jetzt will er mehr. „Mein Ziel ist es natürlich, eine erfolgreiche Saison mit meiner Mannschaft zu spielen, da möchte ich ein Führungsspieler sein und mich für Einsätze bei den Profis empfehlen.“
Noch hat er erst ein paar Mal bei den Stars aus der Serie A mittrainiert, im persönlichen Austausch mit Profi-Trainer Luca Gotti steht er bisher nicht. Doch der Kontakt zur ersten Mannschaft wächst bereits außerhalb des Rasens. „Zu den Profis ist die Verbindung relativ entspannt. Wir haben ein Restaurant, wo wir uns regelmäßig abends über den Weg laufen und ein bisschen quatschen“, sagt Till Winkelmann, der sehr bemüht ist, schnell Italienisch zu lernen. Er gibt sich viel Mühe, denn in Lecce ließe es sich auch längerfristig aushalten: „Das Leben in Apulien ist wunderschön – genau wie das Wetter und die Strände“, sagt er mit einem Lachen. „Fußball spielen ist tatsächlich ein bisschen anstrengender, aber daran gewöhnt man sich.“ (han)