Werder-Transfer-News

„Gleiche Vorstellungen über Spiel- und Arbeitsweise“: Werner-Wechsel von Werder zu Leipzig endgültig fix

Jetzt ist es offiziell: Ole Werner verlässt den SV Werder Bremen und wechselt als neuer Cheftrainer zu RB Leipzig. Die Transfer-Details und Reaktionen.

Bremen/Leipzig – Nun sind auch die allerletzten Zweifel beseitigt: Ole Werner verlässt endgültig den SV Werder Bremen und wird in der kommenden Saison bei Bundesliga-Konkurrent RB Leipzig an der Seitenlinie stehen. Das teilten die Sachsen am Dienstagmittag offiziell mit. „Ich freue mich sehr, ab sofort Cheftrainer von RB Leipzig zu sein“, erklärte der 37-Jährige, der einen Vertrag bis 2027 unterschrieb. „In den sehr detaillierten Gesprächen war sofort spürbar, dass es auf beiden Seiten die gleichen Vorstellungen über Spiel und Arbeitsweise gibt. Das hat es mir leicht gemacht, mich für diesen gemeinsamen Weg zu entscheiden.“

Der Transferpoker ist offiziell beendet: Ole Werner verlässt Werder Bremen und wechselt als neuer Cheftrainer zu RB Leipzig.

Werder Bremen-Wechsel von Trainer Ole Werner zu RB Leipzig perfekt – die Details

Es sind Worte, die aufhorchen lassen, denn genau in dieser Hinsicht war Ole Werner zuletzt beim SV Werder Bremen nicht mehr glücklich gewesen. Im Interview mit der DeichStube hatte der Mann aus Schleswig-Holstein unmittelbar nach dem Saisonende erklärt: „Ich weiß natürlich, dass gewisse Dinge hier nicht funktionieren, weil sie finanziell nicht umsetzbar sind.“ Ein großes Aber schob er jedoch direkt hinterher: „Für Profifußball-Verhältnisse bin ich schon eine lange Zeit hier. Im nächsten Sommer wären es viereinhalb Jahre. Wenn man da immer wieder neue Energie schaffen möchte, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder es müssen sich um einen Trainer herum Dinge verändern, oder irgendwann ist es an dem Punkt, wo es für alle gut ist, wenn sich auf der Position des Trainers etwas tut.“

Es dauerte nicht lang, dann tat sich etwas bei den Bremern. Werner teilte die Entscheidung mit, seinen ursprünglich bis 2026 laufenden Vertrag nicht zu verlängern, kurz darauf stellten die Verantwortlichen den Coach frei und verpflichteten Horst Steffen als Nachfolger. Schnell machte ein Leipziger Interesse an Ole Werner die Runde, nach einer längeren Hängepartie wurde der Transfer nun eingetütet. Werder Bremen erhält eine Ablöse, die deutlich unter den ursprünglich geforderten sechs Millionen Euro liegt, aber durch ausgehandelte Boni-Modelle noch ansteigen kann. Heißt: Je besser die Ostdeutschen in der kommenden Saison sportlich abschneiden, desto größer ist der finanzielle Betrag, der noch nachträglich überwiesen werden muss – nach Informationen der DeichStube sind es maximal 500.000 Euro. Darüber hinaus spart Werder das Gehalt von Ole Werner und dessen Assistenten Patrick Kohlmann sowie Tom Cichon ein, die ebenfalls nach Leipzig wechseln. Insgesamt sind auch das für die kommenden zwölf Monate noch einmal 2,5 Millionen Euro.

Nach langen Verhandlungen mit Werder Bremen: RB Leipzig präsentiert Ole Werner als neuen Trainer

RB Leipzig steht für einen mutigen und offensiven Spielstil mit Wiedererkennungswert, für ein professionelles und ambitioniertes Denken“, schwärmt Werner. „Der Club hat große Ziele und Ansprüche. Das sind genau die Parameter, die mich überzeugt haben und zu denen ich meinen Beitrag leisten möchte.“ Darauf setzen auch die Leipziger, für die somit eine langwierige Trainersuche ein Ende genommen hat – denn die allererste Wahl war Ole Werner nicht. Nach der Entlassung von Chefcoach Marco Rose im vergangenen März hatte interimsweise Zsolt Löw das Kommando übernommen. Eigentliche Wunschkandidaten wie Cesc Fabregas, Oliver Glasner, Sebastian Hoeneß oder Jacob Neestrup lehnten ab oder waren nicht verfügbar, weshalb umdisponiert werden musste.

„Ole ist ein junger, aufstrebender und äußerst ambitionierter Cheftrainer, der mit uns den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen wird“, lobt Marcel Schäfer, der als Geschäftsführer Sport bei RB Leipzig tätig ist. „Ole steht für eine klare Spielphilosophie, die er bei seinen Stationen in Kiel und Bremen erfolgreich auf den Platz gebracht hat: strukturierten Ballbesitzfußball, schnelles Umschalten nach Ballgewinn, ein sehr gutes Pressing, taktische Flexibilität sowie mutiges, engagiertes und kämpferisches Auftreten.“

Nach erfolgreifcher Zeit beim SV Werder Bremen: Ole Werner freut sich auf RB Leipzig

Mit dieser Marschroute hatte Ole Werner in knapp dreieinhalb Jahren eine konstante Erfolgskurve bei Werder Bremen vorzuweisen. Aus der 2. Bundesliga führte der gebürtige Preetzer das Team erst zurück ins Oberhaus, wo er dann dreimal in Folge sicher den Klassenerhalt schaffte und stets in der Tabelle besser abschnitt als im Vorjahr. In den vergangenen beiden Spielzeiten wurde jeweils nur knapp das europäische Geschäft verpasst, zuletzt reichte es für Rang acht – punktgleich mit RB Leipzig. „Wir sind überzeugt, dass er bereit für die nächste Stufe ist, und freuen uns sehr, nun mit ihm die Kaderplanungen weiter voranzutreiben“, sagt Marcel Schäfer. „Gemeinsam werden wir ab dem ersten Vorbereitungstag hart daran arbeiten, mit RB Leipzig zurück in die Erfolgsspur zu kommen.“

Und auch Ole Werner sehnt das Ende des Urlaubs bereits herbei: „Ich freue mich darauf, die Spieler und Mitarbeiter kennenzulernen und würde am liebsten sofort mit meinem Trainerteam loslegen“, erklärte der Ex-Bremer. „Man hat mir erzählt, wie viel Leipzig zu bieten hat – ich freue mich sehr auf diese tolle Stadt und die Menschen!“

Beim SV Werder Bremen brachte man die Fixmeldung des Transfers derweil kurz und knapp in fünf Sätzen auf der eigenen Internetseite unter. Auf Nachfrage der DeichStube erklärte Clemens Fritz noch: „Wir bedanken uns für die sehr gute Arbeit von Ole in den vergangenen dreieinhalb Jahren und wünschen ihm und seinem Trainerteam für die Zukunft alles Gute.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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