Zwist bei Werder-Remis

„Extrem ausgeflippt“: Werder-Kapitän Marco Friedl erklärt seinen Ärger über Amos Piepers folgenschweren Fehler

Werder Bremens Kapitän Marco Friedl hat sich im Spiel beim 1. FC Köln mächtig über das Gegentor zum 0:1 aufgeregt - und nach dem Spiel erklärt, warum!

Marco Friedl konnte sich kaum beruhigen. Noch eine Minute nach dem Gegentor regte sich der Kapitän des SV Werder Bremen gewaltig auf und gestikulierte immer wieder in Richtung Innenverteidiger-Kollege Amos Pieper. Dieser hatte in der elften Minute des Auswärtsspiels beim 1. FC Köln (1:1) einen Pass im Aufbauspiel zu ungenau in einen Raum zwischen gleich mehrere Bremer und in die Füße eines Gegenspielers gespielt, woraus in der Umschaltsituation das frühe Gegentor durch Linton Maina entstand. Und auch noch nach der Partie machte der Bremer Verteidiger aus seinem Frust über die Aktion keinen Hehl.

„Ich war extrem sauer auf Amos, aber nicht aus dem Grund, den man vielleicht denkt“, erklärte Marco Friedl. Vielmehr habe den Kapitän des SV Werder Bremen geärgert, dass die Szene komplett anders gelaufen sei als zuvor einstudiert. „Wir haben die ganze Woche etwas anderes trainiert. Wir haben trainiert, dass Arthur flach kommt und so die Wege für Mensah, den Linksverteidiger, sehr weit sind. Das war alles gegeben, und der Pass war grundsätzlich nicht schlecht, aber ich glaube, Chuki und Eren waren beide nicht bereit.“

Werder Bremens Kapitän Marco Friedl hat sich im Spiel beim 1. FC Köln mächtig über das Gegentor zum 0:1 aufgeregt - und nach dem Spiel erklärt, warum!

Werder Bremens Marco Friedl: „Deshalb bin ich extrem ausgeflippt, weil wir es anders besprochen hatten“

Für Marco Friedl war es deshalb ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. „Es war einfach ganz anders trainiert worden. Wenn du das die ganze Woche trainierst, darfst du so ein Tor nicht bekommen, weil außen alles frei ist“, sagte der Profi des SV Werder Bremen. Sein Ärger habe sich deshalb vor allem gegen die fehlende Abstimmung gerichtet: „Deshalb bin ich extrem ausgeflippt, weil wir es anders besprochen hatten.“

Cheftrainer Daniel Thioune zeigte im Anschluss Verständnis für die Reaktion von Marco Friedl, wollte Amos Pieper aber auch nicht an den Pranger stellen. „Marco ärgert sich über das Gegentor, das tue ich auch, das tun andere auch, aber Sie können sich sicher sein, dass Amos sich auch in dem Augenblick darüber ärgert“, sagte der Coach des SV Werder Bremen. Gleichzeitig betonte er: „Ich habe eine hohe Fehlertoleranz.“ Entscheidend sei für ihn, dass seine Spieler den Mut hätten, mit Überzeugung Lösungen zu suchen. „Wenn immer alles nach Plan läuft, dann wären wir nicht in diesem schönen Fußball unterwegs, wo halt auch mal Fehler bestraft werden.“

Und Amos Pieper selbst? Der 28-Jährige zeigte nach seinem Patzer und einer allgemein leicht fehlerbehafteten Anfangsphase eine deutliche Reaktion. Im zweiten Durchgang agierte er stabiler und war schließlich sogar entscheidend am Werder-Ausgleich beteiligt. Nach einer Ecke setzte sich Pieper im Kopfballduell stark durch und köpfte den Ball in Richtung Tor. Der Abpraller landete bei Niclas Füllkrug, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschob (69.). Ausgerechnet Pieper hatte damit seinen Anteil daran, dass Werder Bremen trotz des frühen Fehlers noch einen Punkt beim 1. FC Köln mitnahm. (bvo)

Rubriklistenbild: © Imago/Simon

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