Werder-Pleite gegen BVB
Nach „Fritz-und-Niemeyer-Raus-Banner“: So reagiert Werders Sportchef auf die Kritik an seiner Person
Während Werder Bremens 0:2-Pleite gegen den BVB kritisierten die Fans Clemens Fritz und Co. mit Bannern deutlich. So reagiert der Sportchef.
Die Botschaften waren nicht zu übersehen, erstreckten sie sich doch über weite Teile der Ostkurve. Und inhaltlich, da waren diese Botschaften nicht misszuverstehen. „Nichtabstieg = Mehr Glück als Verstand“, war während des Heimspiels des SV Werder Bremen gegen Borussia Dortmund (0:2) am Samstagnachmittag plötzlich auf einem großen Banner zu lesen. Auf einem anderen stand: „Vereinsführung, unsere Geduld ist nicht grenzenlos!“ Während ein weiteres sogar Köpfe forderte: „Fritz und Niemeyer raus!“ Die Fan-Seele, sie kocht also gewaltig am Osterdeich, was nach einem Jahr, in dem es die Bremer mehr der Schwäche dreier anderer Clubs, denn der eigenen Stärke zu verdanken hatten, dass sie nicht ins Unterhaus abstürzten, nur allzu verständlich ist. Und jetzt?
Deutliche Fan-Kritik an Clemens Fritz und Co.: So reagiert Werder Bremens Sportchef
„Also erstmal bin ich froh, dass die Saison vorbei ist“, sagte Sportchef Clemens Fritz, einer der Hauptadressaten der Fan-Kritik, „denn es war eine Saison zum Vergessen“. Dass sie ihn viel Kraft gekostet hat, war dem Ex-Profi am frühen Samstagabend anzusehen und anzuhören. „Wir hatten eine ganz andere Erwartungshaltung an uns selbst, und die haben wir nicht erfüllt.“ In den kommenden Tagen steht im Weserstadion nun die große Aufarbeitung an, die bereits begonnene Saisonanalyse soll zum Abschluss gebracht werden. „Wir werden dabei selbstkritisch und reflektiert miteinander umgehen. Nach so einer Saison gibt es auch nichts zu beschönigen“, betonte Fritz, der nach Informationen der DeichStube nach wie vor das Vertrauen des Aufsichtsrats genießt. Anders formuliert: Es wäre eine große Überraschung, sollte der 45-Jährige in der neuen Saison nicht mehr Sportchef des SV Werder Bremen sein. Dass es sich einige Fans anders wünschen – wie über die Banner während des Dortmund-Spiels dokumentiert – hat Fritz zur Kenntnis genommen.
„Für mich ist es total legitim, dass nach so einer Saison Kritik geäußert wird. Wir haben in diesem Jahr Fehler gemacht und werden das ehrlich aufarbeiten“, sagte Clemens Fritz, der als eines der Hauptprobleme die lahme Offensive des SV Werder Bremen benannte: „Wir haben insgesamt neun Stürmertore geschossen. Das reicht einfach nicht.“ Werder und damit auch er selbst, so betonte es Fritz, „haben einiges an Arbeit vor uns“. Kritik könne jeder gerne äußern, „damit kann ich umgehen“. Er habe einen großen Anspruch an sich selbst, versicherte Fritz und gab bereits am letzten Spieltag der alten Spielzeit das über allem stehende Motto für die kommende aus: „Noch so eine Saison darf nicht passieren.“ (dco)
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