Werder-Profi weiter verletzt
Verletzungspech statt Fehleinschätzung: Warum Werder Wöber nicht fallen lässt
Dauerverletzt: Ist Werder Bremen mit der Ausleihe von Maximilian Wöber ein zu großes Risiko eingegangen? Wie Peter Niemeyer die Situation einordnet!
Bremen – Der Vergleich liegt aktuell nahe und kommt angesichts der angespannten Stimmung rund um den SV Werder Bremen schnell auf. Nachdem im Januar zunächst das vorzeitige Saisonaus von Victor Boniface aufgrund schwerwiegender Knieprobleme bekannt wurde, verließ mit Naby Keita kurz darauf ein weiterer Dauerpatient der vergangenen Jahre den Verein. Beide Personalien stehen sinnbildlich dafür, dass die Grün-Weißen bei großen Namen zwar berechtigte Hoffnungen hegten, zugleich aber auch erhebliche Risiken eingingen – Risiken, die sich am Ende nicht auszahlten. Auf den ersten Blick lässt sich derzeit auch Maximilian Wöber in diese Kategorie einordnen – allerdings eben nur auf den ersten Blick, wie Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer gegenüber der DeichStube klarstellt: „Max’ aktuelle Verletzung hat nichts mit seinen Knieproblemen aus der Vergangenheit zu tun. Seine Situation ist daher nicht mit der von Victor zu vergleichen.“
Werder Bremens Peter Niemeyer vor Spiel bei Bayer Leverkusen: „Maximilian Wöber wird uns in dieser Woche nicht zur Verfügung stehen“
Oder anders gesagt: Die Verantwortlichen des SV Werder Bremen wehren sich gegen die Darstellung, auch bei Maximilian Wöber ein zu hohes Risiko aufgrund seiner Verletzungshistorie eingegangen zu sein. Zur Wahrheit gehört, dass im Gegensatz zu Boniface – bei dem die Knieproblematik bereits vor der Verpflichtung bekannt war – Wöber von Mitte August bis Anfang Dezember aufgrund eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel ausfiel. Diese Verletzung stand in keinem Zusammenhang mit seinen früheren Knie-Operationen, sondern war die Folge eines schweren Pferdekusses im Training, der dafür sorgte, dass der Muskel in der Folge langsam abriss.
Nachdem sich der gebürtige Wiener mühsam zurück ins Mannschaftstraining gearbeitet hatte, warf ihn sein 45-minütiger Comeback-Einsatz im Testspiel gegen den FC St. Pauli Anfang Januar erneut zurück. Aktuell fehlt der 27-jährige Österreicher aufgrund muskulärer Probleme. „Er wird uns in dieser Woche nicht zur Verfügung stehen“, sagt Peter Niemeyer mit Blick auf das anstehende Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen bei Bayer Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker). Eine Rückkehr in der kommenden Woche ist zwar nicht ausgeschlossen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht seriös prognostizieren.
Das Kernproblem bei Maximilian Wöber besteht darin, dass sein Körper nach Belastungen derzeit zu lange benötigt, um vollständig zu regenerieren und anschließend wieder bereit für neue Reize zu sein. Ein Zustand, der alle Beteiligten zunehmend frustriert – insbesondere den Spieler selbst, der weiterhin auf seinen ersten Bundesligaeinsatz im Trikot des SV Werder Bremen wartet. „Die Situation tut mir für Max extrem leid. Er hat sich bei uns viel vorgenommen, wird aber immer wieder zurückgeworfen“, betont Peter Niemeyer.
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Dabei würden den Bremern nicht nur die fußballerischen Qualitäten des 31-fachen österreichischen Nationalspielers guttun, sondern auch seine Führungsstärke auf dem Platz. Bislang bleibt jedoch der Eindruck, dass sich die Leihe von Leeds United, die noch bis zum Sommer läuft und eine Kaufoption beinhaltet, sportlich für alle Beteiligten nicht ausgezahlt hat. Aufgeben oder das Kapitel vorzeitig beenden wollen die Verantwortlichen bei Werder Bremen aber keineswegs. Intern besteht weiterhin die Hoffnung, dass Maximilian Wöber in dieser Saison noch zu einem wichtigen Faktor werden kann. „Wir tun alles dafür, damit er uns so schnell wie möglich wieder beschwerdefrei helfen kann“, macht Peter Niemeyer deutlich. (bvo)
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