Vor Freiburg-Spiel
Erst Party bis 2.30 Uhr, dann großer Auftritt im Weserstadion: Werder feiert seine Pokalhelden von 1999
25 Jahre nach dem Triumph: Der SV Werder Bremen hat vor dem Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg seine DFB-Pokalsieger von 1999 im Weserstadion geehrt. So lief‘s!
Bremen - Das Weserstadion kennen sie alle. In- und auswendig sogar. Schließlich war es einst jahrelang ihr Arbeitsplatz. Und auch wenn die meisten von ihnen längst nicht mehr regelmäßig am Osterdeich zu sehen sind, wurden sie von den Fans des SV Werder Bremen nicht vergessen. Ganz im Gegenteil! Schließlich haben die Männer 1999 für etwas Großes gesorgt - und den DFB-Pokal sensationell nach Bremen geholt. Kurz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg (im DeichStube-Liveticker) hat der SV Werder seine Helden von einst geehrt - 25 Jahre nach dem großen Triumph.
Vor Bundesliga-Spiel gegen SC Freiburg: Werder Bremen feiert seine DFB-Pokal-Sieger von 1999
Ob Trainer-Legende Thomas Schaaf, Spielmacher Andreas Herzog, Antreiber Torsten Frings, Abräumer Jens Todt oder Torhüter Frank Rost - sie alle sowie viele andere Gesichter aus der Klasse von 1999 waren für das Wochenende nach Bremen gekommen, um den Triumph von einst Revue passieren zu lassen. Nach einem gemeinsamen Essen am Freitagabend wurden die Ex-Profis am Samstag vor dem Freiburg-Spiel auf großer Bühne abgefeiert. „Es ist einfach schön, die alten Kollegen nach so langer Zeit mal wieder zu sehen“, sagte Todt - und berichtete: „Freitag hatten wir eine ganz tolle Party, bis 2.30 Uhr saßen wir zusammen.“ Eines der Hauptthemen dabei, wenig überraschend: das große Spiel vom 12. Juni 1999, als Werder Bremen für eine faustdicke Überraschung sorgte.
Vor dem Finale gegen den FC Bayern München galten die Bremer damals als krasser Außenseiter, was beinahe noch vorsichtig ausgedrückt ist. In einer turbulenten Bundesliga-Saison hatte die Mannschaft erst kurz zuvor den Klassenerhalt perfekt gemacht - unter dem jungen Interimstrainer Thomas Schaaf, der auf dem Höhepunkt der Krise von den Amateuren zu den Profis befördert wurde, wo er Felix Magath ablöste. „Es war ein hartes Jahr für uns“, erinnerte sich Herzog, womit er einerseits die brisante sportliche Situation, und andererseits mit einem Augenzwinkern das beinharte Training unter Magath meinte: „Torsten Frings schwitzt heute noch, wenn er über Felix spricht.“
Werder Bremen-Legende Andreas Herzog trifft sich mit Pokalhelden von 1999 - und österreichischen Landsleuten
Nach der Rettung in der Liga gelang Schaaf mit seinem neuen Team dann der ganz große Wurf. Im Finale rang Werder Bremen die Bayern mit 6:5 nach Elfmeterschießen nieder - zum Mann des Abends avancierte Torhüter Frank Rost, der zunächst selbst traf und dann den entscheidenden Versuch von Lothar Matthäus parierte. Womit der einzige Bremer Fehlschuss von Todt nicht mehr wichtig war. „Ich hatte jetzt 25 Jahre Zeit, um meinen verschossenen Elfmeter zu verarbeiten. Das ist mir ganz gut gelungen“, scherzte Todt, der inzwischen als Berater in der Fußballbranche tätig ist.
Für Andi Herzog kam es derweil kurz vor dem großen Auftritt der Pokalhelden auf dem Rasen sogar noch zu einem weiteren Klassentreffen - einem rein österreichischen. Sowohl die Freiburger Profis Michael Gregoritsch, Philipp Lienhart und Junior Adamu als auch Werder Bremens Romano Schmid begrüßten den 56-Jährigen in den Katakomben herzlich. Nach seiner Zeit als Assistenztrainer von Südkorea genießt Herzog aktuell die Zeit mit seiner Familie in Wien. (dco/kni)