Werder-Profi bald Nationalspieler?
Bereit für die große Bühne: Agu bei Werder Bremen immer wichtiger – nun winkt das Nigeria-Debüt
Bekommt Werder Bremen bald den nächsten Nationalspieler? Felix Agu hatte nach Informationen der DeichStube erstmals Kontakt zum nigerianischen Verband.
Bremen – Ghana wartet. Jamaika auch. Und der karibische Inselstaat Trinidad und Tobago ebenfalls. Ende Mai steigt in London der sogenannte Unity Cup, ein Einladungsturnier mit vier Nationalmannschaften – und komplettiert wird das Feld mit der Auswahl Nigerias. Das ist insofern auch für den SV Werder Bremen von Bedeutung, weil dann möglicherweise ein eigener Profi sein Debüt für die West-Afrikaner geben wird: Felix Agu. Durch seine guten Leistungen an der Weser hat sich der 25-Jährige ins Blickfeld der „Super Eagles“ gespielt. Nach Informationen der DeichStube gab es kürzlich erstmals direkten Kontakt zwischen dem nigerianischen Fußballverband und der Spielerseite. Eine offizielle Einladung steht zwar noch aus, aber nach derzeitigem Stand sieht es ganz gut aus, dass es demnächst klappen könnte.
Agu würde dabei auch von der besonderen Terminierung des Turniers profitieren. Etliche erfahrene Profis im nigerianischen Kader sind zu diesem Zeitpunkt noch bei ihren Vereinen gefordert, für Werder Bremen endet die Bundesliga-Saison jedoch bekanntlich am 17. Mai. Eine gute Gelegenheit für Felix Agu also, um vor dem wohlverdienten Urlaub noch in England ein spezielles Erlebnis mitzunehmen – wenn denn tatsächlich die Nominierung durch Nationaltrainer Eric Chelle hereinflattert. Bereit wäre der gebürtige Osnabrücker jedenfalls, wie er schon mehrfach betont hat. Am liebsten an der Seite seines Freundes und Werder-Kollegen Justin Njinmah, der ebenfalls über die deutsche sowie nigerianische Staatsangehörigkeit verfügt. „Es wäre schon ein Traum, zusammen für Nigerias Nationalmannschaft aufzulaufen“, meinte Agu jüngst. „Aber da fehlt noch ein kleines Stück. Um eingeladen zu werden, muss man dauerhaft performen.“
Werder Bremens Felix Agu auf dem Sprung zum Nationalspieler: „Es wäre ein Traum für Nigeria aufzulaufen“
Genau das tut der flexibel einsetzbare Flügelspieler seit geraumer Zeit in Bremen. 19 Ligapartien hat er in dieser Saison bestritten, 18 davon als Teil der Startelf. Dass er von November bis Ende Januar mit Außenbandproblemen nach einem Zusammenprall im Kiel-Spiel zu kämpfen hatte, warf Felix Agu überhaupt nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: Trotz Konkurrenten wie Derrick Köhn oder Issa Kaboré war er schnell wieder die verlässliche Größe auf der Außenbahn, die sich Trainer Ole Werner gewünscht hat. „Es war von Anfang der Saison an mein Anspruch, dass ich hier Stammspieler sein möchte“, erzählte Agu nun im Nachgang des St.-Pauli-Spiels. „Ich war dann leider wieder ein paar Monate raus, aber auch da habe ich mir eigentlich keine Sorgen gemacht, dass es jetzt nicht mehr mit der Spielzeit klappen würde. Ich wusste, dass wenn ich wieder zu meiner vollen Stärke komme, dann auch die Einsätze kommen würden.“
Diese Selbstverständlichkeit hat dazu geführt, dass Werder Bremens Verantwortliche eigentlich recht beruhigt auf die Erstbesetzung auf den beiden Flügeln schauen können. Agus Pendant Mitchell Weiser stellt auf der rechten Seite zwar einen anderen Spielertypen dar, ist aber ebenso ein Fixpunkt im Bremer Spiel, der für die Zukunft fest eingeplant ist. Was beide Profis eint: Erst im vergangenen Jahr haben sie ihre jeweiligen Verträge am Osterdeich verlängert. Und an dieser Stelle wird es etwas knifflig. Zuletzt hatte es jedenfalls Meldungen gegeben, dass in Agus Arbeitspapier, das noch bis 2027 läuft, eine Ausstiegsklausel eingebaut ist, die es dem Spieler ermöglicht, den Verein für eine kolportierte Ablösesumme von acht bis zehn Millionen Euro vorzeitig zu verlassen. „Ich habe die Nachricht natürlich auch mitbekommen“, sagte Felix Agu lächelnd, der aber auch darauf hinwies, sich bislang keinerlei Gedankenspielen bezüglich seiner Zukunft hinzugeben. „Es geht für mich darum, dass wir jetzt mit Werder das bestmögliche Ergebnis in dieser Saison erreichen.“
Wechsel oder Verbleib: Felix Agu träumt von der großen Bühne - mit Werder Bremen?
Ausgeschlossen ist es deshalb natürlich nicht, dass demnächst der eine oder andere Club anklopft, um auszuloten, welche Wechselchancen es gibt. Aktuell ist es nach Informationen der DeichStube noch ruhig in dieser Hinsicht, hier und da existiert loses anstelle von konkretem Interesse. Im Fußball kann sich das aber bekanntlich schnell ändern – vor allem dann, wenn Felix Agu weiterhin konstant bei Werder Bremen überzeugt und sich womöglich bald auch nigerianischer Nationalspieler nennen darf. „Ich fühle mich sehr wohl hier. Ich mag die Mannschaft, ich mag den Verein“, betont der Rechtsfuß. Entscheidet am Ende womöglich das Thema Europa darüber, ob Agus Weg bei Werder weiter oder doch zu Ende geht? „Für jeden Fußballer ist es ein Traum, irgendwann einmal international zu spielen – dass man mal unter der Woche auch unter Flutlicht spielen kann. Nicht nur im Pokal, sondern auch auf internationaler Bühne. Aber wie kurzfristig das jetzt sein soll…“ Den letzten Satz ließ Agu unbeantwortet, erklärte stattdessen: „Es wäre natürlich schön, wenn wir es hier erreichen. Dafür arbeiten wir.“ (mbü/mwi)
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