Vor Werder gegen Darmstadt

„Es ist kein Zeichen von Schwäche, als Kapitän zurückzutreten“: Die DeichBlick-Kolumne von Ex-Werder-Spieler Felix Kroos

Die DeichBlick-Kolumnisten (v.l.n.r): Fin Bartels, Jurica Vranjes, Torsten Frings, Felix Kroos, Nils Petersen und Ivan Klasnic schreiben über den SV Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten (v.l.n.r): Fin Bartels, Jurica Vranjes, Torsten Frings, Felix Kroos, Nils Petersen und Ivan Klasnic schreiben über den SV Werder Bremen.

Von Felix Kroos. Der Sieg gegen Köln war natürlich sehr wichtig und auch verdient. Die nächsten Wochen werden dennoch nicht so ganz einfach für Werder Bremen.

Der Umbruch ist zwar gar nicht so groß, er kam aber sehr spät. Außerdem hat in Niclas Füllkrug das Gesicht der Mannschaft den SV Werder Bremen verlassen. Ich sehe da aktuell keinen Spieler, der diese Rolle einnehmen kann. Deswegen muss diese Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt werden. Da ist die Mannschaft gerade in der Findungsphase – und das sieht man ihr auch auf dem Platz an. Man spürt eine leichte Verunsicherung und der Teamgeist bewegt sich auch noch nicht auf dem Niveau der Aufstiegssaison oder der vergangenen Hinrunde.

Eigentlich wäre das eine Sache für den Kapitän, aber Marco Friedl kommt aktuell nicht als starker Kapitän rüber. Er hat sportlich viel mit sich selbst zu tun. Ich möchte hier nicht mit schlauen Ratschlägen um die Ecke kommen, aber gerne etwas aus meiner eigenen Karriere erzählen.

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Ex-Werder-Bremen-Profi Felix Kroos über das Kapitänsamt: „Ich habe mich nicht mehr frei auf dem Platz gefühlt“

Ich war zwei Jahre lang Kapitän bei Union Berlin und habe dann 2018 gespürt, dass mir die Binde nicht mehr geholfen hat, sondern eher im Gegenteil: Es war in einer durchwachsenen Saison viel auf mir abgeladen worden. Ich habe mich nicht mehr frei auf dem Platz gefühlt. Da bin ich dann im Sommerurlaub zu der Entscheidung gekommen, dass es für mich, aber auch für die Mannschaft besser ist, wenn ich die Binde weiterreiche. Ich habe aber auch gesagt, dass ich weiter Verantwortung übernehmen werde. Deswegen war das für mich auch kein Zeichen von Schwäche, als Kapitän zurückzutreten. Von außen kam da auch nichts in diese Richtung. Ich finde schon, dass ich danach wieder befreiter gespielt habe. Und was will ich sagen: Am Ende der Saison sind wir aufgestiegen! Vielleicht hat auch meine Entscheidung damals dazu beigetragen.

Für Werder Bremen geht es am Sonntag zum nächsten Aufsteiger nach Darmstadt. In solchen Spielen tut sich die Mannschaft gerne schwer – siehe Heidenheim. Die Ergebnisse sagen zwar etwas anderes, aber ich finde schon, dass der SV Darmstadt 98 in der Liga angekommen ist. Das wird eine harte Nummer. Trotzdem muss es Werders Anspruch sein, dort zu gewinnen oder zumindest einen Punkt zu holen, um weiter in Ruhe den Umbruch hinzubekommen.

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