Österreicher hat viel Spaß in der Vorbereitung
Kainz' Weg zum Führungsspieler
Zell - Für Florian Kainz könnte es gerade kaum besser laufen. Als Österreicher in Österreich ist es immer schön, dazu gelang ihm im Training in Zell am Ziller ein Traumtor – und beim Testspiel durfte er das Werder-Team als Kapitän auf den Platz führen.
„Ich fühle mich schon als wichtiger Spieler in der Mannschaft“, sagt der 25-Jährige, der sich für die neue Saison viel vorgenommen hat: „Ich möchte noch effektiver sein. Ich will mehr Tore schießen und mehr Assists machen.“ Zwei Jahre lang stürmt Kainz nun schon für Werder. In seiner ersten Saison gelangen ihm in 14 Bundesligaspielen zwei Tore und drei Assists. In der vergangenen Spielzeit traf er einmal mehr, die Zahl der Vorlagen blieb gleich. Dafür war er in 30 Partien dabei. Letzteres macht ihn zufrieden, die Ausbeute dagegen nicht. Da will er unbedingt an sich arbeiten.
„Ich möchte mir selbst mehr Torchancen erarbeiten – durch Laufwege oder durch Dribblings“, erklärt Kainz und ist mit seiner Analyse längst noch nicht fertig. Da sei diese Situation, wenn er vor einem Abwehrspieler stehe. „Dann spiele ich meistens ab“, sagt Kainz. Vielleicht sei es aber auch mal besser, den Abschluss zu wagen und zu hoffen, dass der Ball durchgeht oder unhaltbar abgefälscht wird. „Ich will nicht sagen, dass ich egoistischer sein muss, aber ich sollte trotzdem manchmal einfach selbst abschließen“, findet Kainz, schränkt aber sogleich ein: „Zuerst geht es um den Erfolg der Mannschaft. Deshalb werde ich jetzt nicht aus allen Lagen schießen, nur um ein Tor zu machen.“
Im einem Trainingsspiel war er allerdings schon sehr mutig, riskierte einen Versuch von der Mitte – und hatte Erfolg. „Vielleicht war das so eine Situation, in der man sich einfach mal trauen muss“, sagt Kainz und grinst. Natürlich weiß er: „So oft wird das wohl nicht wieder vorkommen.“ Ein Traumtor eben, das er möglicherweise einem ehemaligen Teamkollegen zu verdanken hat: Serge Gnabry. „Ihm ist das letzte Saison für Hoffenheim gelungen. Vielleicht habe ich ja an ihn gedacht, er hatte schließlich an dem Tag Geburtstag“, erinnert sich Kainz und lacht.
Der Österreicher ist in den zwei Jahren bei Werder viel lockerer geworden. Die Rolle des Lehrlings, der aus der kleinen Bundesliga in Österreich in die große Bundesliga nach Deutschland kam, hat er längst abgelegt. Er will mehr Verantwortung übernehmen, endgültig zum Führungsspieler reifen. Deswegen hat er sich auch ziemlich gefreut, dass er die Werder-Elf beim Testspiel gegen FK Pribram als Kapitän aufs Feld führen durfte. „Es war schon cool, die Binde zu tragen“, gesteht Kainz: „Ich habe versucht, den jungen Spielern zu helfen.“
Kainz wünscht sich einen guten Saisonstart
Dass er überraschend in dieser jungen Mannschaft und anschließend nicht mit den erfahreneren Kollegen im zweiten Test gegen den MSV Duisburg dabei war, stört ihn nicht. „Wir sind noch am Anfang der Vorbereitung. Das hat nichts zu sagen.“ Es sei noch viel zu früh, über seine Chancen im Konkurrenzkampf im Angriff und dabei speziell auf den Außenbahnen zu sprechen. „Keiner weiß doch, wer noch geht, wer noch kommt“, sagt Kainz und urteilt: „Wenn du bei Werder spielst, dann hast du einfach starke Konkurrenten.“
Und diesmal soll das auch zu Saisonbeginn zu sehen sein. Kainz wünscht sich im dritten Jahr endlich mal einen guten Start. Auch deswegen hat ihn der späte Ausgleich im Test gegen Pribram so geärgert. „Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen.“ Das sei der neue Anspruch bei Werder, dafür werde hart gearbeitet – auch taktisch. „Wir wollen als Mannschaft einfach unberechenbarer sein.“ Kainz selbst natürlich auch.
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