Werders Interimstrainer

Kohfeldt in alles eingeweiht

Florian Kohfeldt verrät, dass er weiß, wer die übrigen Trainerkandidaten bei Werder sind.
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Florian Kohfeldt verrät, dass er weiß, wer die übrigen Trainerkandidaten bei Werder sind.

Bremen - Florian Kohfeldt ist weiterhin für Werder Bremen als Cheftrainer verantwortlich - wie lange das noch so ist, weiß der 35-Jährige allerdings selbst nicht.

In einer Medienrunde hat er am Mittwoch erklärt, wie er mit seiner ungeklärten Zukunft umgeht und wie eng der Austausch mit Sportchef Frank Baumann in der Trainerfrage ist. „Ich habe Franks Nummer, aber es ist jetzt nicht so, dass ich ihn jede halbe Stunde anrufe und frage, wie es aussieht“, scherzte Kohfeldt, der erneut einen sehr aufgeräumten und entspannten Eindruck machte. Gemeinsam mit Baumann würde er in einem „engen und offenen Austausch“ über die Trainerfrage sprechen.

Kohfeldt kennt seine Konkurrenten

So hat Kohfeldt dem Sportchef bereits erklärt, welche Ideen er mit der Mannschaft für die Zukunft hat. Baumann wiederum spielt dem Interimscoach gegenüber auch mit offenen Karten. „Ich weiß darüber Bescheid“, sagte Kohfeldt auf die Frage, ob er wisse, welche Kandidaten neben ihm noch im Rennen um den Trainerposten sind. Auch über die Schweiz-Reise des Sportchefs war Kohfeldt vorher informiert worden.

Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern

Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23.
Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23. © gumzmedia
Viktor Skripnik, Florian Kohfeldt und Torsten Frings
Im Oktober 2014 wurde Skripnik nach der Entlassung Robin Dutts Cheftrainer bei den Profis. Seine Co-Trainer bei der U23, Kohfeldt und Torsten Frings, folgten ihm in die Bundesliga. © Gumz
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank.
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank. © gumzmedia
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück.
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Seit Oktober 2016 ist er dort als Trainer tätig und schaffte in der Saison 2016/17 den Klassenerhalt. © Gumz
Nach der Entlassung von Alexander Nouri am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer.
Nach der Entlassung von Alexander Nouri am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Kohfeldt genießt bei Werder eine sehr hohe Wertschätzung. „Er kann Spieler weiterentwickeln. Er hat eine klare Ansprache. Er ist ein intelligenter, junger, innovativer Trainer“, lobte Sportchef Frank Baumann nach Kohfeldts Beförderung. © Gumz
Florian Kohfeldt
Zwar setzte Kohfeldt in seinem ersten Erstliga-Spiel als Cheftrainer mit Werder neue Impulse, das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ging durch ein spätes Gegentor trotzdem mit 1:2 verloren. © Gumz
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause.
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hatte Erfolg, wurde fest als Cheftrainer installiert und führte Werder aus der Abstiegszone in der Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt
Anfang April 2018 unterschrieb Kohfeldt einen Vertrag bei Werder bis 2021. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt blieb in der Saison 2017/2018 in allen zwölf Heimspielen als Cheftrainer ungeschlagen. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hat Werder eine neue Handschrift und Mentalität verpasst. Mit ihm soll es nun wieder dauerhaft aufwärts gehen. © Gumz
Der DFB verleiht Florian Kohfeldt den „Trainerpreis des deutschen Fußballs 2018“. Der „Trainer des Jahres 2018“ begeistert nicht nur an der Weser.
Der DFB verleiht Florian Kohfeldt den „Trainerpreis des deutschen Fußballs 2018“. Der „Trainer des Jahres 2018“ begeistert nicht nur an der Weser. © imago images/Jan Huebner
Der Chef bleibt an Bord - Ende Juli hat Florian Kohfeldt seinen Vertrag bei Werder Bremen vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert.
Der Chef bleibt an Bord - Ende Juli 2019 hat Florian Kohfeldt seinen Vertrag bei Werder Bremen vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert. © gumzmedia

Keine Frage: Es ist eine schwierige Situation für den jungen Trainer. Er bereitet die Mannschaft in diesen Tagen auf das Heimspiel gegen Hannover 96 vor - ohne zu wissen, ob er dann überhaupt noch für sie verantwortlich ist. Da wäre es nur verständlich, wenn Kohfeldt sich eine schnelle Entscheidung des Vereins wünschen würde. Das tut er aber nicht. „Ich halte es für genau richtig, sich in dieser Sache Zeit zu lassen und sorgsam zu entscheiden“, betonte er. Dass Baumann ihn ständig über den aktuellen Stand der Dinge informiere, wertet Kohfeldt zudem als „Höchstmaß an Vertrauen“.

Insgesamt war es ein demütiger, aber auch entschlossener Auftritt, den Kohfeldt vor den Journalisten hingelegt hat. Er wirkte, als ob ihm bewusst sei, dass er nichts zu verlieren habe. Schlimmstensfalls geht es für ihn eben wieder zurück in die U23 - und auch diesen Posten hatte Kohfeldt unlängst als „Traumjob“ bezeichnet. Bei aller Zurückhaltung, bei allem Verständnis für den Verein - etwas Eigenwerbung betrieb der 35-Jährige auf wiederholte Nachfrage dann doch noch. „Wenn ich mir die Aufgabe nicht zutrauen würde, hätte ich es Frank Baumann längst sagen müssen“, erklärte er: „Und das habe ich nicht getan.“

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