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Zell - Das „Schulhaus“ hat mit einer Schule wirklich überhaupt nichts zu tun. Hier kann getafelt werden, Tafeln fehlen dagegen. Werder Bremen hat in das Restaurant hoch am Berg in Zell am Ziller eingeladen. Das Bilanzgespräch des Trainingslagers in Zell am Ziller steht an.
Es gibt Schnitzel und Radler, in der Hauptsache wird Trainer Florian Kohfeldt reden. Über den Erfolg der zehn Tage im Zillertal. Er musste das schon vor dem abschließenden Testspiel gegen den 1. FC Köln am Freitag (18.00 Uhr) machen, der Zeitplan lässt es nicht anders zu.
Kohfeldt schickt Videobotschaft ans Schützenfest
Schon am Samstagvormittag geht es weiter nach Essen, wo Werder am Nachmittag ein Blitzturnier bestreitet. Terminstress für alle. Auch für Florian Kohfeldt. Doch das war für den Coach in den Tagen in den Bergen nie anders. Sein Kalender war proppevoll – und das nicht nur wegen des umfangreichen Trainingsprogramms, das vor- und nachbereitet werden muss. Kohfeldt war gewissermaßen omnipräsent, fand auch für außergewöhnliche Wünsche Zeit.
So schickte er eine Videobotschaft ans Schützenfest nach Twistringen. Wer macht das schon, wenn er eigentlich bis über beide Ohren in Arbeit steckt? Er traf sich zu einem Gedankenaustausch mit dem Aufsichtsrat, er stand den mitgereisten Fans in einer Talkrunde Rede und Antwort, er besuchte die Sponsoren, er drehte up‘n Berg eine Folge „Up‘n Swutsch“ und er erfüllte Interviewwünsche der Medien sowie Autogrammwünsche der Fans. Immer mit einem Lächeln, nie abweisend, stets freundlich. Wie macht er das nur?
Ganz einfach: Was andere für Stress halten, ist für ihn „ein Traumjob“, hat er nach wenigen Tagen im Zillertal erklärt: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier viel arbeite. Ich bin viel unterwegs, aber als Arbeit im eigentlichen Sinn interpretiere ich das nicht.“ Der Glückliche. Dabei hetzt er durch die meisten Tage. Die Priorität dabei ist aber klar: Erst die Mannschaft, erst die Trainingsarbeit, dann der Rest. „Da darf es keine Abstriche geben. Danach gucke ich, was wichtig für den Verein ist, und das mache ich.“
Im „Schulhaus“, von wo aus man einen herrlichen Blick in das Zillertal genießen kann, war eine Stunde Medienarbeit veranschlagt – inklusive Schnitzelessen. Es war aber auch die Gelegenheit, kurz das Panorama zu genießen. Und auch ein bisschen die Gesprächsrunde. Man nimmt es Kohfeldt einfach ab, wenn er zu solchen Terminen mit den Journalisten sagt: „Es ist doch nett, mit euch zu plaudern.“