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Bremen – Josh Sargent stand in der Arena von Sinsheim schon zur Einwechslung bereit. Doch plötzlich ging nicht der US-Amerikaner für Johannes Eggestein auf den Platz, sondern Sebastian Langkamp.
Es hieß bei Werder also nicht mehr Stürmer für Stürmer, sondern Verteidiger für Stürmer. Bei einer 1:0-Führung kurz vor Schluss eine Normalität in der Bundesliga, nicht so bei Werder-Coach Florian Kohfeldt. Der hasst das, wurde sich aber am Samstag gegen Hoffenheim erstmals untreu, wie er am Montag vor Kollegen bei der Fortbildung des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer im Weserstadion verriet.
Kohfeldts Plan ging auf
„Es war wahrscheinlich das erste Mal, dass ich das gemacht habe“, erzählte Kohfeldt: „Josh war schon an der Bank. Dann haben wir kurz überlegt und entschieden: Lieber die Sicherung einwechseln, um das 1:0 über die Zeit zu bringen.“ Also kam der erfahrene Abwehrspieler Langkamp statt des jungen Stürmers Sargent aufs Feld. Der Plan ging auf, Werder rettete den Vorsprung ins Ziel und darf weiter von Europa träumen.
Am letzten Spieltag der Rückrunde hatte das noch ganz anders ausgesehen. Werder war nach einem 0:2-Rückstand in Leipzig noch zum Ausgleich gekommen. Der Punkt bei einem Spitzenteam hätte den Bremern so kurz vor Weihnachten ganz gut gestanden, doch Kohfeldt wollte ihn nicht sichern, sondern mehr.
Er wechselte Angreifer Claudio Pizarro für Mittelfeldspieler Davy Klaassen ein. Leipzig machte noch das 3:2 – und Kohfeldt musste seine Vorgehensweise verteidigen. Zu seinen Erklärungen gehörte auch, sich möglichst nie nur zurückzuziehen. Außerdem könnten defensive Einwechslungen der Mannschaft das falsche Signal geben, ihr vielleicht sogar Angst machen. Deshalb denkt Kohfeldt immer offensiv. Gegen Hoffenheim machte er eine Ausnahme. Mal schauen, wie er reagiert, wenn Werder am Samstag kurz vor Schluss gegen Leipzig knapp führen sollte.