„Eher froh, nicht dort zu sein“
„Sommermärchen“ trotz „Schleier“? Werder-Trainerin und TV-Expertin Kromp blickt mit gemischten Gefühlen auf die WM
Fritzy Kromp, Frauen-Trainerin des SV Werder Bremen, ist bei der WM 2026 als TV-Expertin des ZDF im Einsatz. Sie hofft auf ein Sommermärchen - warum sie dennoch froh ist, nicht vor Ort zu sein.
Ein paar Tage konnte sie durchschnaufen. Nach Saisonende in der Bundesliga hat sich Friederike „Fritzy“ Kromp einen Urlaub in Griechenland gegönnt. Ansonsten läuft die Frauen-Trainerin des SV Werder Bremen nicht gerade Gefahr, dass ihr im Sommer langweilig wird. Nach kräftezehrender Spielzeit organisiert die 41-Jährige aktuell federführend einen umfassenden Kader-Umbruch der Werder-Frauen und plant die Vorbereitung zur nächsten Runde. Und dann ist da noch die Weltmeisterschaft. Als TV-Expertin des ZDF begleitet sie das Großereignis, auf das sie mit gemischten Gefühlen blickt.
Werder Bremen-Trainerin und ZDF-TV-Expertin Fritzy Kromp hofft auf Sommermärchen - aber sieht die WM auch kritisch
„Ich freue mich vor allem darauf, dass es wieder eine Weltmeisterschaft im Sommer gibt. Bei der letzten im Winter in Katar war es immer dunkel und kalt“, sagt Fritzy Kromp im Gespräch mit der DeichStube. „Das war sehr merkwürdig, da ist keine richtige Stimmung aufgekommen, auch wenn die Spiele toll waren. Da denke ich nicht gern dran zurück.“ Jetzt setzt sie auf eine schönere Atmosphäre – und darauf, „dass es wieder ein Sommermärchen geben kann“.
Sie selbst verfolgt das Turnier in einem Fernsehstudio in Berlin, zumindest an acht Sendetagen, an denen sie für das ZDF als Teil eines Expertenteams gemeinsam mit den Ex-Profis Per Mertesacker und Christoph Kramer im Einsatz ist. Der Aufwand sei „überschaubar“, sagt Fritzy Kromp. Viel mehr wäre wegen der umfangreichen Aufgaben bei Werder Bremen wohl nicht drin, viel mehr muss es für die gebürtige Würzburgerin dieses Jahr aber auch nicht sein. Sie sagt: „Ich bin auch nicht traurig, dass ich nicht vor Ort sein muss. Das ist bezeichnend genug.“
Werder Bremens Fritzy Kromp über die WM 2026: „Eher froh, nicht dort zu sein - und das ist schon schade“
Sonst habe sie es geliebt, bei Weltmeisterschaften vor Ort zu sein. Doch nach Russland 2018 und Katar 2022 hat auch dieses Turnier in den USA, Kanada und Mexiko für sie einen faden Beigeschmack. Die Kritik ist mannigfaltig, reicht von Trump bis Ticketpreise. „Das ist natürlich bedenklich, was da passiert“, sagt Fritzy Kromp allgemein. Der Sport werde sich voraussichtlich von den Begleitumständen nicht völlig loslösen können. „Das ist wie ein Schleier, der darüber hängt.“ Die Frauen-Trainerin des SV Werder Bremen hofft, dass es dem sportlichen Ereignis keinen Abbruch tut, hält aber fest: „Dieses Mal bin ich eher froh, nicht dort zu sein, und das ist schon schade.“
Bleibt die Frage nach dem deutschen Abschneiden. Bundestrainer Julian Nagelsmann werde „eine sehr gute Mannschaft ins Rennen schicken“, sagt Fritzy Kromp – und macht eine kleine Einschränkung: „Ich mache mir ein bisschen Sorgen um die Defensive. Offensiv muss man sich keine Sorgen machen, da haben wir absolute Ausnahmespieler auf unserer Seite.“ Damit die DFB-Elf weit kommt, müsse allerdings viel zusammenkommen: „Das wird schon spannend und sehr anspruchsvoll.“ (han)
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