Nach Transfer-Verwirrung
Werder gesteht Unwissenheit bei Leihregelung ein – Fritz: „Ich übernehme die Verantwortung dafür“
Werder Bremen hat einen Irrtum bezüglich der Regelung bei Leih-Transfers zugegeben und diesen aufgearbeitet. Was Sportchef Clemens Fritz dazu sagt.
Bremen – Dass der SV Werder Bremen in Jovan Milosevic jüngst seinen siebten Leihspieler in der laufenden Saison unter Vertrag genommen hat, ist an sich schon eine bemerkenswerte Tatsache. Noch nie zuvor hatte der Verein derart konzentriert auf „Leiharbeiter“ gesetzt. Noch viel erstaunlicher ist allerdings ein Teil der Genese dieses Transfers. Warum? Nun ja, weil die Bremer Verantwortlichen bis vor kurzer Zeit fälschlicherweise noch davon ausgegangen waren, nach sechs getätigten Sommer-Leihen während des Winters keine weiteren Spieler mehr ausleihen zu dürfen. Anfang November hatten sie das auch öffentlich so erklärt, ehe kurz vor Weihnachten die Korrektur folgte. Wie sich nun herausstellt, sind die Bremer Bosse allerdings erst durch einen externen Hinweis auf ihre gravierende Fehleinschätzung aufmerksam gemacht worden, was die sportliche Führung um Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz in keinem guten Licht dastehen lässt. Zumal ein Club wie Werder zwingend auf Leihgeschäfte angewiesen ist, sich in diesem Metier also eigentlich bestens auskennen sollte und muss.
Werder Bremen gesteht Unwissenheit bei Leih-Transfers – Sportchef Clemens Fritz übernimmt Verantwortung
„Es stimmt, dass wir durch einen externen Hinweis darauf aufmerksam gemacht wurden, dass weitere Ausleihen möglich sind“, bestätigt Clemens Fritz auf Nachfrage der DeichStube – und erklärt: „Es gab in diesem Punkt bei uns zuvor ein internes, kommunikatives Missverständnis, über das wir gestolpert sind.“ Grundsätzlich habe die Information, dass noch Spieler geliehen werden dürfen, innerhalb des Clubs zwar vorgelegen, sei durch besagtes Missverständnis aber nicht bis zu den Verantwortlichen durchgedrungen. Erst nach einem entsprechenden Hinweis des Branchenportals „transfermarkt.de“, das den ganzen Vorfall nun in der aktuellen Ausgabe seines Podcasts „Done Deals“ öffentlich macht, fiel Werder Bremen der Fehler im Dezember auf, was erhebliche Auswirkungen auf die Winter-Transferplanungen hatte, weil sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten auftaten, die letztlich in der Verpflichtung von Jovan Milosevic mündeten. Zuvor waren die Bremer davon ausgegangen, dass sie ihr Leihkontingent mit den im Sommer getätigten fünf internationalen Leihen (Hein, Wöber, Schmidt, Sugawara und Puertas) sowie der einen nationalen Leihe (Boniface) ausgeschöpft hatten. Laut den neuesten Statuten von FIFA und DFL sind jedoch jeweils sechs nationale und internationale Leihen möglich.
Unwissenheit über Leih-Transfer-Regelung: Clemens Fritz und Werder Bremen ärgern sich
Natürlich ist es denkbar, dass Fritz und Co. auch von selbst noch zur großen Leih-Einsicht gekommen wären und ihren Fehler rechtzeitig korrigiert hätten. Ausschließen kann das niemand. Und doch ist die Posse höchst unangenehm für die Bremer, steht sie doch für das Gegenteil von Seriosität und Professionalität. Ein Punkt, den Clemens Fritz gegenüber der DeichStube auch gar nicht wegwischen will. Im Gegenteil. Der Sportchef des SV Werder Bremen sagt klar und deutlich: „Ich übernehme die Verantwortung dafür. Der Vorfall ärgert uns sehr, denn das hätte so nicht passieren dürfen.“ Entsprechend große Wellen hat das Thema am Osterdeich hinter verschlossenen Türen geschlagen. „Wir haben es kritisch aufgearbeitet“, versichert Fritz. (dco)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
