Werder-Transfer-News

Transfer-Überraschung: Werder Bremen kann doch noch Spieler ausleihen - warum und was das für den Winter bedeutet

Überraschung! Anders als zuvor angenommen kann der SV Werder Bremen im Winter doch noch Spieler ausleihen. Der Grund und der Bremer Transfer-Plan.

Bremen – Eigentlich war der Plan des SV Werder Bremen für den kommenden Winter-Transfermarkt ein ganz einfacher, denn es sollte (zumindest auf der Zugangsseite) nichts passieren. Die Voraussetzungen waren schließlich auch nicht die rosigsten. Zum einen wimmelt es im Winter zumeist nicht von Spielern, die sich einer neuen Herausforderung stellen wollen, zum anderen ist das finanzielle Budget der Bremer, nachdem im Sommer nicht genügend Einnahmen generiert wurden, nicht so üppig, dass der Club im Januar großartig auf Shoppingtour gehen kann. Zumeist hatte Werder daher in den letzten Jahren im Winter auf Leihen gesetzt, um den Kader noch einmal gezielt zu verstärken, wie im Vorjahr beispielsweise mit André Silva. Aufgrund der Obergrenze aus den FIFA-Statuten von sechs Leihspielern, die sich ein Verein pro Saison zulegen darf und die Werder im vergangenen Sommer bereits ausgereizt hatte, war bislang allgemein davon ausgegangen worden, dass die Bremer in diesem Winter keinen weiteren Spieler mehr auf diesem Wege verpflichten könnten. Doch das ist falsch! Grund dafür ist ein Paragraph in den Richtlinien der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Mit dem 0:4 gegen den VfB Stuttgart schlittert Werder Bremen tiefer in die Krise. Reagiert Sportchef Clemens Fritz im Winter auf dem Transfermarkt?

Anders als angenommen: Werder Bremen kann im Winter doch Spieler ausleihen – der Grund

Aber alles der Reihe nach. Im Sommer hat sich Werder Bremen mit Maximilian Wöber (Leeds United), Yukinari Sugawara (FC Southampton), Isaac Schmidt (Leeds United), Karl Hein (FC Arsenal), Cameron Puertas (Al-Qadsiah) und Victor Boniface (Bayer Leverkusen) jeweils per Leihgeschäft verstärkt. Durch die FIFA-Regelung aus dem Jahr 2024, welche die „Gesamtzahl der Leihspieler auf maximal sechs Berufsspieler pro Verein“ begrenzt, wurde allgemein davon ausgegangen, dass Werder somit das Kontingent für diese Saison ausgeschöpft hat und sich wenn dann nur noch mit ablösefreien Spielern oder festen Transfers verstärken könnte. Wie Werders Geschäftsführer Fußball, Clemens Fritz, am Dienstag gegenüber der DeichStube erklärt, ist das allerdings nicht der Fall: „Die FIFA-Regelung und die DFL-Regelung sind voneinander unabhängig. Wir sind davon ausgegangen, dass wir nur fünf internationale Leihen tätigen dürfen, da sich die Regelung für Leihspieler sukzessive verkürzt hatte“, so Fritz, der ergänzt: „Tatsächlich sind aber sowohl sechs nationale als auch sechs internationale Leihen erlaubt, weshalb wir auch in diesem Winter noch Spieler ausleihen könnten.“

Grund dafür ist der zweite Punkt des fünften Paragraphen in den Statuten der DFL. Dort heißt es nämlich: „Ein Club darf während einer Spielzeit insgesamt höchstens sechs Spieler (Lizenz- oder Vertragsspieler) zeitgleich an andere inländische Clubs verleihen, darunter höchstens drei an denselben Club, und höchstens sechs Spieler (Lizenz- oder Vertragsspieler) zeitgleich von anderen inländischen Clubs ausleihen, darunter höchstens drei von demselben Club.“ Die Rede ist hierbei nur von inländischen Vereinen, also Clubs aus der Bundesliga. Aus dieser haben die Bremer bekanntlich bislang nur Victor Boniface verpflichtet, alle anderen fünf Neuzugänge kamen aus dem Ausland. Die DFL-Regeln beziehen sich nicht auf die Leihgeschäfte aus dem Ausland, weshalb diese on top dazukommen. Fakt ist also: Werder Bremen könnte sich im Winter entweder noch mit einem Spieler aus dem Ausland leihweise verstärken oder sogar noch bis zu fünf Profis von deutschen Vereinen für eine Leihe unter Vertrag nehmen.

Transfer-Plan: Werder Bremen kann im Winter doch noch Spieler ausleihen – kommt ein neuer Stürmer?

Warum aber dann bislang die Berichterstattung über nur sechs Leihen allgemein in einer Saison? Schließlich hatten auch die Verantwortlichen des SV Werder Bremen bereits öffentlich davon gesprochen, dass das Leih-Kontingent ausgeschöpft wäre. Nach Informationen der DeichStube gab es im Sommer innerhalb des Vereins eine Misskommunikation bezüglich der Anzahl der ausländischen Leihen. Demnach waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, aufgrund der sukzessiven Kürzungen der FIFA bei Leihgeschäften (2022 waren zum Beispiel noch bis zu maximal acht Leihspieler pro Verein erlaubt), nur bis zu fünf Profis von internationalen Vereinen auf diese Art und Weise unter Vertrag nehmen dürfen. Erst nach erneuter gründlicher Überprüfung sowie Gegenchecks bei der DFL wurde innerhalb des Vereins klar, dass nicht nur die Regelungen der DFL und der FIFA unabhängig voneinander zu betrachten sind, sondern zudem auch, dass ein weiterer Spieler aus dem Ausland noch unter Vertrag genommen werden könnte, da sich die FIFA-Statuten nur mit den Leihgeschäften internationaler Transfers beschäftigen. Jedes Land für sich regelt dazu noch die inländischen Leihgeschäfte.

Dieses Szenario spielt Werder Bremen nun in die Karten, denn die Transferstrategie für die Winterperiode hat sich intern mittlerweile verändert. „Sollte sich eine Gelegenheit für uns im Winter bieten, ist es durchaus möglich, dass wir noch einmal tätig werden“, betont Fritz gegenüber der DeichStube. Dabei dürfte speziell die Mittelstürmerposition ins Visier der Verantwortlichen genommen werden. Dort waren die beiden nominellen Angreifer Keke Topp und Victor Boniface bislang in dieser Spielzeit nicht nur torlos, sondern in mehreren Partien auch in ihrem Auftreten glücklos geblieben. Durch die neuen Erkenntnisse müssten die Bremer demnach nicht zuerst eine Leihe beenden, um auf diesem Wege noch einmal aktiv zu werden. Vieles spricht aktuell dafür, dass es ein Spieler aus dem Ausland werden könnte. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/nordphoto GmbH / Tauchnitz

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