Werders Abwehrtalent überzeugt
„Auf ihn ist Verlass“: Werder-Youngster Coulibaly zementiert weiter fleißig seinen Stammplatz
Karim Coulibaly überzeugt beim SV Werder Bremen - trotz seiner erst 18 Jahre: Hat sich der Innenverteidiger nun endgültig einen Stammplatz erkämpft!?
Bremen – Beinahe wäre es in der Nachspielzeit noch einmal brenzlig geworden. Doch Karim Coulibaly schmiss sich im entscheidenden Moment in den Schuss und bereinigte die Situation. Beim 1:0-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli absolvierte der Youngster erneut die komplette Spielzeit und zählte zu den Garanten des Erfolgs. Nachdem der 18-Jährige kurz vor Schluss auch noch den Versuch von Martijn Kaars erfolgreich abgewehrt hatte, gab es umgehend Applaus von Nebenmann Marco Friedl – der Coulibaly schon die 90 Minuten zuvor bei fast jeder gelungenen Aktion lautstark anfeuerte.
Werder Bremens Horst Steffen: „Wir haben drei gute Innenverteidiger, von denen einer immer draußen bleiben muss. Aber das ist ein Luxusproblem“
„Ich weiß selbst noch aus der Zeit, als ich jünger war: Wenn man da einen erfahreneren Spieler neben sich hat, der einen regelmäßig pusht, gibt einem das ein gutes Gefühl“, erklärt der Kapitän des SV Werder Bremen bei der „ARD“. „Karim hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er ist in den letzten Wochen von Spiel zu Spiel gereift und agiert schon sehr erwachsen – auf einem wirklich hohen Niveau.“ Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass beide aktuell gemeinsam auf dem Platz stehen. Schließlich sind Karim Coulibaly und Marco Friedl aufgrund ihres jeweils starken linken Fußes normalerweise Konkurrenten, zudem ist Amos Pieper nach überstandenen Hüftproblemen seit mehr als drei Wochen wieder im Mannschaftstraining. „Wir haben drei gute Innenverteidiger, von denen einer immer draußen bleiben muss. Aber das ist ein Luxusproblem – insgesamt bin ich froh, dass wir auf allen Positionen ausreichend Qualität haben“, sagt Cheftrainer Horst Steffen zum Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung.
Während im Bremer Umfeld noch vor dem München-Spiel spekuliert wurde, ob es an der Zeit sei, den 18-Jährigen aufgrund seiner geringen Bundesliga-Erfahrung auf die Bank zu setzen, vertraute Horst Steffen weiter auf Karim Coulibaly – und der zahlte es mit stetig verbesserten Leistungen zurück. „Auf ihn ist Verlass – das kann man jetzt schon sagen. Ich bin sehr erfreut, dass seine Entwicklung so schnell und so positiv verlaufen ist“, betont der Trainer des SV Werder Bremen. Unerwartet kommt diese Entwicklung für Steffen nicht, wie er unterstreicht. Ganz im Gegenteil: „Eher war ich überrascht, dass er in den ersten ein, zwei Spielen doch noch ein paar Unsicherheiten hatte, die ich vorher so nicht bei ihm gesehen hatte“, erklärt Steffen und spielt damit auf einige Abspielfehler Coulibalys unter anderem gegen Bayer Leverkusen an. Von solchen Fahrlässigkeiten ist der 18-Jährige inzwischen weit entfernt. Seine Auftritte lassen sich nun mit Begriffen wie abgeklärt, reif oder erwachsen beschreiben. So wie es eben ein echter Bundesligaprofi tut. (bvo/mbü)
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