Besondere Motivation
Plakat-Trick und Busfahrer-Rede: Wie sich der HSV auf das Derby gegen Werder einschwor
Die Plakat-Aktion von Fans des SV Werder Bremen ist nach hinten losgegangen. Den HSV hat das nur heiß gemacht, überhaupt motivierte sich der Club auf besondere Weise fürs Nordderby.
Hamburg – Es war eine Aktion, die bundesweit für großes Aufsehen sorgte und die so betrachtet die gewünschte Wirkung ihrer Urheber nicht verfehlt hat. Am Ende ging sie dann aber trotzdem ziemlich nach hinten los. Aber der Reihe nach. Mit verschiedenen Schmähplakaten, übers gesamte Hamburger Stadtgebiet verteilt, hatten sich Anhänger des SV Werder Bremen in der Woche vor dem Nordderby beim Hamburger SV über den Erzrivalen lustig gemacht – und ihm damit letztlich mächtig in die Karten gespielt.
Schmähplakate von Werder Bremen-Fans als Motivation in der HSV-Kabine: „Hat uns alle heiß gemacht“
HSV-Trainer Merlin Polzin ließ einige der Plakate in der Kabine seiner Mannschaft aufhängen, wo sie die Motivation weiter steigen ließen, wie Siegtorschütze Yussuf Poulsen nach dem Hamburger 3:2-Erfolg gegen den SV Werder Bremen verriet. „Die Woche vor dem Derby war für uns ganz besonders. Wir haben viele Videos geschaut, und dann hingen da auch diese Poster aus der Stadt“, sagte der Stürmer – und betonte: „Das hat uns alle heiß gemacht.“
Fan-Plakate und Ansprache vom Busfahrer: HSV im Nordderby deutlich bissiger als Werder Bremen
Nach Schlusspfiff tauchten einige der Plakate dann sogar im Innenraum des Volksparkstadions auf, wo die HSV-Profis mit ihnen vor der eigenen Fankurve feierten. Eine Szene als endgültiger Abschluss einer ganzen Reihe von speziellen Motivationstricks, zu denen Polzin im Vorfeld gegriffen hatte. So ließ der Coach seine Spieler vor dem Derby die letzten Meter zum Stadion laufen – durch ein aufgeladenes Fanspalier. Einige Tage zuvor hatte der langjährige Mannschaftsbusfahrer Miro Zadach den Spielern in einer Ansprache Bedeutung und Emotionalität des Nordduells erklärt. „Wir haben vorher gesagt, dass es mehr ist als nur ein Spiel, denn wir wissen um die Bedeutung für unsere Fans“, sagte Polzin nach der Partie gegen Werder Bremen. „Das hat man, glaube ich, in jedem einzelnen Zweikampf gespürt.“ Eine Einschätzung, die sich hinterher sogar in Zahlen ausdrücken ließ. Die Zweikampfquote sprach jedenfalls Bände. Mit 63:37 Prozent fiel sie mehr als deutlich zugunsten der Hamburger aus. (dco)
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