Werders emotionaler Saisonabschluss
Erst Dortmund, dann Ibiza: Wie Werder seine letzten Saisonmeter angeht
Eine Ibiza-Party und emotionale Abschiede: So plant der SV Werder Bremen den Saisonabschluss gegen Borussia Dortmund und danach.
Die Stimmung war ausgelassen. Es wurde gefeixt, gejohlt und gekreischt. Die Kinder im Manne hatten unübersehbar Freigang bekommen, als die Profis des SV Werder Bremen unter der Woche ins Training starteten. Der Abstiegsballast ist sicht- und hörbar von den Schultern verschwunden, das Saisonfinale gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr, DeichStube-Liveticker) kann ganz entspannt angegangen werden. Zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Bei Werder wollen sie nicht unkoordiniert in den Sommer schliddern – während der Saison war der Bundesligist schließlich schon häufig genug ins Schleudern geraten. Vielmehr soll noch einmal alles gegeben werden, ehe es endgültig vorbei ist. Es sind die allerletzten Tage, die der Kader in dieser Konstellation verbringt. Unmittelbar nach dem Spiel folgt noch ein mannschaftlicher Trip nach Ibiza, ehe dann wirklich die Zeit der Trennung gekommen ist.
Ibiza-Party und emotionale Abschiede: So plant Werder Bremen den Saisonabschluss gegen den BVB
Emotionale Momente sind aber auch schon am Samstag garantiert. Leonardo Bittencourt wird beispielsweise nach sieben Jahren Werder offiziell im Weserstadion verabschiedet, im Vorjahr hat Milos Veljkovic bewiesen, wie tränenreich solch ein Goodbye sein kann. Auch die Leihspieler erhalten als Dankeschön die obligatorischen Blumensträuße und Bilderrahmen als Geschenk – welche Profis letztlich alle im Vorfeld der Partie bedacht werden, wird intern noch abgestimmt. Womöglich auch ein Mitchell Weiser? Dessen Vertrag in Bremen läuft bekanntlich in diesem Sommer aus, bislang wurde noch nichts aus der angestrebten Ausdehnung der Zusammenarbeit.
Genügend Begleiterscheinungen gibt es also, um den Fokus auf den Fußball zu verlieren. Doch Peter Niemeyer steuert als Werder Bremens Leiter Profifußball bewusst dagegen. „Wir hatten jetzt eine kurze Phase zum Durchschnaufen, aber nun gilt es, noch einmal richtig hochzufahren und zu verstehen, worum es am Samstag geht“, betont er im Gespräch mit der DeichStube. Den bildlichen Beweis lieferte das Training bereits, wo Olivier Deman etwa Felix Agu „stempelte“ und Samuel Mbangula Konkurrent Marco Grüll einen Check verpasste. Intensität war also drin im Geschehen – und das war ganz nach Niemeyers Geschmack: „Es geht nicht nur um drei Punkte, wir wollen uns auch vernünftig verabschieden und für ein gutes Gefühl sorgen – denn so wie man aus einer Saison hinausgeht, geht man meistens auch in eine neue Vorbereitung hinein. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Mannschaft das umsetzen wird.“
So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den BVB aussehen!
Entspannter Saisonabschluss mit Werder Bremen? Peter Niemeyer: „Froh, dass wir nicht in wilde Konstellation involviert sind“
Allerdings ist auch dem 42-Jährigen die Erleichterung anzumerken, dass der Abstiegskampf für Werder Bremen seit dem vergangenen Samstag ein Ende hat. Vor allem, wenn er darauf blickt, was an diesem Wochenende in anderen Stadien der 1. und 2. Bundesliga noch auf dem Spiel steht. Und selbstverständlich lässt sich Peter Niemeyer diese Krimis nicht entgehen. „Ich bin Fußballliebhaber und verfolge natürlich, was da passiert – aber ich bin auch sehr froh, dass wir in diese wilde Konstellation nicht involviert sind und noch schauen müssen, wer in einer Relegation ein möglicher Gegner sein könnte“, gesteht er. „Nach unserem eigenen Spiel gegen Dortmund werde ich mir beide Entscheidungen ganz genau anschauen, denn diese Spannung ist es doch, die uns alle am Fußball begeistert.“ (mbü)
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