Werder-Neuzugang
„Ich hasse es zu verlieren“: Neuzugang Sugawara ist heiß auf Werder und neckt sich gern mit Torhüter Backhaus
Mit Yukinari Sugawara hat Werder Bremen einen Außenverteidiger verpflichtet - der Neuzugang sprüht vor Tatendrang und hat bereits eine erste Bezugsperson!
Bremen – Yukinari Sugawara hatte keine Zeit zu verlieren. Deshalb kam der 25-Jährige zwar am Dienstagmorgen als Letzter aus der Kabine des SV Werder Bremen, doch schnellen Schrittes flitzte der Rechtsverteidiger seinen neuen Teamkollegen hinterher. Mit einem beherzten Sprung durch die Tür landete er auf dem Rasen des Trainingsgeländes, ein erfreutes „Yes, let’s go!“ entfuhr ihm auf den ersten Metern. Die Leihgabe des englischen Zweitligisten FC Southampton soll sich möglichst schnell an das neue Umfeld gewöhnen, bei Werder wird der Japaner dringend gebraucht. Wenn nichts dazwischenkommt, wird Sugawara mit großer Sicherheit beim ersten Heimspiel der Saison gegen Bayer 04 Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) zum Aufgebot gehören, aufgrund der großen Personalnot bei den Bremern womöglich sogar direkt in der Startelf stehen. Da ist für Müßiggang kein Platz.
Werder Bremens Horst Steffen über Yukinari Sugawara: „In den Gesprächen hat er eine sehr positive Ausstrahlung Mentalität gezeigt“
Ähnlich temporeich waren auch die Stunden zuvor vonstattengegangen. Erst am vergangenen Wochenende hatten die Verantwortlichen des SV Werder Bremen das Signal von der Insel erhalten, den 15-fachen Nationalspieler ausleihen zu können. Ursprünglich hatten die „Saints“ einen Verkauf Yukinari Sugawaras angedacht, der beim Premier-League-Absteiger noch bis 2028 unter Vertrag steht. Doch daraus wurde nichts, die Grün-Weißen witterten nun ihre Chance – und nutzten sie. Das Bremer Leihgeschäft mit Southampton beinhaltet eine Kaufoption, nach Informationen der DeichStube liegt diese bei sechs Millionen Euro. Keine kleine Summe, aber eine, die Werder zumindest zahlen könnte, wenn die kommenden Monate wie gewünscht verlaufen. Am Montag ging es für den Rechtsfuß zum Medizincheck an den Osterdeich, keine 24 Stunden und eine Vertragsunterzeichnung später auf den Trainingsplatz.
„Yukinari hat seine Qualität auf hohem Niveau nachgewiesen. Er ist ein temporeicher, zweikampfstarker Rechtsverteidiger, der auf der Außenbahn auch weitere Positionen bekleiden kann“, sagt Chefcoach Horst Steffen über die Neuverpflichtung des SV Werder Bremen, die ihm wieder etwas mehr Auswahl bei der Suche nach einer konkurrenzfähigen Aufstellung beschert. „In den Gesprächen hat er eine sehr positive Ausstrahlung und Mentalität gezeigt. Ich bin überzeugt, dass er unserer Gruppe guttun wird.“ Yukinari Sugawara selbst sprüht nur so vor Tatendrang: „Ich freue mich sehr, hier zu sein. Werder ist für mich ein großer Club. Und ich kann es kaum erwarten, hier im Stadion vor den Fans zu spielen.“
So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen aussehen!
Werder Bremens Yukinari Sugawara über Mio Backhaus: „Ich denke, dass er mein Lieblingsspieler sein wird“
Vor sechs Jahren war der 1,79 Meter große Profi vom japanischen Club Nagoya Grampus nach Europa gekommen, beim niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar spielte er erst per Leihe, danach fest – und blieb für 198 Pflichtpartien. Im Vorjahr wechselte Yukinari Sugawara dann für eine Ablöse von sieben Millionen Euro nach Southampton, wo er 35 Begegnungen (ein Tor) absolvierte. Nun also der Leih-Wechsel zu Werder Bremen. Sein Marktwert wird vom Branchenportal „transfermarkt.de“ aktuell mit elf Millionen Euro angegeben. „Ich bin ein sehr dynamischer Spieler, sehr sprint- und laufstark“, sagt der Mann aus Toyokawa, der englisch spricht und als positiver, humorvoller Typ gilt, über sich selbst. „Ich mag es, bis zur Grundlinie zu gehen und zu flanken oder in den Strafraum zu dringen. Ich möchte die Fans begeistern. Ich hasse es zu verlieren, möchte immer gewinnen, deshalb spiele ich Fußball.“
Eine erste Bezugsperson hat Yukinari Sugawara bei Werder Bremen bereits: Torhüter Mio Backhaus. Den Deutsch-Japaner kennt er noch aus der ersten niederländischen Liga, als die heutige Bremer Nummer eins auf Leihbasis das Tor in Volendam hütete. Der 21-Jährige war nun auch dabei, als Sugawara seine ersten Medientermine beim SVW abspulte – und wurde gleich mehrfach Opfer kleinerer Scherze des Flügelspielers. „Ich habe zweimal gegen ihn getroffen und ihm schon gesagt, dass das die einfachsten Tore meiner Karriere waren“, meint er lachend, erklärt aber auch umgehend: „Ich denke, dass er mein Lieblingsmitspieler sein wird.“
So sehen Fans das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen live im TV und Livestream!
„Schickt ihn zurück, bitte“: Werder Bremens Mio Backhaus flachst mit Yukinari Sugawara
Die beiden Profis standen auch vor dem jetzigen Transfer im direkten Austausch. „Ich habe mit ihm vorher geschrieben und er hat mir viele Dinge über die Stadt und das Leben hier erzählt und wie wir hier Fußball spielen wollen“, sagte Yukinari Sugawara. „Er hat mir erzählt, wie die anderen Mitspieler sind und was der Trainer mit uns vorhat. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich für Werder entschieden habe.“ Und natürlich, damit er Mio Backhaus weiterhin necken kann. Wie im beliebten Entweder-oder-Videoformat „Butter bei die Fische“ des Vereins, bei dem sich der Verteidiger zwischen seinem guten Freund Ritsu Doan, Spieler von Eintracht Frankfurt, und eben dem Torhüter des SV Werder Bremen entscheiden soll. „Das ist wirklich die einfachste Frage. Ritsu Doan“, sagt Sugawara, während Backhaus mit hinter der Kamera sitzt – und mit gespielter Empörtheit kontert: „Danke. Schickt ihn zurück, bitte.“ Geschehen wird das logischerweise nicht. Viel zu froh sind sie bei Werder, dass der Transfer eines neuen Außenverteidiger endlich unter Dach und Fach ist. (mbü/dco)
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