Werder-Saisonzeugnis - Teil 2

Agu mit starkem Comeback, Stage als bester Torschütze: das große Werder-Saisonabschlusszeugnis, Teil 2 – Mittelfeld

Wie haben sich die Profis des SV Werder Bremen in der Saison 2024/25 geschlagen? So fällt das Abschlusszeugnis für die Spieler aus - Teil 2: Mittelfeld.

Bremen – Auch in der Rückrunde der vergangenen Saison setzte der SV Werder Bremen auf das bewährte 3-5-2-System – das Mittelfeld blieb somit der größte Mannschaftsteil. Ex-Trainer Ole Werner vertraute dabei meist einer eingespielten Achse, wodurch einige Akteure nur selten oder gar nicht zum Einsatz kamen und entsprechend auch nicht bewertet wurden. Wer überzeugen konnte – und wer leer ausging – zeigt Teil zwei des großen Saisonabschlusszeugnisses der DeichStube. Im dritten Teil liegt der Fokus auf dem Angriff. Den ersten Teil zur Bremer Abwehr lest ihr hier!

Felix Agu (li.) und Jens Stage (re.) gehörten in der vergangenen Saison zu den absoluten Leistungsträgern des SV Werder Bremen – das Mittelfeld im Saison-Abschlusszeugnis mit Noten.

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Mitchell Weiser und Felix Agu bilden starkes Duo auf der Außenbahn

Außenbahnspieler:

Mitchell Weiser: Wie viele seiner Kollegen benötigte der Rechtsaußen etwas Zeit, um im neuen Kalenderjahr anzukommen – drehte dafür aber im Saisonendspurt noch einmal richtig auf. In den letzten acht Partien steuerte er starke vier Vorlagen bei und erzielte zudem das entscheidende Siegtor gegen den VfL Bochum (Note 2,5). Einziger Ausrutscher: die Partie in Berlin, in der er sich einige Nachlässigkeiten leistete (Note 4). Weiser war zudem der Dauerbrenner im Kader des SV Werder Bremen und kam als Feldspieler auf die meisten Einsatzminuten. Insgesamt 14 Scorerpunkte (fünf Tore, neun Vorlagen) unterstreichen seine enorme Bedeutung auf der Außenbahn.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,1
Einsätze: 32
Gespielte Minuten: 2.870

Felix Agu: Der Comebacker der Rückrunde. Nach langer Pause aufgrund einer Außenbandverletzung im Knie feierte Agu Mitte Februar sein Comeback bei Werder Bremen – und wie! Besonders in Leverkusen und Kiel überzeugte er mit zwei herausragenden Auftritten (jeweils Note 1,5), krönte seine Leistung bei den Störchen zudem mit einem sehenswerten Traumtor. Lediglich gegen St. Pauli wirkte er etwas unsicher (Note 4). Insgesamt überzeugte der 24-Jährige mit hoher Zuverlässigkeit und defensiver Stabilität. Die verdiente Belohnung für Agu: sein Debüt für die nigerianische Nationalmannschaft.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,2
Einsätze: 22
Gespielte Minuten: 1.852

Derrick Köhn und Issa Kaboré lassen nach starkem Start nach: Das Mittelfeld des SV Werder Bremen im Saison-Abschlusszeugnis

Derrick Köhn: Nach einer starken Hinrunde tat sich Köhn in der Rückserie schwer. Besonders bei den Auftritten in Dortmund (Note 5) und Freiburg (Note 5,5) präsentierte er sich ungewohnt fehleranfällig und verlor daraufhin seinen Stammplatz an den formstarken Agu. Im Saisonendspurt kam er beim SV Werder Bremen meist nur noch als Joker zum Einsatz, zeigte sich dabei aber wieder etwas stabiler. Wie es für Köhn nach dem Ende der Leihe weitergeht, ist derzeit noch offen.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,9
Einsätze: 27
Gespielte Minuten: 1.347

Issa Kaboré: Die Winter-Leihgabe von Manchester City zeigte zu Beginn des Jahres einige vielversprechende Ansätze. Besonders seine Einwechslung in Dortmund brachte spürbar Schwung ins Spiel (Note 2). In den Heimspielen gegen Hoffenheim (Note 4) und Gladbach offenbarte der Nationalspieler Burkina Fasos hingegen deutliche Defizite in der Rückwärtsbewegung (Note 3,5). In den letzten acht Saisonspielen stand er – auch aufgrund der starken Konkurrenz – dann nur noch einmal im Spieltagskader des SV Werder Bremen.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,0
Einsätze: 9
Gespielte Minuten: 304

Senne Lynen als Abräumer, Romano Schmid als kreativer Kopf: Saison-Abschlusszeugnis für Werder Bremens Mittelfeld

Zentrales Mittelfeld:

Senne Lynen: Wie wichtig Lynen als Abräumer für das Bremer Spiel sein kann, zeigte sich insbesondere in den starken Wochen zum Saisonabschluss. Auch wenn er meistens unauffällig agierte, war der 26-Jährige zum Ende hin wieder deutlich zweikampfstärker und passsicherer. Seine beste Leistung zeigte er beim 2:0-Heimsieg gegen Frankfurt (Note 2). Schwächere Phasen zu Beginn der Rückrunde, etwa in Freiburg (Note 5), trüben das Gesamtbild leicht. Bemerkenswert: Mit über 363 zurückgelegten Kilometern war Lynen nicht nur Werder Bremens laufstärkster Spieler, sondern gehörte auch im Liga-Vergleich zu den Top Ten.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,6
Einsätze: 32
Gespielte Minuten: 2.748

Romano Schmid: Der kreative Mittelfeldspieler war einer der Hauptgründe, warum Werder Bremen am Ende fast noch den Sprung ins internationale Geschäft geschafft hätte. Mit vier Treffern und einer Vorlage in den letzten zehn Spielen krönte Schmid eine starke Rückrunde. Gegen Frankfurt avancierte er zum besten Mann auf dem Platz (Note 1), auch gegen Leipzig und Heidenheim überzeugte er mit sehr guten Leistungen (jeweils Note 1,5). Seine Scorer-Werte (fünf Tore, fünf Vorlagen) sind für einen Akteur mit seinen fußballerischen Fähigkeiten dennoch weiterhin ausbaufähig. Trotzdem: Insgesamt eine gelungene Saison des Österreichers.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,1
Einsätze: 32
Gespielte Minuten: 2.846

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Dauerbrenner Stage, Bittencourt als wichtiger Joker im Mittelfeld

Jens Stage: Mit zehn Saisontoren war der Däne nicht nur Werders treffsicherster Spieler, sondern auch der erfolgreichste Mittelfeldakteur der gesamten Bundesliga. Die Rückrunde verlief für den 28-Jährigen dennoch wechselhaft. In Spielen wie gegen Gladbach oder Stuttgart blieb der ansonsten so durchsetzungsstarke Stage in den Zweikämpfen auffallend unauffällig. Dafür zeigte er beim Spiel in Berlin mit einem Doppelpack und einer überzeugenden Leistung (Note 1,5) sein ganzes Potenzial. Stage bringt weiterhin enorme Physis ins Spiel des SV Werder Bremen und überzeugt mit seiner Präsenz. Besonders auffällig: seine gesteigerte Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,0
Einsätze: 28
Gespielte Minuten: 2.441

Leonardo Bittencourt: Wenn das Trio Lynen–Stage–Schmid fit war, blieb für den Routinier bei Werder Bremen meist nur die Rolle des Jokers. Dennoch lieferte Bittencourt zu Beginn des Jahres gute Leistungen ab – unter anderem gegen Dortmund und Mainz (jeweils Note 2), inklusive zwei erzielter Tore. In Freiburg hingegen blieb er wie das gesamte Team blass (Note 5). Im Schlussspurt der Saison kam der 31-Jährige überwiegend nur noch für Kurzeinsätze ins Spiel, setzte dabei aber noch ein Ausrufezeichen: Seine Vorlage zum späten 2:1-Sieg in Stuttgart war von großer Bedeutung.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,5
Einsätze: 27
Gespielte Minuten: 1.148

Hinweis: Spieler werden von der DeichStube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten lang in einer Partie gespielt haben. Eine Durchschnittsnote wird nur bei mindestens drei bewerteten Partien ermittelt. Aus diesem Grund haben die Spieler Olivier Deman (in der Rückrunde verliehen an Royal Antwerpen), Skelly Alvero, Patrice Covic, Naby Keita (ohne Einsatz, in der Rückrunde verliehen an Ferencvaros Budapest) und Isak Hansen-Aaröen (ohne Einsatz, in der Rückrunde verliehen an Aalborg BK) keine Durchschnittsnote bekommen. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Hasan Bratic

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