Kehrt Werder-Talent zurück?
Nach enttäuschender Leihe: Kämpft sich Hansen-Aaröen bei Werder Bremen noch durch?
Nach seiner Leihe zu Aalborg BK ist noch offen, wie es für Isak Hansen-Aaröen weitergeht – die Lage des Talents vom SV Werder Bremen.
Bremen – Der neue Fußball des SV Werder Bremen unter Coach Horst Steffen soll offensiv, attraktiv und kreativ werden – so zumindest hat es der Cheftrainer bei seiner Vorstellung beschrieben. Ein Blick auf den aktuellen Bremer Kader zeigt: Offensivspieler gibt es einige, doch wenn es um Kreativität geht, läuft vieles schnell auf Romano Schmid hinaus. Ein Spieler, der zumindest von seinen körperlichen Anlagen her Schmid am nächsten kommt, ist Isak Hansen-Aaröen. Der junge Norweger war im Winter 2024 von der U21 von Manchester United an die Weser gewechselt und galt als vielversprechendes Talent. Im Training und in Testspielen regte Hansen-Aaröen zumindest in Ansätzen die Fantasie einiger Beobachter an, sich perspektivisch zum neuen Bremer Spielgestalter entwickeln zu können.
Nach durchwachsener Leihe zu Aalborg BK: Was macht Werder Bremen mit Isak Hansen-Aaröen?
Dass es bisher lediglich bei der Fantasie geblieben ist, lag zum einen am unantastbaren Status von Leistungsträger Schmid – vor allem aber an der noch nicht ausreichenden Weiterentwicklung des jungen Norwegers. Weil es in der Hinrunde der abgelaufenen Saison allenfalls für einen Kaderplatz beim SV Werder Bremen gereicht hatte, jedoch nie für einen Einsatz, sollte eine Leihe zum dänischen Erstligisten Aalborg BK Isak Hansen-Aaröen die nötige Spielpraxis bringen.
Was zunächst vielversprechend aussah, entwickelte sich aus Hansen-Aaröens Sicht allerdings zur sportlichen Enttäuschung – mit dem Abstieg Aalborgs als negativem Höhepunkt. „Er hat zunächst einige Einsätze bekommen, zum Ende hin lief es für ihn – auch im Zusammenhang mit dem Abstieg – etwas unglücklich“, sagt Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube über die Leihe des Talents. Nachdem der dribbelstarke Techniker zu Beginn regelmäßig in der Startelf gestanden hatte, reduzierte sich seine Einsatzzeit zum Saisonende hin deutlich – in den letzten fünf Partien kam er nur noch als Einwechselspieler in der Schlussphase auf Spielminuten. Die ernüchternde Bilanz am Ende: 14 Einsätze, 0 Scorerpunkte.
Clemens Fritz spricht über Leihe von Isak Hansen-Aaröen und dessen Zukunft bei Werder Bremen
Wie geht es nun weiter mit Isak Hansen-Aaröen? „Wir haben seine Leihe intern ausführlich analysiert und werden zeitnah mit seiner Berateragentur in den Austausch gehen, um gemeinsam zu entscheiden, was für ihn der sinnvollste nächste Schritt ist“, erklärt Fritz. Gleichzeitig betont er: „Wir sehen weiterhin sein Potenzial, wissen aber auch, dass er in einigen Bereichen noch Entwicklungsschritte gehen muss.“ Bedeutet: Dem Norweger traut man den direkten Durchbruch bei den Profis des SV Werder Bremen aktuell nur bedingt zu – ein fester Abschied ist aber ebenso wenig geplant. „Ob wir ihn erneut verleihen oder bei uns im Club weiterentwickeln, ist aktuell noch offen. Diese Entscheidung werden wir gemeinsam mit seinem Berater in den kommenden Gesprächen treffen“, so Fritz.
Ein Pluspunkt für einen Verbleib könnte ausgerechnet Werder Bremens neuer Trainer Horst Steffen sein. Der 56-Jährige ist bekannt dafür, gerne mit Talenten zu arbeiten und ihnen auch das Vertrauen zu schenken. „Ich baue sehr gerne junge Spieler ein – aber nur, wenn sie auch die Qualität mitbringen“, hatte Steffen bei seiner Vorstellung betont. Gleichzeitig sagte er aber auch: „Es gab auch junge Spieler, die es unter mir nicht geschafft haben.“ Die Qualität ist also entscheidend – und genau diese konnte Isak Hansen-Aaröen während seiner Leihe nur bedingt unter Beweis stellen.
Junge Konkurrenz für Talent Isak Hansen-Aaröen – wie geht es beim SV Werder Bremen weiter?
Zwar sammelte der offensive Mittelfeldspieler weitere Erfahrungen, aber mit großem Selbstbewusstsein wird der U21-Nationalspieler Norwegens wohl kaum zum Trainingsauftakt Anfang Juli an den Osterdeich zurückkehren. Ganz anders sieht es bei seiner möglichen Konkurrenz aus: Wie der SV Werder Bremen am Donnerstag bekanntgab, werden gleich sechs Spieler aus der erfolgreichen U19, die vor wenigen Wochen den DFB-Pokal der Junioren gewonnen hatte, an der Vorbereitung der Profis teilnehmen.
Darunter auch Patrice Covic – der in der Rückrunde bereits als Hansen-Aarøen-Ersatz regelmäßig bei den Profis trainierte und im Verein als großes Talent gilt. „In der Kaderplanung sind ein paar Plätze für jüngere Spieler vorgesehen – auch aus der U19“, hatte Steffen bereits angekündigt. Gut möglich also, dass sich Isak Hansen-Aarøen gegen die gleichaltrige Konkurrenz durchsetzen muss. Sollte ihm das nicht gelingen, spricht vieles dafür, dass der Norweger auch in der kommenden Spielzeit erneut verliehen wird. (bvo)
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