Chance genutzt
Reaktion auf Kritik: Werder-Joker Mbangula wirbelt gegen Frankfurt - und spielt sich so in die Startelf?
Nach der Kritik seines Trainers hat Samuel Mbangula im Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt eine gute Reaktion gezeigt. Wie setzt Horst Steffen den Zehn-Millionen-Euro-Mann nun ein?
Bremen – Wochenlang hat er nur eine Nebenrolle gespielt, kam wenig oder gar nicht zum Einsatz – am Freitagabend hat Samuel Mbangula dann jedoch eindrucksvoll gezeigt, dass er Werder Bremen offensiv weiterbringen kann. Und wie! Nach seiner Einwechslung im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt half der Belgier ganz entscheidend dabei mit, dass seine Mannschaft aus einem 1:2-Rückstand eine 3:2-Führung machen konnte, die am Ende nicht zum Sieg reichte – 3:3. Beim Last-Minute-Gegentreffer war Mbangula zwar nicht ganz unbeteiligt, daran, dass er zuvor an seinem 22. Geburtstag reichlich Eigenwerbung betrieben hatte, änderte die Szene allerdings nichts.
Werder Bremens Samuel Mbangula zeigt Reaktion nach Trainer-Kritik: Horst Steffen freut sich „total“
Zunächst hatte der Zehn-Millionen-Euro-Sommereinkauf per Freistoß auf den Kopf von Jens Stage das 2:2 vorbereitet (78.) und damit Werders erstes (!) Standard-Tor der Saison auf den Weg gebracht. Keine zwei Minuten später lieferte Samuel Mbangula mit einem traumhaften Pass dann den Pre-Assist zum 3:2, das Romano Schmid und Torschütze Jovan Milosevic in Co-Kombination vollendeten (80.). „Samuel hat sich das erarbeitet“, lobte Trainer Horst Steffen, „im Training hat es sich angedeutet, dass er heute so spielt, wie er gespielt hat.“ In den vergangenen Wochen hatte der Coach des SV Werder Bremen da noch anders geklungen, hatte die Auftritte des belgischen U21-Nationalspielers zum Teil öffentlich kritisiert und ihn auf die Bank verbannt. Offenbar hatte das einen Effekt auf Mbangula. „Es kann sein, dass er unzufrieden damit war“, sagte Steffen. „Er hat jedenfalls gesehen, dass er Gas geben muss, denn sonst kommt er nicht ans Spielen. Ich freue mich total, dass er solch eine Leistung gebracht hat.“
Kehrt Samuel Mbangula nach guter Leistung direkt in die Startelf zurück? Werder Bremen-Trainer sieht mehrere Möglichkeiten
Nicht ausgeschlossen, dass Samuel Mbangula den gegen Eintracht Frankfurt blassen Standardschützen Romano Schmid künftig zumindest teilweise in dieser Rolle ablöst. Befeuern wollte Steffen das Thema aber nicht: „Ich glaube nicht, dass es vorher nur am Standardschützen gelegen hat, denn wir haben auch vorher Standards gespielt, bei denen es zu Abschlüssen kam, die dann aber nicht drin waren.“ Ganz grundsätzlich wird es für den Trainer auch vielmehr um die Frage gehen, wie er Mbangula endlich dauerhaft in sein System eingebaut bekommt, damit dessen Stärken zur Geltung kommen – und seine Schwäche, die Arbeit gegen den Ball, weniger ins Gewicht fällt. Zur Wahrheit des Frankfurt-Spiels gehörte nämlich auch, dass das Talent des SV Werder Bremen in der Nachspielzeit das entscheidende Duell gegen Ayoube Amaimouni-Echghouyab an der Grundlinie verlor, woraus das 3:3 resultierte.
Ob Mbangula am kommenden Wochenende in Leverkusen bereits mehr Spielzeit bekommt, womöglich sogar in die Startelf zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Ideen mit dem Spieler hat Horst Steffen jedenfalls: „Mehrere Möglichkeiten sind vorstellbar. Er kann eine Zehnerrolle im Zentrum einnehmen, auch eine Achterrolle. Und auch die linke Schiene ist weiterhin ein Thema“, erklärte der 56-Jährige, der an Samuel Mbangula in der Frankfurt-Verfassung kaum mehr vorbeikommen dürfte. (mwi/dco)
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