Offene Zukunft beim Werder-Verteidiger

Malatini kämpft sich zurück: Warum Werder aktuell nicht an eine Leihe denkt

Julian Malatini arbeitet an seinem Comeback – doch hat er überhaupt eine Zukunft bei Werder Bremen? Sportchef Clemens Fritz verrät den Plan!

Bei den lockeren Passübungen war Julian Malatini noch mittendrin. Als es anschließend jedoch um einstudierte Laufwege mit Torabschlüssen ging, blieb dem Innenverteidiger des SV Werder Bremen nur die Rolle des Zuschauers. Ganz so weit ist der Argentinier nach seiner schweren Syndesmosebandverletzung aus dem März eben noch nicht. Seit Montag ist der 25-Jährige aber zumindest wieder teilintegriert im Mannschaftstraining – der nächste Schritt auf dem Weg zu seinem Comeback.

Julian Malatini arbeitet an seinem Comeback – doch hat der Verteidiger überhaupt eine Zukunft beim SV Werder Bremen?

Werder Bremens Clemens Fritz über Julian Malatini: „Wichtig ist für ihn, dass er zu 100 Prozent fit wird“

„Wichtig ist für ihn, dass er zu 100 Prozent fit wird“, sagt Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball des SV Werder Bremen, der Julian Malatini deshalb bewusst keinen Zeitdruck machen möchte. Dabei könnte es für den Innenverteidiger theoretisch auch noch um einen Wechsel in diesem Sommer gehen – wenn auch derzeit nur auf dem Papier.
 
Denn nach DeichStube-Informationen beschäftigt sich der SV Werder Bremen aktuell nicht mit einer Leihe des Argentiniers. Zwar galt Julian Malatini in den vergangenen Transferperioden immer wieder als möglicher Abgangskandidat, die personelle Situation in der Innenverteidigung lässt einen Abschied derzeit allerdings kaum zu. Zwar stehen nominell sieben Innenverteidiger im Kader, Nachwuchstalent Mick Schmetgens könnte jedoch verliehen werden, um regelmäßig Spielpraxis zu sammeln. Zudem soll Karim Coulibaly den Verein nach Möglichkeit noch in diesem Sommer verlassen, wie Clemens Fritz zuletzt im DeichStube-Interview nochmal bestätigte.

Werder Bremens Clemens Fritz: „Wir wissen, was wir an Julian Malatini haben. Gleichzeitig müssen wir schauen, was noch passiert“

„Wir wissen, was wir an Julian haben. Gleichzeitig müssen wir schauen, was in der Innenverteidigung noch passiert, weil wir uns die Möglichkeit offenhalten wollen, sowohl mit einer Dreier- als auch mit einer Viererkette zu spielen“, erklärt Clemens Fritz. „Wir haben im vergangenen Jahr durch die vielen Ausfälle gemerkt, dass wir uns auf dieser Position nicht zu dünn aufstellen dürfen.“ Damals war die Personallage zeitweise so angespannt, dass sich die Abwehrkette des SV Werder Bremen aufgrund fehlender Alternativen nahezu von selbst aufstellte – ein Szenario, das sich in dieser Saison möglichst nicht wiederholen soll.

Hinzu kommt, dass trotz seiner bislang problemlosen Vorbereitung hinter dem Fitnesszustand von Niklas Stark aufgrund seiner Hüft-Problematik noch ein kleines Fragezeichen steht. Alles zusammen spricht aktuell eher gegen einen Abschied von Julian Malatini, auch wenn ein Verbleib beim SV Werder Bremen noch nicht in Stein gemeißelt ist.

Werder Bremens Daniel Thioune über Julian Malatini: „Das Rennen ist komplett offen. Jeder Spieler bekommt die Chance, sich zu zeigen“

Bleibt die Frage, wie groß die Einsatzchancen des Argentiniers angesichts der Konkurrenz tatsächlich beim SV Werder Bremen sind. Zumal Julian Malatini in Abwesenheit eines vierten Außenverteidigers notfalls auch auf der rechten Seite aushelfen könnte. „Das Rennen ist komplett offen. Jeder Spieler bekommt die Chance, sich zu zeigen“, antwortet Werder-Cheftrainer Daniel Thioune zunächst diplomatisch, ergänzt aber: „Natürlich gibt es einige, die in der vergangenen Saison bewiesen haben, wie wichtig sie für uns sind.“

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Julian Malatini unter Daniel Thioune vor seiner Verletzung in fünf der ersten sechs Pflichtspiele zum Einsatz kam – wenn auch nicht zuletzt aufgrund der damaligen Personalsituation. „Julian hat in den wenigen Spielen, die er bislang für uns gemacht hat, immer alles für die Mannschaft gegeben“, sagt der Coach des SV Werder Bremen. „Die Vorbereitung bietet ihm jetzt eine große Chance. Mit einem neuen Trainer verändern sich Dinge ohnehin. Das hat man auch bei Spielern wie Olivier Deman oder Cameron Puertas gesehen, die unter mir deutlich mehr Einsatzzeit bekommen haben. Wenn Julian Gas gibt und sich im Training anbietet, werde ich das honorieren.“
 
Bis dahin gilt es für Julian Malatini allerdings, die nächsten Schritte im Comeback-Prozess zu gehen. Erst wenn er wieder vollständig belastbar ist, wird der Innenverteidiger des SV Werder Bremen auch bei den entscheidenden taktischen Übungen nicht mehr nur Zuschauer sein. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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