Abschiedsgedanken passé

Justin Njinmahs neuer Anlauf: Stürmer wittert nach Trainerwechsel neue Chance bei Werder

Nach dem Trainerwechsel beim SV Werder Bremen kann sich Justin Njinmah einen Verbleib an der Weser vorstellen - doch seine Zukunft ist trotzdem noch unklar!

Bremen – Als die vorsichtige Bitte kam, hatte Justin Njinmah gerade alle Hände voll zu tun – und zwar buchstäblich. Am letzten Arbeitstag vor dem wohlverdienten Sommerurlaub, ein paar Wochen ist das inzwischen her, balancierte der Stürmer des SV Werder Bremen behutsam ein Schälchen mit Pommes in der einen sowie eine Bratwurst in der anderen Hand durchs Nordseestadion, nachdem er in der Halbzeit des Testspiels beim OSC Bremerhaven ausgewechselt worden war. Eine Mahlzeit, gedacht als Lohn für eine kräftezehrende Saison – und doch musste sie noch kurz warten.

Justin Njinmah kann sich nach dem Trainerwechsel einen Verbleib beim SV Werder Bremen vorstellen - weil die Grün-Weißen einen Transferüberschuss erzielen müssen, könnte der Stürmer aber trotzdem verkauft werden.

Nach Trainerwechsel: Justin Njinmah kann sich Verbleib beim SV Werder Bremen vorstellen

Der Gruppe junger Werder-Fans, die plötzlich mit Stift und Trikot vor Justin Njinmah auf der Laufbahn stand, wollte der Profi den Autogrammwunsch nicht ausschlagen. Wie eine Trophäe hielten die Kinder das unterschriebene Shirt danach hoch, brachten es auf der Tribüne in Sicherheit. Njinmah, das wurde während des Tages in Bremerhaven mehr als deutlich, zählt nach wie vor zu den gefragtesten Bremer Spielern, wenn es um Selfies und Unterschriften geht. Und aktuell spricht sehr viel dafür, dass er für beides auch in der Saison 2025/26 als Profi des SV Werder Bremen zur Verfügung steht. Zur Erinnerung: Vor nicht allzu langer Zeit hatte sich Njinmah nach Informationen der DeichStube noch ernsthaft mit Gedanken an einen Abgang aus Bremen beschäftigt. Seine Tendenz für den Sommer soll klar in diese Richtung gezeigt haben. Inzwischen, so ist zu erfahren, hat beim 24-Jährigen, dessen Vertrag noch bis 2027 läuft, jedoch ein Umdenken stattgefunden, was untrennbar mit der Personalie des Cheftrainers verknüpft ist.

Mit seiner Rolle unter Ole Werner war der Stürmer unzufrieden, weil er für sich zu wenig Spielzeit und keine Perspektive auf Besserung sah. Bereits zu gemeinsamen Kieler Zeiten soll das ähnlich gewesen sein, was im Sommer 2021 zu Njinmahs Wechsel zu Werder Bremen beitrug. Kurz nachdem Werner im Herbst 2021 am Osterdeich übernahm, wurde der Stürmer nach Dortmund verliehen, von wo er 2023 zurückkehrte. Eine weitere Saison unter Werner soll für Njinmah jetzt eine Art Ausschlusskriterium gewesen sein, deshalb ließ er den Markt nach Alternativen sondieren. Nach dem Trainerwechsel bei Werder hat sich die Ausgangslage nun grundlegend verändert: Unter Werner-Nachfolger Horst Steffen will Justin Njinmah voll angreifen und sich während der Vorbereitung für einen Stammplatz empfehlen.

Werder Bremens Peter Niemeyer: „Justin Njinmah bringt alle Voraussetzungen mit, um in der Bundesliga die nächsten Schritte zu gehen“

„Ein Trainerwechsel bietet immer neue Chancen für die Spieler“, sagt Peter Niemeyer als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen gegenüber der DeichStube – und erklärt: „Natürlich kann auch Justin davon profitieren. Diese Möglichkeit sieht er für sich. Aber natürlich ist er selbst hauptverantwortlich dafür. Er muss körperlich stabil sein und sich anbieten.“ Nach einer komplizierten Saison, geprägt von einer langwierigen Sprunggelenksverletzung, ist der Stürmer körperlich inzwischen wieder auf der Höhe, kann wieder schmerzfrei Fußball spielen. Beim Trainingsauftakt am 7. Juli wird er mit auf dem Platz stehen, um sich Horst Steffen vom ersten Tag an zu präsentieren, worauf sich der neue Coach freut. Niemeyer: „Horst hat signalisiert, dass er große Lust darauf hat, mit Justin zu arbeiten und ihn voranzubringen.“ Grundsätzlich hält der Leiter Profifußball fest: „Justin bringt alle Voraussetzungen dafür mit, um in der Bundesliga die nächsten Schritte gehen zu können. Wir sind froh, dass wir ihn bei uns haben.“

Justin Njinmah selbst fühlt sich in Stadt und Verein weiterhin sehr wohl, heißt es. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass es am Ende nicht doch zu einem Abgang kommt. Mit einem Marktwert von derzeit sieben Millionen Euro zählt Njinmah weiterhin zu den wertvollsten Spielern des Bremer Aufgebots. Da sich Werder Bremen bekanntlich das Ziel gesetzt hat, im Sommer einen Transferüberschuss von 7,5 Millionen Euro zu erwirtschaften, dürfte der Verein aufmerksam hinhören, sollte ein lukratives Angebot für den schnellen Außenstürmer eingehen. Im vergangenen Winter hatten die Bremer Verantwortlichen noch eine Zehn-Millionen-Euro-Offerte vom italienischen Topclub AS Rom für Njinmah ausgeschlagen. In dieser Größenordnung dürfte sich kaum erneut etwas ergeben, dafür war das vergangene halbe Jahr des Profis sportlich nicht ertragreich genug. Einen Markt hat er aber durchaus. Nach Informationen der DeichStube gibt es erste lose Anfragen von ausländischen Clubs. Konkretes war bisher aber noch nicht dabei. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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