Bei 2:2 gegen Stuttgart
Super-Tor und Elfer-Frust: Werder-Profi Justin Njinmah liefert bei starkem Startelf-Comeback jede Menge Gesprächsstoff
Werder Bremen freut sich über das Startelf-Comeback von Justin Njinmah, doch der spielt aktuell unter Schmerzen. Derweil sorgt seine Elfmeter-Szene für Diskussionen.
Bremen – Keine Frage: Die Hereinnahme von Justin Njinmah beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart hatte sich absolut bezahlt gemacht. Der Stürmer besorgte nach perfekter Flanke von Marvin Ducksch mit einem sehenswerten Kopfball-Treffer nicht nur die frühe Führung für den SV Werder Bremen (6.), sondern lieferte mit einem spielfreudigen Auftritt und einem Pfostenschuss vor der Pause auch allerlei Argumente für seine Startelf-Nominierung. Für Aufregung sorgte zudem eine Szene, in der Njinmah Mitte der ersten Halbzeit bei einem Zweikampf mit Jeff Chabot im Strafraum zu Boden sank und dafür zunächst einen Elfmeter zugesprochen kam (30.).
Diskussion über VAR und zurückgenommenen Elfmeter: So sehen Werder Bremen und Justin Njinmah die Szene
Zuvor hatte der 24-Jährige seinen Gegenspieler mit einem Beinschuss düpiert und war in der Folge nach einem vermeintlichen Foulspiel des Stuttgarters zu Fall gekommen. Schiedsrichter Harm Osmers zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt. Doch schnell wurde klar: Einen richtigen Kontakt hatte es nicht gegeben. Also revidierte der Fifa-Referee seine Entscheidung nach Eingriff des VAR und Ansicht der TV-Bilder. „Ich weiß nur, dass er den Ball nicht trifft, den treffe ich. Ob es dann für einen Elfer reicht? Keine Ahnung. Versuchen kann man es ja mal“, kommentierte Justin Njinmah die Szene im Anschluss – und fügte noch hinzu: „Er trifft mich, ich lasse mich fallen. Ich habe erstmal gedacht: Dann ist es ein Elfmeter. Ich fand auf jeden Fall nicht, dass es eine klare Fehlentscheidung war.“
Coach Ole Werner, der angab, die besagte Elfer-Szene bis zum Start der Pressekonferenz noch nicht auf einem Monitor gesehen zu haben, befand: „Mir ist berichtet worden, dass es da keinen klaren Kontakt gab – auch von Angestellten des SV Werder Bremen.“ Der 36-Jährige ärgerte sich vielmehr über zwei weitere grenzwertige Strafraumduelle: „Aus meiner Sicht gab es zwei andere Szenen, die für mich jeweils ein Elfmeter sind. Niklas Stark erste Halbzeit beim Standard und Mitch Weiser zweite Halbzeit beim Standard.“ Stark war von Gegenspieler Atakan Karazor mit einer kleinen Ringeinlage zu Fall gebracht worden – die Pfeife von Harm Osmers blieb jedoch stumm (37.).
Werder Bremen freut sich über Justin Njinmahs Startelf-Comeback - aber der spielt noch unter Schmerzen
Auch Weiser war in der Schlussphase der Partie von einem Stuttgarter umklammert worden, doch auch dieser handfeste Textiltest war dem Unparteiischen zu wenig für einen Elfmeterpfiff, was Marvin Ducksch derart auf die Palme brachte, dass er sich eine Gelbe Karte wegen Meckerns einhandelte (87.). „Auch, wenn man sagt, nicht jeder Kontakt im Strafraum muss gepfiffen werden. Das sind für mich zwei Situationen, wo beide eine gute Chance haben, an den Ball zu kommen“, haderte da auch Ole Werner, der sich immerhin über das gelungene Startelf-Comeback von Justin Njinmah freuen durfte. Auch wenn dieser noch lange nicht wieder auf physischem Top-Niveau ist.
„Die Verletzung ist noch nicht fertig verheilt. Ich spiele unter Schmerzen“, verriet der gebürtige Hamburger mit Blick auf seine Sprunggelenksverletzung aus dem Oktober. Und weiter: „Es ist nicht so, dass etwas passieren kann. Deswegen bin ich auch bereit, mich auf dem Platz zu opfern. Aber ich muss mich jetzt durchbeißen in den nächsten Wochen und Monaten.“ Schließlich hat der selbstbewusste Angreifer des SV Werder Bremen nach seinem starken Auftritt gegen die Schwaben noch so einiges vor, wie er mit einer kleinen Kampfansage untermauerte: „Wenn ich bei 100 Prozent bin, weiß ich, dass ich in dieser Mannschaft ein Schlüsselspieler sein kann.“ (mwi/mbü)