Lob und Kritik

Erst unauffällig, dann entscheidend: Njinmah trifft für Werder – Thioune und Fritz sehen Luft nach oben

Justin Njinmah ist froh über sein wichtiges Siegtor für Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg. Nach dem Spiel gab es für ihn aber Lob und Kritik.

Der Jubel bei Justin Njinmah kannte keine Grenzen. Verfolgt von seinen Teamkollegen rannte der Stürmer des SV Werder Bremen nach seinem Siegtreffer gegen den VfL Wolfsburg in Richtung Eckfahne und schrie seine Freude, während er auf den Knien rutschte, regelrecht aus sich heraus. Dabei dürfte auch eine ordentliche Portion Erleichterung eine Rolle gespielt haben – sowohl aufgrund der sportlichen Gesamtsituation als auch wegen seiner persönlichen Torflaute. Schließlich lag Njinmahs letzter Bundesliga-Treffer bereits mehr als zwei Monate zurück. „Es ist kein Geheimnis, dass ich in den letzten Wochen und Monaten öfter ein paar Hochkaräter vergeben habe. Deshalb freue ich mich, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte“, sagte der gebürtige Hamburger nach der Partie am „Sky“-Mikrofon und fügte hinzu: „Das ist meine Aufgabe.“

Justin Njinmah bejubelt sein wichtiges Tor für den SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg.

Justin Njinmah schießt Siegtor für Werder Bremen - aber sein Trainer wünscht sich noch mehr von ihm

Diese erfüllte der 25-Jährige mit dem goldenen Treffer des Tages – auch wenn ihm zuvor in der Partie nicht allzu viel gelungen war. „Gegen physisch starke Spieler ist es nicht immer einfach“, betonte Sportchef Clemens Fritz. Gleichzeitig legte Fritz aber auch den Finger in eine bei Justin Njinmah bekannte Wunde: „Die Szenen, die er am Anfang hatte – da kann er noch klarer werden in seiner Spielweise.“ In eine ähnliche Kerbe schlug auch Werder Bremens Cheftrainer Daniel Thioune am Sonntagvormittag in einer Medienrunde: „Wir hatten an sich sehr gute Umschaltmomente. Da hätte ich mir gewünscht, dass Justin noch mehr durchbricht. Das war auf jeden Fall noch ausbaufähig.“

Werder Bremen-Stürmer Justin Njinmah trifft mal wieder: „Das Tor macht er top - und das überwiegt“

Allzu große Kritik wollten jedoch weder Fritz noch Thioune am Torschützen aufkommen lassen. Schließlich hatte Justin Njinmah dem Team mit seinem Treffer entscheidend geholfen und sich selbst nach Wochen des Wartens wieder belohnt. „Wenn man als Neuner auf den Platz geschickt wird, muss man in erster Linie Tore erzielen – und diese Aufgabe hat er erfüllt“, freute sich der Trainer des SV Werder Bremen. Dass sein Abschluss sogar noch leicht – aber womöglich entscheidend – von einem Verteidiger des VfL Wolfsburg abgefälscht wurde, schmälerte Njinmahs Freude keineswegs. „Das ist vielleicht auch ein bisschen das Glück, das wir uns erkämpft haben“, sagte der Stürmer über seinen fünften Saisontreffer. Und auch Clemens Fritz kam trotz des zuvor eher unauffälligen Auftritts des Angreifers zu einem klaren Fazit: „Das Tor macht er top – und das überwiegt. Ich freue mich sehr für ihn.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ayman Alahmed/STEINSIEK.CH

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