Nach Cottbus-Testspiel

Hein patzt, Schlager überzeugt: Werder-Konkurrenzkampf im Tor nimmt Fahrt auf

Im Testspiel des SV Werder Bremen gegen Energie Cottbus unterlief Karl Hein ein Fehler. Wie Daniel Thioune nun über den Konkurrenzkampf im Tor denkt.

Seit der Verpflichtung des österreichischen WM-Torhüters Alexander Schlager gibt es zumindest im Umfeld des SV Werder Bremen Diskussionen über die Besetzung im Tor. Mittlerweile haben die Verantwortlichen den halbwegs offenen Konkurrenzkampf durchweg als positiv bewertet, Karl Hein aufgrund der vergangenen Saison, in der er noch Herausforderer hinter Mio Backhaus war, öffentlich einen leichten Vorsprung eingeräumt. Deutlich wurde aus den bisherigen Aussagen von Cheftrainer Daniel Thioune jedoch auch: Am Ende wird Leistung belohnt. Deshalb darf sich keiner der beiden Torhüter größere Fehler erlauben. Genau solch einen leistete sich Hein jedoch beim 4:2-Testspielsieg bei Zweitligist Energie Cottbus vor dem ersten Gegentor. Sein ungenaues Zuspiel im Spielaufbau auf Dariusz Stalmach wurde vom Cottbuser Tolcay Cigerci abgefangen, der anschließend frei vor dem Tor zur frühen Führung der Gastgeber traf.

Konkurrenzkampf im Tor des SV Werder Bremen: Während Karl Hein (li.) neben guter Paraden auch einmal patzte, zeigte Alexander Schlager (re.) eine fehlerfreie Leistung.

Konkurrenzkampf mit Alexander Schlager: Karl Hein patzt im Testspiel des SV Werder Bremen gegen Energie Cottbus

„Wenn der letzte Mann hinten einen Fehler macht, dann klingelt es“, sagte Thioune nach der Partie über die Szene, die seine Mannschaft in den Tagen zuvor noch intensiv trainiert hatte. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Feststellung, dass ich weiter mit den Jungs daran arbeiten muss“, erklärte der Coach des SV Werder Bremen weiter. Zwar wolle er grundsätzlich sehen, „dass wir Fußball spielen, weil wir mutig sind“, betonte der 52-Jährige, fügte aber hinzu: „Man muss natürlich auch die Gefahr abwägen.“ Diese war in der Szene – nicht nur wegen des hohen Pressings des Zweitligisten, sondern auch aufgrund des tiefen, nassen Rasens – schlicht zu groß. Grund genug für Thioune, Hein während einer Spielunterbrechung noch einmal zu sich zu rufen und ihm andere Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. „Das war aber auch das einzige Thema“, stellte der Trainer später klar.

Alexander Schlager zeigt gute Leistung, Patzer von Karl Hein ändert nicht an Rangfolge im Tor des SV Werder Bremen

In den zweiten 60 Minuten in der Lausitz stand dann wie geplant Neuzugang Schlager erstmals zwischen den Pfosten. Der 30-Jährige konnte sich dabei gleich mehrfach auszeichnen. „Ich würde sagen: Das war eine gute Entscheidung, die wir als Verein getroffen haben“, sagte Thioune mit Blick auf die Verpflichtung. „Nein“, lautete zunächst seine knappe Antwort auf die Frage, ob das Testspiel, in dem Hein auch zwei starke Paraden gezeigt hatte, etwas an der bisherigen Rangfolge im Tor des SV Werder Bremen verändert habe. Anschließend holte er doch noch etwas weiter aus: „Ich freue mich, dass ich zwei wirklich gute Torhüter habe. Die werden sich gegenseitig pushen, und ich bin gespannt, inwieweit dieser Druck wieder dazu führt, dass Leistung generiert wird.“

Ähnlich sei es bereits in der vergangenen Saison gewesen, als auch Hein seinen Anteil daran gehabt habe, dass sich Mio Backhaus im Konkurrenzkampf kontinuierlich steigerte. Ein vergleichbares Szenario würden sich die Verantwortlichen des SV Werder Bremen auch in dieser Spielzeit wünschen – unabhängig davon, wer am Ende die Nase vorn hat. Denn für Thioune ist klar: „In diesem Jahr ist der Kampf genauso offen.“ (bvo/mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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