Bei Werder-Test gegen St. Pauli
Kaum Impulse aus der zweiten Reihe: Werder und der Wunsch nach mehr Konkurrenzkampf
Bei Werder Bremen fehlt es an Konkurrenzkampf - auch im Testspiel gegen den FC St. Pauli konnte sich kaum ein Profi aus der zweiten Reihe für mehr empfehlen!
Bremen – Freundschaftsspiele sind bekanntlich zum Testen und Ausprobieren da. Häufig agieren Profis auf ungewohnten Positionen oder neben Mitspielern, mit denen sie in dieser Konstellation noch nicht allzu oft auf dem Platz standen. Beim SV Werder Bremen war dies in der zweiten Halbzeit des ereignisarmen Tests gegen den FC St. Pauli (0:0) der Fall. Während im ersten Durchgang noch die vermeintliche A-Elf auf dem Rasen stand, durften sich nach der Pause Spieler wie Keke Topp, Samuel Mbangula, Olivier Deman oder Skelly Alvero beweisen. Auf sich aufmerksam machen konnte dabei allerdings so gut wie kein Bremer Profi. Speziell in der Offensive gab es im zweiten Durchgang keine einzige Abschlusssituation mehr.
Werder Bremens Clemens Fritz: „Wir müssen viel genauer spielen und deutlich mehr Überzeugung in unseren Aktionen haben“
„In der zweiten Halbzeit war da kaum noch ein Angriff, der vernünftig war. Dementsprechend war ich mit der zweiten Halbzeit noch weniger zufrieden als mit der ersten“, monierte Werders Cheftrainer Horst Steffen. Zwar gehört zur Wahrheit dazu, dass die Grün-Weißen auch in Hälfte eins reichlich Luft nach oben hatten, die Partie gegen den FC St. Pauli war da aber noch wesentlich ausgeglichener als nach der Pause. In der zweiten Halbzeit war „unser Spiel nach vorne ruckelig“, wie Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball des SV Werder Bremen, zusammenfasste: „Wir müssen viel genauer spielen und deutlich mehr Überzeugung in unseren Aktionen haben, denn das ist im Moment ein bisschen zu wenig.“
Diese Ansage galt zwar nicht ausschließlich den Spielern aus der zweiten Reihe, dennoch dürften sich gerade aus dieser Gruppe viele angesprochen fühlen. Trotz der häufig betonten Kaderbreite gibt es bei Werder auf vielen Positionen kaum echten Konkurrenzkampf – im Gegenteil. Die Startelf des SV Werder Bremen stellt sich größtenteils, wie bereits unter Vorgänger Ole Werner, von selbst auf. Spieler wie Romano Schmid, Jens Stage, Amos Pieper oder Yukinari Sugawara bringen zweifelsohne Qualität mit, großen Druck im Kampf um ihren Stammplatz verspüren sie aktuell jedoch kaum, was sich teilweise auch in den Leistungen widerspiegelt.
Werder Bremens Horst Steffen: „Wir müssen erarbeiten, warum es so war, und den Jungs zeigen, wie wir es besser machen“
„Es war keine gute zweite Halbzeit, da wollen wir nicht drum herumreden“, fasste Horst Steffen zusammen und betonte: „Es hat jeder gesehen, dass wir im zweiten Durchgang mehr liefern können. Und dementsprechend glaube ich, dass das auch jeder einzelne Spieler weiß.“ Was mit Blick auf den Pflichtspielstart nicht ganz unwichtig wäre – zumal in der Offensive des SV Werder Bremen durch den Ausfall des ebenfalls glücklosen Victor Boniface sowie der noch offenen Stürmersuche grundsätzlich Zeit und Raum da wären, um sich aufzudrängen. Gegen den FC St. Pauli ist das jedoch keinem Bremer gelungen, so blieben etwa Samuel Mbangula und Keke Topp einmal mehr blass.
Scharfe Kritik oder persönliche Enttäuschung gegenüber einzelnen Spielern äußerte Horst Steffen nach der Partie wie gewohnt nicht. Der Cheftrainer des SV Werder Bremen nahm sich lieber selbst mit in die Pflicht: „Wir müssen herausarbeiten, warum es so war, und den Jungs zeigen, wie wir es besser machen. Das ist meine Aufgabe.“ (bvo/mbü)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
