Die zwei Seiten der Schönheit
Werder Bremen hat spielerisch Nachholbedarf, doch intern wächst die Freude an der bisherigen Entwicklung
Der SV Werder Bremen steht nach acht Bundesliga-Spieltagen ordentlich da, überzeugt mit der Spielweise aber längst nicht alle Betrachter. Wie die Grün-Weißen ihre Entwicklung selbst einordnen.
Bremen – Dieses „Ja, aber“ war auch Horst Steffen nicht verborgen geblieben. Da gab es zwar allenthalben die Freude über den zweiten Heimsieg in Folge, jedoch eben auch oft den Hinweis auf ein wenig gefälliges Offensivspiel des SV Werder Bremen. Manch Fan griff auf dem Nachhauseweg sogar zur Vokabel „unansehnlich“. Den Trainer des SVW quälte da bei der Betrachtung des Gezeigten weit weniger Unbehagen. „Für die Zuschauer war es nicht so torgefährlich, aber von der Aktivität, Intensität und dem Verteidigen unseres Tores her war das für uns ein großer Schritt nach vorne“, sagt der 56-Jährige. „Deshalb war ich ganz glücklich mit der Leistung der Mannschaft.“
Entwicklung bei Werder Bremen: Sportchef Clemens Fritz ist zufrieden und sieht SVW „auf einem guten Weg“
Wie es so häufig ist, die Attraktivität einer Beobachtung steigt oder fällt mit der Perspektive, aus der sie vorgenommen wird. „Für uns war es ein Schritt nach vorne“, meint auch Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube. Und der Fußball-Chef des SV Werder Bremen präzisiert: „Es waren viele Dinge zu sehen, an denen wir zuvor intensiv gearbeitet haben. Wir waren viel ballsicherer und ruhiger in unseren Aktionen. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters – für mich zählt vor allem die Entwicklung. Und die sehe ich absolut.“
Insbesondere nach dem Auftaktprogramm des SV Werder Bremen, auf das Fritz nicht müde wird hinzuweisen. Zuzüglich der weiteren Erscheinungen, die Werders Saisonstart begleitet haben. „Wir hatten einen Trainerwechsel, viele Spieler sind neu“, erinnert der Ex-Profi und unterschlägt dabei noch die Verletzten, die einen reibungslosen Ablauf erschwerten. Deshalb weiß Fritz die aktuell elf Punkte samt Tabellenplatz neun durchaus zu schätzen. Ebenso wie die Tatsache, dass es zwar schon 16 Gegentore gab, aber auch bereits drei Zu-Null-Spiele. Eine ordentliche Bilanz unter den gegebenen Voraussetzungen. Fritz: „Bei derartigen Veränderungen braucht es dann ganzheitlich eben etwas mehr Zeit. Aber wir sind da auf einem guten Weg.“ (mbü)
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