Sportchef geht fest von Verbleib aus
Baumann: „Kein Ultimatum für Kruse“
Bremen - Beim Thema Thomas Delaney hatte Werder-Coach Florian Kohfeldt am Saisonende Klartext gesprochen und eine Entscheidung über dessen Zukunft bis Mitte/Ende Juli gefordert. Ähnliches soll sich nun im Fall Max Kruse wiederholt haben.
Die „Bild“ berichtet von einem Ultimatum des Trainers. Doch dem widerspricht Sportchef Frank Baumann energisch: „Es gibt kein Ultimatum.“ Die Personalie Kruse wird zum Dauerthema in diesem Sommer. Immer wieder berichten verschiedene Medien, dass der 30-Jährige angeblich mit einem Wechsel liebäugelt.
Aus Baumanns Sicht ist das viel zu weit gedacht. Kruse halte sich nur eine Tür offen, und das sei absolut legitim und bei Kruse nichts Neues: „Ich habe doch schon mehrfach gesagt, dass Max bei einem lukrativen Angebot von einem Club, der in der Champions League spielt, die Möglichkeit haben will, darüber nachzudenken.“ Und Fakt ist nun einmal: Mit einer Vertragslaufzeit von nur noch einem Jahr wäre dann ein Wechsel leichter zu vollziehen, als wäre der Kontrakt gerade erst langfristig verlängert worden.
Max Kruse: Seine Karriere in Bildern




Trotzdem ist auch dieses Thema nicht vom Tisch. „Natürlich wollen wir mit Max verlängern“, sagt Baumann: „Wir sind da auch im Austausch. Max fühlt sich hier sehr wohl und kann sich absolut vorstellen, noch länger zu bleiben.“ Aber für den Fall der Fälle will der Angreifer eben bestmöglich vorbereitet sein.
Doch kann so ein Angebot überhaupt kommen? Aus der Premier League haben sich Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur und der FC Liverpool für die Königsklasse qualifiziert. Schwer vorstellbar, dass diese Clubs einen 30-jährigen Angreifer aus Deutschland verpflichten, der sich in der vergangenen Saison mit sechs Toren und acht Vorlagen nicht besonders hervorgetan hat. Für die WM war Kruse ebenfalls kein Thema.
Hoffenheim kein Thema für Kruse
Ähnlich verhält es sich mit der Primera Division, wo die vier Champions-League-Teilnehmer FC Barcelona, Atletico Madrid, Real Madrid und FC Valencia andere Kaliber suchen als Kruse. Bliebe noch der deutsche Markt. Der FC Bayern scheidet dabei ganz sicher aus (siehe Premier League und Primera Division). Borussia Dortmund und der FC Schalke könnten dagegen durchaus Interesse haben – 1899 Hoffenheim sogar noch ein bisschen mehr. Doch ein Wechsel in den Kraichgau soll für Kruse dem Vernehmen nach nicht infrage kommen. Da fehle ihm die Strahlkraft des Clubs. Schalke und Dortmund haben da mehr zu bieten, sich aber bislang nicht gemeldet.
Baumann ist jedenfalls ganz entspannt: „Ich gehe fest davon aus, dass Max auch in der nächsten Saison bei uns spielen wird.“ Mit dem Fall Delaney sei das nicht zu vergleichen. Der 26-jährige Däne habe in diesem Sommer unbedingt den nächsten Schritt in seiner Karriere machen wollen, ein Wechsel sei absehbar gewesen, so Baumann. Deshalb habe Kohfeldt Klarheit bis zur Rückkehr des WM-Teilnehmers Mitte/Ende Juli gefordert. Und der Coach hat sie schnell bekommen: Der Transfer von Delaney zu Dortmund ist längst perfekt.
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