Neuzugang vergibt Großchance
„Dann tut es halt mal weh“ – die doppelten Leiden von Werder-Stürmer Topp
Zell am Ziller – Als der Pausenpfiff ertönte, da humpelte Keke Topp vom Platz. Wahrscheinlich schmerzte nicht nur sein Fuß, der Mitte der ersten Halbzeit bei der 0:3-Testspiel-Pleite des SV Werder Bremen gegen US Lecce einen heftigen Tritt erlitten hatte. Auch die Fußballer-Seele könnte durch eine Szene kurz vor der Pause einen kleinen Knacks bekommen haben.
Gemeinsam mit Isak Hansen-Aaröen hatte Keke Topp eine hundertprozentige Chance verdaddelt. Kein schöner Moment für die beiden Talente des SV Werder Bremen, der aber gerade bei so jungen Spielern gewiss kein Drama ist .„Es wäre einfacher gewesen, dass ihn Isak einfach reinmacht. Diese Schärfe fehlt uns vielleicht noch“, urteilte Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer. Hansen-Aaröen hatte nach einem Fehlpass von Lecce-Keeper Wladimiro Falcone den Ball nicht ins Tor geschossen, sondern zu Topp, der etwas überrascht sein Heil im Dribbling gegen den Keeper suchte – und scheiterte. Ein großes Seufzen hallte durch das mit 1800 Zuschauern ausverkaufte Parkstadion von Zell am Ziller. Diese Aktion passte irgendwie zu diesem glücklosen Bremer Auftritt im Zillertal, auch Justin Njinmah vergab später noch eine Hundertprozentige.
Keke Topp vergibt Großchance für Werder Bremen und bekommt ordentlich auf die Socken
Keke Topp hatte in seiner 45-minütigen Spielzeit viel versucht, sich immer wieder angeboten, mit seiner Körperlichkeit viele lange Bälle auf ihn verteidigt, aber eben nicht immer dahingebracht, wo sie hätten gefährlich werden können. Und von den Italienern gab es ordentlich auf die Socken, Mitte der ersten Halbzeit einmal auch richtig fies. Topp brauchte ein bisschen, um sich davon zu erholen. Nach dem Pausenpfiff kehrte der Schmerz dann offenbar zurück. Niemeyer machte sich trotzdem keine Sorgen: „Ich glaube, es war nicht so schlimm. Das gehört zu seinem Spiel, dass er sich da in die Zweikämpfe reinhaut. Dann tut es halt auch mal weh.“ In die Einzelkritik wollte Niemeyer bei Topp nicht gehen und hielt nur ganz allgemein zum eher mauen Offensivspiel des SV Werder Bremen fest: „Wir müssen uns vorne noch präsenter zeigen und die Bälle noch besser halten.“ (kni)