„Toll, wie er sich eingebracht hat“

Kein eigenes Tor, aber starke Leistung: Topp hinterlässt bei Werders U23 bleibenden Eindruck

Keke Topp hat am Dienstagabend für die U23 des SV Werder Bremen gespielt und dabei eine starke Leistung gezeigt. Wie Trainer Christian Brand den Einsatz bewertet.

Bremen – Dass sie alle nur für Keke Topp zum Stadion „Platz 11“ gekommen waren, darf bezweifelt werden. Und doch dürfte das Trainer-Gespann aus Horst Steffen und Raphael Duarte sowie die sportliche Führungsriege aus Clemens Fritz, Peter Niemeyer und Johannes Jahns den Angreifer des SV Werder Bremen am Dienstagabend ganz genau beobachtet haben. Beim 4:0-Heimerfolg der Werder-U23 gegen den VfB Lübeck sollte und vor allem wollte Topp wichtige Spielpraxis sammeln – und hinterließ nicht nur bei Werders Profi-Entourage einen bleibenden Eindruck.

Engagierte Leistung: Keke Topp überzeugte am Dienstagabend im Spiel der U23 des SV Werder Bremen gegen den VfB Lübeck.

Keke Topp bei Werder Bremens U23 sehr engagiert, doch im Abschluss fehlt das Glück – Trainer Brand schwärmt

„Man hat gesehen, was für ein großes Potenzial er hat“, lobte U23-Cheftrainer Christian Brand seinen „Leih-Stürmer“ nach der Partie gegenüber der DeichStube. Gegen den VfB hatte Keke Topp vor dem 1:0 von Salim Musah (9.) den vorletzten Pass gespielt. Kurz vor der Pause war der 21-Jährige dann selbst in aussichtsreicher Schussposition, hatte aber das Auge für den noch besser postierten Cimo Röcker, der nach Topps uneigennütziger und punktgenauer Vorlage auf 2:0 für Werder Bremen stellte (45.+2). „Ich finde es toll, wie er sich eingebracht hat“, urteilte Brand zufrieden.

Dass Topp auch selbst gerne ein Tor für die U23 des SV Werder Bremen erzielt hätte, wurde vor allem in der zweiten Halbzeit deutlich. Kam er trotz engagierter Vorstellung im ersten Durchgang nur selten selbst in die gefährlichen Zonen, hatte der Gnarrenburger nach dem Seitenwechsel gleich mehrere Hochkaräter auf dem Fuß. Doch mal wurde sein Schuss vor der Linie geblockt (48.), dann trudelte ein Lupfer knapp am Tor vorbei (67.). Fast schon verbissen setzte Keke Topp sich immer wieder gegen die teils überforderten Lübecker durch. Nur im Abschluss fehlte bis zu seiner Auswechslung kurz vor Schluss (89.) das Glück. „Es wäre schön gewesen, wenn er sich selber belohnt hätte“, fand auch Brand, richtete den Blick aber lieber aufs Positive: „Spiele sind immer gut. Ich glaube, es hat ihm gut getan auch mal wieder 90 Minuten in den Beinen zu haben.“

Kaum Eingewöhnung: So lief es für Keke Topp bei der U23 des SV Werder Bremen

Der Vorschlag zur Stippvisite bei der Bremer U23 kam dabei von Topp selbst. „Das zeigt eine sehr reife, eine sehr professionelle Einstellung“, betonte Brand, der nach ersten Anzeichen am Sonntag in der Einheit am Montag erstmals auch Keke Topp im Training des Werder-Nachwuchs begrüßen durfte. Viel Zeit, Abläufe einzustudieren, blieb da nicht, war aber auch nicht nötig. Brand: „Bei so einem guten Spieler muss man gar nicht viel sagen. Man gibt ihm ein, zwei Optionen, wo man was erkennt und er hat selber sehr, sehr viele Sachen richtig gut erkannt. Das zeigt auch seine außergewöhnliche Qualität.“

Ein Unbekannter war Topp, der in der Jugend bereits das Trikot des SV Werder Bremen getragen hatte, für Brand zudem nicht. Ein Vorteil für den Kurzbesuch am Dienstagabend: „Ich kenne Keke seit der U16 und er ist natürlich ein hervorragender Fußballer. Für mich war wichtig, dass er hier frei spielt. Er hatte total Lust auf die Aufgabe und das hat man ihm in jeder Minute im Training und im Spiel angesehen.“ Dass Topp selbst keinen eigenen Treffer bejubeln durfte, schmälerte das nicht. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass ihn das irgendwie groß belastet“, sagte Brand, hielt aber fest: „Er ist Stürmer, er ist Fußballer, er will auch treffen. Also ein bisschen macht das immer was.“ Am bleibenden Eindruck, den Keke Topp hinterlassen hat, dürfte das aber nichts ändern. (tos)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Oliver Baumgart

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