Vor Regionalliga-Einsatz
Keke Topps schwerer Stand: Werder-Stürmer geht Umweg über Bremer U23
Bei den Profis des SV Werder Bremen hat Keke Topp aktuell einen schweren Stand. Jetzt geht der Stürmer einen Umweg - und spielt für die U23.
Bremen – 12 plus 19 plus 17 ergibt: 48 Minuten. Und somit die bisherige Spielzeit, auf die es Keke Topp, verteilt auf drei Einsätze, in der laufenden Bundesliga-Saison bringt. Viel ist das nicht, im Gegenteil: Es ist wenig. Vor allem für einen Profi, der mit großen Erwartungen ins neue Spieljahr gestartet ist. In der Stürmer-Hierarchie des SV Werder Bremen, so scheint es, hat der 21-Jährige seit dem Sommer jedoch gehörig an Boden verloren, was nicht nur mit der Verpflichtung von Topstar Victor Boniface zu tun hat. Um sich möglichst schnell zurückzumelden, geht Topp nun einen Umweg – und verschafft sich die dringend benötigte Spielpraxis drei Ligen tiefer mit der Bremer U23.
Keke Topp spielt jetzt für U23 von Werder Bremen: „Eine Idee, die mit von ihm kam“
Während des bevorstehenden Regionalliga-Heimspiels gegen den VfB Lübeck (Dienstag, 19 Uhr, „Platz 11“/DeichStube-Liveticker) wird Keke Topp Werders U23-Aufgebot von Trainer Christian Brand angehören und voraussichtlich auch in der Startelf stehen. „In der Vorbereitung hat er viel Einsatzzeit gehabt, zuletzt dann eher weniger. Es geht jetzt darum, dass er Spielpraxis sammelt“, erklärt Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer gegenüber der DeichStube. Und weiter: „Deshalb haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, dass Keke am Dienstag für die U23 aufläuft. Es ist eine Idee, die mit von ihm kam.“
Als Degradierung ist der zeitweilige Rückschritt in die vierte Liga deshalb nicht zu verstehen, eher als Ausdruck von Topps Engagement. „Er ist sehr motiviert und bietet sich im Training an“, verdeutlicht Niemeyer, der sich mit Einsatzwille und Einstellung des Angreifers rundum einverstanden zeigt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass der Gnarrenburger, der im vergangenen Jahr von einem Riss des Syndesmosebandes zurückgeworfen wurde, seine Chance während der Saisonvorbereitung im Sommer nicht nutzen konnte und in den Testspielen blass blieb. Zu einem Zeitpunkt, als in großen Sturm-Puzzle des SV Werder Bremen noch etliche Teile fehlten. Nun sind sie da, und Topps Problem ist die große Konkurrenzsituation innerhalb des Kaders.
Keke Topp mit wenig Chancen als Mittelstürmer bei den Profis - U23-Einsatz soll aber Ausnahme bleiben
In Boniface haben die Bremer am Deadline-Day einen enorm großen Namen verpflichtet, der bisher zwar auch noch keine Bäume ausgerissen hat, Topps Chancen auf Einsatzzeit als Mittelstürmer aber grundsätzlich schmälert. Hinzu kommt, dass Spieler wie Marco Grüll, der an vier von fünf Spieltagen in der Startelf stand, und Justin Njinmah (ein Startelfeinsatz) unter Cheftrainer Horst Steffen plötzlich auch als zentrale Angreifer infragekommen und aufgestellt werden. Während das Duo auf die Flügel ausweichen könnte, ist Keke Topp auf die Rolle als Neuner angewiesen. Eine Position, auf der er Werder Bremen grundsätzlich auch helfen kann, wie sein guter Joker-Auftritt beim 3:3 gegen Leverkusen inklusive herrlichem Assist gezeigt hat. „Er kann unserem Spiel viel geben. Jetzt muss er dranbleiben“, fordert Niemeyer, für den Topps Ausflug zur U23 eine Ausnahme bleiben wird.
„Eine feste Lösung soll es nicht werden. Im Gegenteil: Wir wollen Keke auf sein bestes Niveau bringen und ihn auf dem Rasen des Weserstadions sehen“, sagt der Ex-Profi. Den Gedanken an eine mögliche Trennung während der Winterpause will Werders Leiter Profifußball deshalb aktuell nicht aufkommen lassen: „Ein Abgang im Winter ist derzeit kein Thema für uns.“ (dco)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Arne Amberg
