Nach dem 2:3 in Hamburg
Kommentar zu Werder Bremens Niederlage gegen den HSV: Viel zu wenig für ein Derby
Der SV Werder Bremen gibt bei der Niederlage gegen den HSV ein Bild ab, das über weite Strecken nicht derby-würdig war. Die Stimmung droht zu kippen. Ein Kommentar von DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus.
Clemens Fritz gab sich am späten Sonntagnachmittag ungewöhnlich kurz angebunden im Gespräch mit den Journalisten. Was durchaus nachvollziehbar war. Der Frust, er saß beim Sportchef des SV Werder Bremen tief, sehr tief sogar. Im Nordderby beim Hamburger SV hatte der Ex-Profi eine ebenso empfindliche wie verdiente 2:3-Pleite seiner Mannschaft mit ansehen müssen, deren schlimmste Eigenschaft nicht war, dass sie sich (ausgerechnet) an Fritz‘ 45. Geburtstag ereignete, nein. Viel schwerer als das wog die Tatsache, dass der Jubilar festhalten musste: „Nach hinten raus wollte es der HSV einfach mehr als wir, da war ihre Gier und Intensität höher.“ Autsch.
Werder Bremen gegen den HSV nicht derby-würdig: Stimmungsumschwung vor Weihnachten droht
Tatsächlich hatte Werder Bremen im Volkspark einen Auftritt hingelegt, der sicher nicht von Anfang bis Ende unterirdisch schwach, aber eben auch beileibe nicht derby-würdig war. Dafür fehlte es zu sehr an den nötigen Zutaten, an Feuer, Intensität, auch Konzentration, wovon der Gegner in Summe deutlich mehr aufbrachte. Was den Bremern wenige Wochen vor dem Weihnachtsfest wiederum eine komplizierte Situation beschert.
Ganz nüchtern betrachtet, ist das dritte sieglose Spiel in Serie zwar noch kein Grund zur allgemeinen Panik, aber doch birgt die Derby-Pleite eine große Gefahr – nämlich die eines Stimmungsumschwungs. Weil Niederlagen gegen den Erzrivalen eben nicht nur Niederlagen sind – sie haben das Potenzial, nachzuwirken.
Werder Bremen braucht noch vor Weihnachten dringend eine sicht- und messbare Leistungssteigerung
Zur Erinnerung: Fußballerisch laufen die Bremer schon länger den eigenen Ansprüchen hinterher, nur passten bis dato zumeist (irgendwie) die Ergebnisse, was vieles kaschierte. Damit ist es nun vorbei. In den verbleibenden beiden Spielen des Jahres – gegen Stuttgart und Augsburg – braucht es bei Werder Bremen deshalb dringend eine sicht- und messbare Leistungssteigerung, damit zu Weihnachten am Osterdeich nicht große Tristesse vorherrscht. (dco)
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