DeichStube-Kommentar

Kommentar zum Polizeikosten-Urteil und den Folgen für Werder und Co.: Jetzt muss der Profifußball solidarisch handeln 

Seit zehn Jahren herrscht Streit um Polizeikosten für Hochrisikospiele: Jetzt scheiterte die Deutsche Fußball-Liga vor dem Bundesverfassungsgericht - mit Folgen für Werder Bremen und den Profifußball.
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Seit zehn Jahren herrscht Streit um Polizeikosten für Hochrisikospiele: Jetzt scheiterte die Deutsche Fußball-Liga vor dem Bundesverfassungsgericht - mit Folgen für Werder Bremen und den Profifußball.

Ein DeichStube-Kommentar zum Urteil im Polizeikostenstreit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und dem Land Bremen, den daraus resultierenden Folgen für den SV Werder und den Profifußball.

Von Daniel Cottäus. Als der Polizeikostenstreit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und dem Land Bremen 2015 seinen Anfang nahm, hieß Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik, und die heutige Sturmhoffnung Keke Topp war zarte elf Jahre alt – das nur, um kurz zu veranschaulichen, wie lange das Thema verschiedene Gerichte beschäftigte. Damit ist es nun vorbei. Grundsätzlich, so legte es das Bundesverfassungsgericht am Dienstag fest, darf der Profifußball für die Mehrkosten des Polizeieinsatzes bei sogenannten Hochrisikospielen zur Kasse gebeten werden. Nachvollziehbar ist dieser Urteilsspruch allemal.

Dem Steuerzahler ist es schließlich nur schwer vermittelbar, dass er dafür aufkommen soll, dass durch einen erhöhten Polizeieinsatz letztlich das milliardenschwere, profitorientierte Fußballgeschäft am Laufen gehalten wird. Wichtig ist nun allerdings, dass der von den Richtern neugeschaffene juristische Rahmen gerecht ausgefüllt wird – sowohl innerhalb des Fußballs als auch darüber hinaus.

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Kommentar zum Polizeikosten-Urteil und den Folgen für Werder Bremen und Co.: Jetzt muss der Profifußball solidarisch handeln 

Einem fairen sportlichen Wettbewerb ist es ganz sicher nicht zuträglich, wenn Club A (aktuell also der SV Werder Bremen) Polizeikosten bezahlen muss, Club B aber nicht, weil sein Bundesland dem Bremer Modell nicht folgt. Hier ist der Profifußball gefordert, endlich die viel zitierte (und geforderte) Solidarität an den Tag zu legen, bestenfalls auch gegenüber kleineren Vereinen. Denn theoretisch kann die neue Polizeikosten-Regelung auch einen Regional- oder Drittligisten treffen, der nach einem hitzigen Derby plötzlich zahlen muss und dadurch in Existenznöte gerät. Themen, die dringend diskutiert werden müssen.

Darüber hinaus braucht es klare und transparente Regeln der Länder, wie sie künftig mit profitorientierten Großveranstaltungen außerhalb des Fußballs verfahren. Auch dort kann es bekanntlich zu erhöhtem Personalaufwand bei der Polizei kommen. Den wiederum wird der Staat künftig gegenüber seinen Rechnungsempfängern gut begründen müssen.

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