DeichStube-Meinung

Kommentar: Werder muss jetzt schleunigst aufwachen

Der SV Werder Bremen ist tiefer in die Krise gerutscht. DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus meint in seinem Kommentar: Werder muss jetzt schleunigst aufwachen.

Werder Bremen kurz vor Weihnachten 2025 – das ist deutlich mehr Baustelle als Besinnlichkeit, die schöne Bescherung beim deftigen 0:4 gegen den VfB Stuttgart hat diesen Eindruck am Sonntagabend endgültig zementiert.

Beim SV Werder Bremen herrscht nach dem jüngsten Debakel gegen den VfB Stuttgart Ratlosigkeit. DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus meint in seinem Kommentar: Werder muss jetzt schleunigst aufwachen.

Werder Bremen kurz vor Weihnachten mit vielen Problemen – ein Kommentar nach dem Debakel gegen den VfB Stuttgart

Es hakt bei Werder Bremen, gewaltig, und zwar von vorne bis hinten. Nachdem die Mannschaft von Cheftrainer Horst Steffen fußballerisch (mit wenigen Ausnahmen) in dieser Saison ihren eigenen Ansprüchen weit hinterherhinkt, tut sie es nun auch ergebnistechnisch – dass neuerdings auch noch das Thema „mangelnde Intensität“ hinzugekommen ist, macht die Sache nicht besser. Kurzer Exkurs: Stuttgart hat in der laufenden Saison stolze neun (!) Spiele mehr bestritten als Werder, eines davon gerade einmal drei Tage vor der Partie in Bremen – lief dort aber trotzdem in Summe über sieben Kilometer mehr als der Gegner. Um nur einen Wert herauszupicken, der nach Werders 0:4-Pleite gegen die Schwaben Grund zur Besorgnis gibt.

Dass die Verantwortlichen des SV Werder Bremen nach der Partie öffentlich unisono einen beschwichtigend-sachlichen Ton an den Tag legten, ist freilich ihr gutes Recht und vielleicht sogar eine Art cleverer Selbstschutz, um die Schlagzeilen nicht noch weiter zu befeuern. Andererseits nährt es jedoch den Eindruck, dass der Ernst der Lage intern noch nicht voll durchgeschlagen ist. Fest steht: Sich auf das verlockende Gefühl zu verlassen, dass die grundsätzliche Qualität im Kader schon ausreichen wird, um nicht in große Not zu geraten, wäre brandgefährlich. Weil es selten gut ausgeht.

Kommentar zu Krise: Werder Bremens Verantwortliche müssen schleunigst Antworten präsentieren

Vielmehr müssen sich jetzt alle Beteiligten in ihrer Arbeit hinterfragen und schleunigst Antworten präsentieren, wovon der Trainer ausdrücklich nicht ausgenommen ist. Während viele Spieler nach wie vor nach ihrer Form suchen, sucht Steffen auch nach 14 Bundesliga-Spieltagen noch immer nach passenden Lösungen auf dem Platz. Die braucht es bekanntlich dringend, um intern nicht an Rückhalt einzubüßen. Bei vielen Fans des SV Werder Bremen scheint die Stimmung schon auf der Kippe zu stehen.

Dank des punktereichen Herbstes gibt es die Ausgangslage immer noch her, dass irgendwann im Rückblick vielleicht nur von einer Dezember-Delle die Rede ist, die die Mannschaft überwunden hat. Auch das wäre ein Schritt in der Entwicklung. Nur muss Werder Bremen jetzt dringend zeigen, dass die Mannschaft ihn tatsächlich gehen kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Nordphoto

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