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„Ohne Budde ist die Welt für uns alle etwas ärmer geworden“: Bewegende Trauerfeier für Werders plötzlich verstorbene Torwart-Legende Dieter Burdenski
Mit zahlreichen Weggefährten fand am Dienstag die Trauerfeier für Dieter Burdenski statt. So lief der bewegende Nachmittag rund um den SV Werder Bremen.
Bremen – Es hätte zweifelsfrei genügend Gründe gegeben, um die Trauerfeier für Dieter Burdenski in Moll anzulegen. Und viele davon waren am Dienstagnachmittag während der zweistündigen Zeremonie im Konzerthaus „Die Glocke“ auch in den Redebeiträgen zu hören. Doch die Melodie des Lebens der beliebten Torhüter-Legende des SV Werder Bremen, die am 9. Oktober völlig unerwartet im Alter von 73 Jahren gestorben war, erklang nun einmal vorrangig in Dur – und so wurde es zwar ein trauriger, aber auch ein sehr lebensbejahender Abschied. Nicht nur musikalisch. Aber eben auch.
Familie und Weggefährten verabschieden sich von Werder Bremens Vereinslegende Dieter Burdenski
Ganz nach dem Motto Burdenskis „Sag JA zum Leben“, das sich wie ein roter Faden durch die Trauerfeier zog, eröffnete die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen die Gedenkveranstaltung mit einer Interpretation des Coldplay-Welthits „Viva la Vida“, später sollten popkulturelle Stücke wie „Major Tom“ von Peter Schilling oder „I will always love you“ von Whitney Houston folgen. Vor mehr als 500 geladenen Gästen und etlichen Fans des SV Werder Bremen, die erschienen waren, ging es natürlich in erster Linie um die großen fußballerischen Erfolge, die Dieter Burdenski feiern durfte, aber eben auch um den Menschen, der hinter dem prominenten Keeper und erfolgreichen Unternehmer steckt. Dazu passten die emotionalen Worte, die Tochter Carina stellvertretend für ihren Bruder Fabian und Mutter Claudia bei aller vorherrschenden Traurigkeit sprach: „Wir als Familie haben nichts zu bedauern, wir haben uns jeden Tag gesagt, dass wir uns lieben.“
Nach Tod von Dieter Burdenski: Rührende Worte früherer Weggefährten für Legende des SV Werder Bremen
Und doch war das große Unverständnis über den plötzlichen Verlust allgegenwärtig. „Er ist immer ein lebenslustiger Mensch gewesen, hat immer versucht, allem mit Freude gegenüberzustehen und die Freude mitzunehmen“, sagte etwa Thomas Schaaf, der erst als Mitspieler und später als Trainer ein langer Begleiter Burdenskis war und am Dienstag zu den Gästen der Trauerfeier gehörte. „Er war immer positiv ausgerichtet, immer auf dem Weg, irgendwas zu machen und aktiv zu sein. Das ist für mich immer noch unbegreiflich.“ Auch Oliver Reck, der den Bremer Rückhalt 1988 einst als Nummer eins im Tor des SV Werder Bremen ablöste, erklärte: „Ich war nicht nur sein Nachfolger, sondern aus dieser Nachfolger-Tätigkeit hat sich viel, viel mehr entwickelt. Das ist eine feste Freundschaft geworden.“ Und der 59-Jährige ergänzte: „Als diese Nachricht gekommen ist, war das traurig und ein Schlag für uns alle. Darunter leiden wir noch immer, weil Dieter Burdenski über die Stadtgrenzen Bremens hinaus sehr bekannt, beliebt und auch geachtet ist. Jeder weiß: Wenn man Dieter angerufen hat, hat man was zurückbekommen - und das wird fehlen.“
Abschied von verstorbener Werder-Legende Dieter Burdenski: Die Bilder der Trauerfeier
Worte, die in ähnlicher Form häufig fielen. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald etwa sagte in seiner Rede: „Es macht mich tieftraurig, dass du nun nicht mehr an unserer Seite bist.“ Er lobte die Verdienste Burdenskis um den Verein, würdigte dessen Leistungen und verschwieg auch die Kritik nicht, die der gebürtige Bremer stets dann vorbrachte, wenn er sie aus Sorge um „seinen“ SV Werder Bremen für angebracht hielt. „Budde hat auch manchmal angeeckt und den Finger in die Wunde gelegt. Er war eine starke Stimme im Umfeld des Vereins, aber auch medial. Ich gebe zu: Das hat manchmal auch wehgetan. Aber man konnte ihm immer abnehmen, dass es ihm um das Wohl von Werder ging und nicht um persönliche Eitelkeiten.“
Mit zahlreichen Weggefährten und Mannschaftsrat des SV Werder Bremen: Die Trauerfeier für Dieter Burdenski
Und diese Ehrlichkeit, diese Empathie wurde honoriert. Nicht nur an der Weser, wo Dieter Burdenski zwischen 1972 und 1988 als Spieler unter Vertrag stand, noch immer unerreichte 444 Bundesliga-Partien absolvierte und zum Ehrenspielführer ernannt wurde, sondern eben in ganz Deutschland. Auch deshalb zählten etwa der frühere Fußballfunktionär Heribert Bruchhagen oder Weltmeister Pierre Littbarski zu den Gästen in der „Glocke“. Auch Klaus Fischer, Jürgen Röber, Rigobert Gruber, Dieter Eilts, Rudi Völler, Uli Borowka oder Torsten Frings und Ivan Klasnic erwiesen Burdenski die letzte Ehre. Von Werder Bremens aktuellem Profiteam waren neben Trainer Ole Werner auch die Spieler des Mannschaftsrats anwesend, die Geschäftsführung ebenfalls. Und sie lauschten unter anderem den Sätzen von Felix Magath, der in seiner Rede auf eine seit 1976 andauernde Freundschaft zurückblickte. „Wir waren gewissermaßen Brüder im Geiste und ich konnte mich immer auf ihn verlassen“, schilderte der 71-Jährige. „Ich bin sehr dankbar, dass Dieter mein Freund war.“ Oder wie es der frühere Staatsminister Bernd Neumann (CDU) ausdrückte: „Ohne Budde ist die Welt für uns alle etwas ärmer geworden.“ Sportlich wie menschlich. „Danke für alles Papa. Wir lieben dich, halten zusammen und sehen uns wieder“, sagte Fabian Burdenski noch, ehe wenig später „Ich liebe das Leben“ von Vicky Leandros erklang – würdiger und passender hätte diese Trauerfeier kaum zu Ende gehen können. (mbü/kni)