Werder-Profi überzeugt in Wolfsburg

„Schweiß, harte Arbeit und Scheißtage“: Werder-Rückkehrer Bittencourt feiert 300. Bundesliga-Spiel

Leonardo Bittencourt zeigt in seinem 300. Bundesliga-Spiel eine starke Leistung - und freut sich, wieder wichtig für den SV Werder Bremen zu sein!

Es war ein besonderer Tag für Leonardo Bittencourt – und für Werder Bremen. Beim wichtigen 1:0-Sieg im Kellerduell gegen den VfL Wolfsburg bestritt der 32-Jährige sein 300. Bundesligaspiel, 149 davon im Trikot der Grün-Weißen. Nach dem Abpfiff gab es beim obligatorischen Jubelfoto mit der gesamten Mannschaft vor dem Gästeblock eine besondere Geste des Vereins: ein Werder-Trikot mit seinem Namen, garniert mit der Zahl 300. Die Mannschaft umringte den sichtlich stolzen Jubilar. Ein Bild, das mehr als 1000 Worte sagt. „Hätte mir das einer damals gesagt, dass ein kleiner Cottbusser Junge mal 300 Bundesliga-Spiele macht“, erklärte Bittencourt kurz darauf mit breitem Grinsen. „Es macht mich unheimlich stolz, dass ich die meisten davon für so einen geilen Verein wie Werder Bremen gemacht habe – vielen Dank an die Mannschaft, dass sie mir den Tag mit einem Sieg abgerundet hat.“

Leonardo Bittencourt zeigte in seinem 300. Bundesliga-Spiel eine starke Leistung - und freut sich, beim SV Werder Bremen wieder wichtig zu sein.

Werder Bremens Daniel Thioune über Leonardo Bittencourt: „Es war sein 300. Bundesligaspiel – und bestimmt eines seiner besseren“

Doch für den schwer erkämpften Erfolg war eine Menge harte Arbeit nötig. Arbeit, für die sich der erfahrene Leonardo Bittencourt nicht zu schade ist. Ein Beleg? 11,42 Kilometer spulte der Deutsch-Brasilianer in 94 Minuten Spielzeit ab, ehe er in der fünften Minute der Nachspielzeit für Youngster Mick Schmetgens Platz machte. Nur drei Feldspieler liefen mehr. Zudem gewann der Mittelfeldprofi des SV Werder Bremen zehn seiner 16 Zweikämpfe – eine gute Quote von 62,5 Prozent. Da lobte auch Trainer Daniel Thioune: „Es war sein 300. Bundesligaspiel – und bestimmt eines seiner besseren. Er hat sehr für die Mannschaft gelitten und alles dafür getan, dass wir erfolgreich sind.“

Was das Jubiläum noch emotionaler und besonderer macht: Unter Daniel Thiounes Vorgänger Horst Steffen war Leonardo Bittencourt beim SV Werder Bremen aussortiert worden, stand kaum mehr auf dem Feld. Umso größer nun die Genugtuung. „Es ist schön, wieder so eine Rolle zu spielen, wenn man die letzten Wochen gar nicht mehr dabei war“, sagte der frühere deutsche U21-Nationalspieler. „Aber das ist genau das, warum man 300 Spiele schafft – wenn man immer wieder aufsteht, wenn man Rückschläge hat.“

Geholfen haben ihm in diesen schwierigen Phasen vor allem seine Frau und seine Kinder. „Riesendankeschön an meine Familie, die meine Laune erträgt, die mich immer wieder pusht, die mich immer wieder hochzieht“, sagte Leonardo Bittencourt emotional. „Das ist der Grund, warum ich das am Ende auch mache.“ Denn der Profi des SV Werder Bremen weiß, was hinter dieser Zahl 300 steckt. „Das ist Schweiß, das sind Scheißtage, das sind Rückschläge. Aber es ist trotzdem der geilste Beruf der Welt – und deshalb hoffe ich, da kommen noch ein paar Spiele dazu.“ (mwi)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Franziska Gora

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