Werder-Profi mit klaren Worten
Abschied mit Beigeschmack: Leo Bittencourt äußert Kritik am Werder-Kurs
Umbruch in vollem Gang: Leonardo Bittencourt hält den aktuellen Kurs des SV Werder Bremen für einen Fehler – und findet dabei klare Worte!
Leonardo Bittencourt ist ein Fußballer, der in aller Regel sagt, was er denkt. Der sich nicht davor scheut, mit Aussagen auch mal anzuecken. Nach seinem letzten Spiel für den SV Werder Bremen machte der 32-Jährige da keine Ausnahme. Dass ihm der Abschied vom Osterdeich nicht leichtfällt, weil ihm der Verein in den vergangenen sieben Jahren mächtig ans Herz gewachsen ist, hob Bittencourt nach dem 0:2 gegen Borussia Dortmund ebenso klar hervor wie die Tatsache, dass bei Werder in seinen Augen zuletzt sehr viel schiefgelaufen ist.
Werder Bremens Leonardo Bittencourt: „Weeder ich bin nochmal auf den Verein zugekommen, noch ist der Verein auf mich zugekommen“
Zur Erinnerung: Bereits im Dezember hatten Verein und Spieler bekannt gegeben, dass sich die Wege nach der Saison trennen werden. Beim damaligen Cheftrainer Horst Steffen war Bittencourt aufs Abstellgleis geraten. Das änderte sich zwar mit der Amtsübernahme von Daniel Thioune, unter dem sich der Routinier eine Zukunft beim SV Werder Bremen hätte vorstellen können – „aber weder ich bin nochmal auf den Verein zugekommen, noch ist der Verein auf mich zugekommen“, sagte Leonardo Bittencourt. Seine Schlussfolgerung: „Der Verein möchte einen Umbruch. Ich glaube, da müssen ein paar Jungs gehen, die vielleicht ein bisschen unangenehm, aber eben auch das Gesicht des Vereins waren.“ Dass Bittencourt kein Fan davon ist, war deutlich herauszuhören.
Leonardo Bittencourt: „Ich wünsche Werder Bremen ein besseres Händchen. In den letzten Jahren war zu sehen, wo die Reise hätte hingehen können“
Im Sommer 2025 hatten Spieler wie Marvin Ducksch, Milos Veljkovic und Anthony Jung – allesamt Teil des Aufstiegskaders von 2021/22 – gehen müssen, weil Werder nicht mehr mit ihnen weitermachen wollte. Grundsätzlich, so erklärte es Leonardo Bittencourt, „ist das natürlich okay“. Dann ließ er jedoch durchblicken, dass er den Kurs für einen Fehler hält: „Ich wünsche Werder ein besseres Händchen. In den letzten Jahren war zu sehen, wo die Reise hätte hingehen können. Man hätte die Mannschaft punktuell verstärken können, weil der Kern stand. Dann würden wir heute über etwas anderes reden.“ Eine Anspielung darauf, dass der SV Werder Bremen nach dem Wiederaufstieg zunächst stabil Tabellen-13. wurde, um danach zwei Saisons in Folge nur hauchdünn an Europa zu scheitern, ehe in der nun beendeten Saison der böse Absturz bis fast in die 2. Liga folgte. (dco)
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