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Emotionaler Werder-Abschied von Leonardo Bittencourt – wie geht es jetzt weiter?
Leonardo Bittencourt spricht über seinen emotionalen Abschied vom SV Werder Bremen – und seine Zukunft in der Bundesliga oder im Ausland.
Lange nach dem Abpfiff stand Leonardo Bittencourt noch immer vor der Ostkurve. Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen kletterte auf den Zaun, ließ sich von den Fans feiern und tauschte anschließend sogar sein Trikot gegen einen Pullover der aktiven Fanszene. Es war am Samstagnachmittag ein emotionaler Abschied für einen Spieler, der sieben Jahre lang eines der Gesichter des Vereins gewesen war. „Die haben mir den Pulli gegeben und haben sich bedankt. Eigentlich habe ich mich zu bedanken“, sagte Bittencourt sichtlich bewegt über die Reaktion und das Geschenk der Anhänger. „Gerade in schwierigen Zeiten standen sie immer hinter uns. Das macht mich ein Stück weit stolz.“
Emotionaler Abschied vom SV Werder Bremen: Leonardo Bittencourt über seinen letzten Auftritt im SVW-Trikot
Kurz zuvor hatte der 32-Jährige bei seinem letzten Spiel im Trikot des SV Werder Bremen – ausgerechnet gegen seinen früheren Club Borussia Dortmund – noch einmal wenige Minuten auf dem Platz erleben können. Viel mehr als ein symbolischer Einsatz war es aufgrund seiner muskulären Probleme allerdings nicht mehr. „Ich habe 304 Spiele gemacht. 303 habe ich mir erarbeitet, und eins hat er mir geschenkt“, sagte Leonardo Bittencourt mit einem Grinsen in Richtung Werder-Coach Daniel Thioune. „Großes Dankeschön an den Trainer.“ Auch Thioune selbst hatte der Moment emotionalisiert, wie er am Sonntagvormittag in einer Medienrunde erwähnte. „Das war für alle ein kleiner sentimentaler Augenblick“, sagte der 51-Jährige. „Leo hat gerade in schwierigen Zeiten immer seinen Mann gestanden. Das war nach dem Abstieg so, in der Relegation und jetzt auch wieder.“ Besonders die Reaktion der Fans habe gezeigt, welchen Stellenwert sich Bittencourt in Bremen erarbeitet hat. „Ich glaube, das, was er zurückbekommen hat, hat ihm unglaublich viel bedeutet.“
Dass der Deutsch-Brasilianer diesen Moment überhaupt noch genießen konnte, hängt auch damit zusammen, dass er den SV Werder Bremen trotz schwieriger Monate im Winter nicht verlassen hatte – ein Umstand, den er rückblickend keine Sekunde bereut. „Mein Herz, mein Kopf und mein Bauch haben mir gesagt: Du musst bleiben“, erklärte Leonardo Bittencourt. „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft nicht den Rücken zugekehrt habe.“ Thioune habe dem Team nach der schwierigen Phase noch einmal neues Leben eingehaucht. „Nach St. Pauli hat keine Sau mehr an uns geglaubt. Dass wir jetzt mit sechs Punkten Vorsprung in den letzten Spieltag gehen, hätte doch keiner gedacht.“
Nach Abschied vom SV Werder Bremen: Leonardo Bittencourt bestätigt Bundesliga-Interesse
Und so nahm die Saison aus Sicht des SV Werder Bremen mit dem Minimalziel Klassenerhalt zumindest noch ein kleines versöhnliches Ende. Wie es für Leonardo Bittencourt persönlich weitergeht, ist dagegen offen. Nach DeichStube-Informationen möchte sich der Routinier nach dem gemeinsamen Mannschaftstrip nach Ibiza in Ruhe Gedanken über seine Zukunft machen. Eine schnelle Entscheidung soll es bewusst nicht geben. Vielmehr will sich Bittencourt die Zeit nehmen, die für ihn und seine Familie richtige Wahl zu treffen. Ein Angebot habe er sogar schon abgelehnt, wie er selbst nach dem BVB-Spiel betonte. Fest steht allerdings: Interessenten gibt es. Nach DeichStube-Informationen hatte zuletzt unter anderem Union Berlin konkretes Interesse hinterlegt. Die öffentlich diskutierte Spur zu Schalke 04 gilt derzeit dagegen eher nicht als heiß.
Ein Wechsel ins Ausland ist grundsätzlich ebenso wenig ausgeschlossen wie ein Verbleib in der Bundesliga. Mit Blick auf seine Zukunft und mehr als 300 Bundesliga-Spiele sagte Leonardo Bittencourt vielsagend: „Wenn ich mich dafür entscheide, dann kommen noch viele Bundesligaspiele dazu.“ Noch wolle er sich aber nicht treiben lassen. „Ich wollte diese Woche hier einfach genießen. Ich hätte es nicht richtig gefunden, vorher schon ein anderes Trikot in die Hand zu nehmen.“ Der Abschied von Werder Bremen ist nun trotzdem endgültig vollzogen. Realisiert hat Bittencourt das selbst noch nicht komplett. „Es fühlt sich gerade eher so an, als wäre einfach nur die Saison vorbei, und ich komme in sechs Wochen wieder hierher zurück“, sagte er. (bvo)
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