Bittencourt zuletzt gesetzt
„Sehr clever“ und „extrem wichtig“: Werder-Trainer Werner mit viel Lob für Bittencourt
Leonardo Bittencourt hat sich nach einer schwierigen Zeit in der Startelf des SV Werder Bremen festgespielt. Trainer Ole Werner war nach dem Remis gegen Borussia Mönchengladbach voll des Lobes für seinen Schützling.
Bremen – Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte Leonardo Bittencourt einen ungewohnt schweren Stand. Der Mittelfeld-Routinier kam über Kurzeinsätze kaum hinaus, ein Stammplatz schien ganz weit weg – und das, obwohl Werder Bremen tief in einer Negativserie feststeckte. Doch wie es so ist in der Schlussphase einer Saison, wenn durch Gelb- und Rotsperren Plätze frei werden, kann es auch wieder schnell in die andere Richtung gehen. Jens Stage fehlte in vier Partien, und während Werder in die Erfolgsspur zurückfand, mauserte sich Bittencourt still und heimlich vom Bankdrücker zurück zur Stammkraft. Ole Werner gefällt das, natürlich. Der Werder-Trainer ist sogar so zufrieden, dass er Bittencourt nach dem 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach ein großes Lob ausstellte.
Werder Bremen-Trainer Ole Werner freut sich über „sehr, sehr cleveren“ Leonardo Bittencourt
„Insgesamt ist Leo einfach jemand, der dieses Spiel versteht, clever ist, den Rhythmus auch bestimmen kann und immer wieder solche Situationen für sich zu nutzen weiß, wie zum Beispiel beim Eckball“, sagte Werner. Gemeint war ein Zweikampf mit Gladbachs Rocco Reitz an der gegnerischen Torauslinie, in den sich Leonardo Bittencourt derart engagiert hineingestürzt hatte, dass er damit noch eine unerwartete Ecke herausholte – die anschließend Nick Woltemade zum 2:1 einköpfte. Genau diese Bissigkeit ist Bittencourts Stil. Für Werder Bremen zahlt sich das aktuell aus, und zwar mehr als nur einmal. „Letzte Woche war es der Freistoß, den er rausholt, der dann zum 1:0 in Augsburg führt“, erinnert Werner und lobt: „Er ist einfach sehr, sehr clever in diesen Momenten – und die sind einfach wichtig in engen Spielen, von denen wir viele haben.“ Bittencourt war gegen Gladbach aber gewiss nicht alles gelungen. Nach dem frühen Rückstand zogen sich die Borussen weit zurück und machten das Zentrum dicht. Die Bremer fanden dafür zunächst keine Mittel, Flanken kamen so gut wie gar nicht an, auch Bittencourt traf ein ums andere Mal die falsche Entscheidung.
Werder Bremens Trainer Ole Werner über Bittencourt: „Leo ist Führungsspieler und extrem wichtig für uns“
Und doch hatte er dann entscheidenden Anteil am Ausgleich. Mit seinem hohen Anlaufen half er erst beim Ballgewinn tief in der gegnerischen Hälfte, bei der Kombination in den Strafraum spielte er schließlich den letzten Pass auf Torschütze Woltemade. Für Leonardo Bittencourt war es erst der zweite Assist in dieser Saison, die für ihn wechselhaft verläuft.
Schließlich hatte er seine Phasen, in denen er kaum zum Einsatz kam oder weniger überzeugte. Doch Werner betont die Wichtigkeit des 30-Jährigen. „Leo ist Führungsspieler und extrem wichtig für uns als Mannschaft. Er gibt uns Energie und genau in diesen Punkten, die ich genannt habe, eine Qualität.“ Dass Leonardo Bittencourt Formschwankungen habe, habe auch mit dem Rhythmus zu tun, „den er für sich auch einfach braucht“, erklärt der Trainer des SV Werder Bremen. „Aber insgesamt ist er ein wichtiger Spieler für uns, der das auch jetzt in dieser entscheidenden Phase der Saison wieder unter Beweis stellt.“ (han/kni)