Werder-Profi übte zuletzt scharfe Kritik
Leonardo Bittencourt zu seinem Werder-Rapport: „Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe“
Leonardo Bittencourt musste wegen seiner öffentlichen Kritik unter der Woche zum Rapport. Im Anschluss an das Remis gegen den VfL Bochum hat sich der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen noch einmal dazu geäußert.
Bochum – Auf dem Platz war der Arbeitstag für ihn nach 80 Minuten beendet gewesen: Weil Nick Woltemade ins Spiel kam, musste Leonardo Bittencourt runter. Zuvor hatte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen beim VfL Bochum einmal mehr mit großem, bisweilen sogar zu großem Einsatz auf sich aufmerksam gemacht, der ihm seine fünfte Gelbe Karte der laufenden Saison und damit eine Sperre für das kommende Spiel beim FC Bayern München einbrachte. Fußballerisch hatte sich Bittencourt jedoch – wie sämtliche seiner Teamkollegen auch – sehr schwergetan an der Castroper Straße. Dass er sich nach dem 1:1 im Gespräch mit den Journalisten dennoch bester Laune präsentierte, dürfte vor allem zwei Gründe gehabt haben.
Zum einen war da natürlich die Tatsache, dass sich Werder Bremen dank eines späten Treffers von Niklas Stark noch einen Punkt erkämpft, den komplizierten Nachmittag in Bochum also nicht mit leeren Händen beendet hatte. „Der Punkt geht in Ordnung. Hier etwas mitzunehmen, ist nicht so leicht“, sagte Leonardo Bittencourt, dessen gute Stimmung vielleicht auch damit zusammenhing, dass eine ziemlich unerfreuliche Woche für ihn persönlich endgültig vorbei ist.
Werder Bremens Leonardo Bittencourt über die öffentliche Kritik: „Ich habe meine Meinung“
Zur Erinnerung: Nach der Testspielniederlage des SV Werder Bremen in Braunschweig (1:3) hatte der 30-Jährige mit klaren Worten öffentlich Kritik an den Bremer Verantwortlichen geübt, dabei unter anderem die Rhetorik von Leiter Profifußball Clemens Fritz sowie die Einkaufspolitik der vergangenen Zeit in Frage gestellt. Daraufhin musste Leonardo Bittencourt zum Rapport bei Sportchef Baumann und Fritz. „Leicht war es nicht“, sagte er nun über die vergangenen Tage: „Frank und Clemens haben mir klipp und klar gesagt, was sie von meinen Aussagen gehalten haben, und das ist auch vollkommen in Ordnung.“ Dass diese medial allgemein als Rundumschlag eingeordnet worden waren, bezeichnete Bittencourt in Bochum als „übertrieben“ – und hielt fest: „Ich habe meine Meinung. Das heißt nicht, dass sie richtig ist, aber es heißt auch nicht, dass sie falsch ist. Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe.“
Neben aller Kritik habe er ja auch hervorgehoben, „dass unser Kader, wenn alle beisammen sind, auf jeden Fall die Qualität hat, in der Bundesliga zu bleiben und darüber hinaus sogar noch mehr“. Letztlich „wurde die Sache höher aufgehangen, als ich es gesagt habe“, resümierte Leonardo Bittencourt, dem dieser, sagen wir, mediale Mechanismus aber im Vorfeld durchaus bewusst war: „Ich wollte meine Mannschaft ein Stück weit in Schutz nehmen. Am Ende hat es ja funktioniert, insofern, als dass wir heute ein anderes Gesicht gezeigt haben als in Braunschweig. Und jetzt ist das Thema auch gegessen.“ (dco)