„Jeder sieht, dass hier ein Wandel stattfindet“
Warum Werder Bremen immer mehr hochveranlagte Talente anlockt – und wie der Weg zu den Profis geebnet wird
Peter Niemeyer erklärt, warum Werder Bremen vermehrt hochveranlagte Talente verpflichtet – und wie der Weg zu den Profis geebnet wird.
In den nächsten Tagen wird es wieder etwas voller rund um das Weserstadion werden. Wo zuletzt der Trainingsbetrieb weitgehend ruhte und Zeit für eine ausgiebige Rasenpflege war, ist bald wieder die U23 des SV Werder Bremen unterwegs. Und während der Vorbereitung wird vieles neu sein. Beim spielenden Personal wurde ordentlich durchgetauscht, auch an der Seitenlinie hat künftig jemand anderes das Kommando: Cedric Makiadi. Der bisherige Trainer von Werders U19 wurde befördert und soll seine Mannschaft durch eine möglichst erfolgreiche Saison in der Regionalliga Nord führen. Was dort vonstattengeht, ist auch für Werders Profiteam nicht uninteressant.
Werder Bremens Top-Talente sollen zwischen Teams pendeln: „Björn Schierenbeck ist ein ganz wichtiger Faktor“
„Wir haben es schon in den vergangenen Jahren so gehandhabt, dass es eine sehr enge Verzahnung gibt. Das wird auch jetzt so sein“, erklärt Peter Niemeyer, Werder Bremens Leiter Profifußball, ungeachtet aller Veränderungen im Gespräch mit der DeichStube. „Schließlich haben wir einige Talente, die sich zwischen den jeweiligen Mannschaften bewegen, bei uns trainieren, aber dann vielleicht woanders spielen, um ihre Einsatzzeiten zu bekommen.“ Wer genau wann und wo pendeln wird, kristallisiert sich im Laufe des Sommers heraus, aber auch danach sind stetige Anpassungen möglich beziehungsweise vonnöten. Entsprechend wichtig ist, dass es keinerlei Lücken in der Kommunikation gibt.
Doch es werden nicht Cedric Makiadi und Daniel Thioune, der Mitte Juli seine erste Sommervorbereitung mit den Profis des SV Werder Bremen in Angriff nimmt, sein, die regelmäßig die Köpfe zusammenstecken und sich besprechen, wie es um den Nachwuchs bestellt ist. „Unser Talente-Manager Björn Schierenbeck ist dabei ein ganz wichtiger Faktor – allein schon deshalb, weil er mit im Trainerbüro bei den Profis sitzt“, sagt Niemeyer. „Dadurch gibt es einen sehr engen Austausch, sodass das Leistungszentrum immer mitbedacht wird. Wenn man sieht, welche Jungs in der vergangenen Saison ihr Debüt feiern durften, dann spricht das auch für unsere Strukturen, die wir uns erarbeitet haben.“
Werder Bremens neuer Weg - mit Talenten in die Zukunft: „Jeder sieht, dass hier ein Wandel stattfindet“
Karim Coulibaly, Patrice Covic, Mick Schmetgens und Salim Musah kamen in der abgelaufenen Spielzeit allesamt in den Genuss, auf der ganz großen Bundesligabühne auftreten zu dürfen. Die jeweiligen Einsatzzeiten der Youngster variierten dabei zwar, trotzdem steht das Quartett aktuell exemplarisch dafür, wie Werder Bremens Weg in die Zukunft aussehen soll. Und das registrieren auch Jungkicker, die bislang lieber bei konkurrierenden Clubs unterwegs sind oder waren. „Andere Talente sehen dadurch, dass sie es bei uns bis in die Profiabteilung schaffen können, wenn sie gut arbeiten“, betont Peter Niemeyer. „Und: Die Modernisierung des Leistungszentrums ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber jeder sieht, dass sich hier etwas tut und ein Wandel stattfindet. Ein Umbau im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist ein wichtiger Punkt, der sehr positiv wahrgenommen wird.“
Attraktiver sein für neue Talente: Werder Bremen hat längst neuen Weg eingeschlagen
Jahrelang galt der Standort Bremen als wenig attraktiv für den Nachwuchs – nicht unbedingt sportlich, aber die Bedingungen waren speziell, um es vorsichtig auszudrücken. Demnächst gelten in der Hansestadt aber andere Standards, die somit Teil eines wesentlich verlockenderen Gesamtpakets sind. Werder Bremen kann sich dadurch nicht nur vornehmen, Talente künftig noch mehr zu fördern, um auf dieser Grundlage perspektivisch sowohl fußballerisch als auch finanziell zu profitieren – sondern dieses Vorhaben lässt sich auch nachhaltiger in die Tat umsetzen.
Einige hochveranlagte Junioren konnten so in der jüngeren Vergangenheit bereits an den Osterdeich geholt werden, wo sie aus Potenzialspielern im Idealfall zu den Stars von morgen reifen. Nichts soll jedenfalls dem Zufall überlassen werden, Versäumnisse der Vergangenheit sich nicht wiederholen. Auch deshalb hatte Oliver Hüsing, neuerdings alleiniger Gesamtleiter des Werder-LZ, jüngst bekräftigt: „Wir wollen das bestmögliche Leistungszentrum sein, das wir sein können. Wir wollen die Ausbildungsqualität kontinuierlich verbessern und unsere Höchstleistungskultur konsequent weiterentwickeln.“ (mbü)
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